Der Weltapothekerverband (International Pharmaceutical Federation, FIP) hat seinen Strategieplan für die Jahre 2025 bis 2030 veröffentlicht und damit einen Fahrplan vorgelegt, der die Rolle der Pharmazie weltweit neu ausrichten soll. Im Zentrum stehen der Ausbau patientennaher Dienstleistungen, die Stärkung der pharmazeutischen Wissenschaften und die nachhaltige Entwicklung einer belastbaren, gut ausgebildeten Berufsgruppe.
Der Plan signalisiert, dass die globale Apothekerschaft in Zukunft noch stärker als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen wirken und dabei eine wachsende Verantwortung im öffentlichen Gesundheitswesen übernehmen soll.
Ein gemeinsames Ziel
FIP-Präsident Paul Sinclair betont, dass die kommenden Jahre entscheidend dafür seien, wie gut die Berufsgruppe auf Herausforderungen wie demografischen Wandel, Gesundheitskrisen, Fachkräftemangel und Digitalisierung vorbereitet ist. Der Strategieplan definiert hierzu eine ambitionierte Vision. Jeder Mensch soll Zugang zu sicheren, wirksamen und erschwinglichen Arzneimitteln und pharmazeutischen Dienstleistungen erhalten und das unabhängig von Region oder Einkommen.
Sechs strategische Säulen für die Zukunft der Pharmazie
Der Plan gliedert sich in sechs strategische Ziele, die eng an globale Entwicklungen sowie die UN-Nachhaltigkeitsziele angelehnt sind.
- Zugang zu Arzneimitteln und Gesundheitsleistungen verbessern
Der FIP will weltweit für stabile Lieferketten, faire Vergütung pharmazeutischer Leistungen und nachhaltige Herstellungsprozesse eintreten. Dazu gehören Initiativen gegen Arzneimittelengpässe und Maßnahmen zur Bekämpfung gefälschter oder minderwertiger Medikamente. - Personenzentrierte Versorgung stärken
Pharmazeutische Betreuung soll international weiter professionalisiert werden, etwa durch Impfdienstleistungen, Präventionsprogramme, Beratung zu chronischen Erkrankungen und Gesundheitsförderung. Gleichzeitig betont der Plan die Bedeutung eines resilienten Berufsstandes angesichts globaler Fachkräftemängel. - Innovation und pharmazeutische Wissenschaft fördern
Neue Therapieformen, genetische Diagnostik, personalisierte Medizin und digitale Technologien verändern die Arzneimittelforschung rasant. Der FIP sieht es als wichtige Aufgabe, Apotheker weltweit für diese Entwicklungen zu qualifizieren und Innovationen verantwortungsvoll in die Versorgung zu integrieren. - Aus- und Weiterbildung ausbauen
Eine moderne Pharmazie braucht modern ausgebildete Fachkräfte. Der Plan fordert deshalb robuste Ausbildungsstandards, lebenslanges Lernen und internationale Harmonisierung pharmazeutischer Bildungsprogramme. - Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen intensivieren
Als Teil der „One Health“-Strategie sollen Apotheker weltweit stärker in Antibiotic Stewardship, Überwachungsprogramme und Aufklärung eingebunden werden. Der FIP will Mitglieder und Staaten unterstützen, um verantwortungsvollen Umgang mit Antiinfektiva zu fördern und neue Therapieoptionen voranzubringen. - Führungsstärke und globale Vernetzung ausbauen
Der FIP will seine Rolle als globale Stimme der Pharmazie unter anderem durch Förderung des Führungsnachwuchses, verbesserte Governance-Strukturen und intensivere Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen weiter festigen.
Klimawandel, Digitalisierung, Versorgungssicherheit
Der Strategieplan verknüpft klassische pharmazeutische Themen mit globalen Herausforderungen. Dazu gehören nachhaltige Lieferketten, klimaresiliente Gesundheitssysteme sowie der verantwortungsvolle Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz. Auch das Thema Apothekenhonorierung findet Beachtung. Wirtschaftliche Stabilität wird als Voraussetzung für eine leistungsfähige Versorgung betont.
Mit dem Strategieplan 2025–2030 formuliert der FIP die apothekerliche Antwort auf die großen gesundheitspolitischen und wissenschaftlichen Aufgaben der kommenden Jahre. Apotheker sollen weltweit stärker als unverzichtbare Säule der Gesundheitsversorgung wahrgenommen werden, und zwar wissenschaftlich fundiert, patientennah und gut vernetzt.









