Berlin. Medienkonsum wird zunehmend zu einem Risiko für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das ist ein zentrales Ergebnis des von der Stiftung Kindergesundheit vorgelegten Kindergesundheitsberichts 2025. Ob Fernsehinhalte, digitale Spiele, soziale Netzwerke oder Streaming-Angebote: Die Mediennutzung nimmt laut Bericht in allen Altersgruppen stark zu und bildet bereits früh einen festen Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen.
Negative körperliche und psychische Folgen von exzessiver Bildschirmzeit
Die exzessive Bildschirmzeit ist nach Einschätzung der Stiftung mit einer Vielzahl von Risiken verbunden. So bewegen sich Kinder, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, nach den vorliegenden Befunden meist weniger. Das gefährde die Entwicklung motorischer Fähigkeiten und begünstige allgemeine körperliche Passivität. Auch Essgewohnheiten und Schlafrhythmus stehen laut Gesundheitsbericht zunehmend unter dem Einfluss digitaler Angebote. Der Medienkonsum werde vielfach mit ungesunden Snacks oder Mahlzeiten verbunden. Die dauerhafte Reizüberflutung führe mitunter zu Schlafstörungen.
Zudem stellt der Kindergesundheitsbericht psychische Risiken des Medienkonsums heraus. Die Angebote könnten überfordern, Angst auslösen oder an gewaltsame Inhalte gewöhnen. Zudem bestehe der Verdacht, dass Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsspanne leiden, wenn Reizintensität und schnelle Bildfolgen im Alltag dominieren.
Die Stiftung Kindergesundheit unterstreicht, dass Risiken vor allem dann entstehen, wenn Medien unreflektiert, unbegleitet oder ohne klare zeitliche Begrenzung genutzt werden. Medien seien durchaus in der Lage, Zugang zu Wissen, Lerninhalten und sozialem Austausch zu bieten. Das gelte aber nur dann, wenn Kinder schrittweise und abhängig von Alter, Reifegrad und familiärer Unterstützung lernen, Medien verantwortungsvoll zu nutzen.
Überlastete Pädiatrie: Fachkräftemangel und strukturelle Defizite
Parallel zu den Medienrisiken dokumentiert der Kindergesundheitsbericht eine zunehmend problematische Versorgungssituation in der Pädiatrie. Kinderärzte arbeiten demnach vielfach unter Bedingungen, die die notwendige medizinische Betreuung erschweren oder verzögern. Demnach fehlen qualifizierte Fachkräfte - und die bestehenden Ausbildungsstrukturen reichen offensichtlich nicht aus, um den Bedarf zu decken.
Diese Engpässe betreffen sowohl die ambulante als auch die stationäre Versorgung. In Praxen fehlen Termine, und Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie kinderärztliche Kliniken stoßen laut den Angaben des Berichts in vielen Regionen an ihre Kapazitätsgrenzen. Dies bedeutet, dass Diagnostik, Therapie, Prävention und Beratung nicht immer zeitnah sichergestellt werden können. Zudem kritisiert die Stiftung eine unzureichende Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Finanzierungssystem. Wirtschaftliche Vorgaben erschweren es, den alters- und entwicklungsbezogenen Anforderungen gerecht zu werden.
Ergänzend weist der Bericht darauf hin, dass nicht alle notwendigen Medizinprodukte und kindgerechten Arzneimittel in ausreichender Form verfügbar sind. Damit ergeben sich Unterschiede beim Zugang zur Versorgung, abhängig davon, wo ein Kind lebt oder betreut wird. Besonders schwer wiegt laut Bericht, dass solche Defizite die Chancen auf gleichberechtigte Gesundheit und Teilhabe mindern.










