European Scorecard 2025: Skandinavien führt bei der ePA, Deutschland holt auf

Wie weit ist Europa bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen? Die European Scorecard 2025 vergleicht 26 europäische Staaten hinsichtlich Einführung und Nutzung der elektronischen Patientenakte.

Arzt Europasymbol

Mit der European Scorecard 2025 legt die Rhön Stiftung gemeinsam mit dem Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav GmbH) zum dritten Mal eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung der europäischen Gesundheitssysteme vor. Im Mittelpunkt steht der Stand der Implementierung der elektronischen Patientenakte (ePA) in 26 europäischen Ländern. Wie bereits in den vorherigen Ausgaben 2016 und 2018 belegen Finnland und Dänemark die Spitzenplätze. Sie gelten weiterhin als Vorreiter bei der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen. Deutschland landet auf Platz 19, zeigt aber deutliche Fortschritte.

Deutschland: Solide Basis dank neuer Gesetze

Zwar liegt Deutschland im europäischen Vergleich nur im unteren Mittelfeld, doch die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche ePA-Umsetzung gelten als günstig. Besonders positiv bewertet die Studie die rechtlichen Voraussetzungen, die durch das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) von 2020 und das Digital-Gesetz (DigiG) geschaffen wurden. Mit dem seit dem 1. Januar 2025 geltenden Opt-out-Verfahren wurde zudem ein entscheidender Schritt in Richtung flächendeckender Nutzung getan. „Bei der Betrachtung der Scorecard ist zu beachten, dass statistische Daten in der Regel erst mit mehrjähriger Verzögerung verfügbar sind“, erläutert Dominika Urbanski-Rini, Studienleiterin der inav GmbH. „Das bedeutet, dass aktuelle politische Entwicklungen nicht immer angemessen abgebildet sind.“

Nachholbedarf bei Inhalten und Funktionen

Deutliches Verbesserungspotenzial sieht die European Scorecard bei den Inhalten und Funktionen der ePA in Deutschland. Hier können andere Länder als Vorbild dienen, etwa Slowenien, das sich seit 2018 deutlich verbessert hat und nun Rang fünf belegt. „Slowenien zeigt eindrucksvoll, wie durch den Fokus auf die funktionale Ausgestaltung der ePA auch kleinere Länder zu Vorreitern werden können“, sagt Prof. Dr. Volker Amelung, Geschäftsführer der inav GmbH.

Orientierungshilfe für Politik und Gesundheitswesen

Die Studie macht deutlich, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens kein Sprint, sondern ein langfristiger Prozess ist, der Investitionen, Koordination und Geduld erfordert. Annette Kennel, Geschäftsführerin der Rhön Stiftung, sieht die European Scorecard als wertvolles Instrument, um Strategien im eigenen Land zu schärfen: „Insbesondere bei der Implementierung der ePA können wir von den Erfahrungen anderer lernen.“

Autor:
Stand:
17.10.2025
Quelle:

Rhön Stiftung Eugen und Ingeborg MünchPressemitteilung, 30.09.2025.

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