Berlin. Die Löhne in der Pflegebranche entwickeln sich weiter positiv. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands verdienen Pflegekräfte in Deutschland im Durchschnitt 23,70 Euro pro Stunde. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 4,9 Prozent. Damit setzt sich der Trend steigender Vergütungen in der stationären und ambulanten Langzeitpflege fort.
Die jährliche Erhebung basiert auf den Angaben der zugelassenen Pflegeeinrichtungen. Sie müssen nachweisen, dass sie ihre Beschäftigten nach Tarif oder auf einem gleichwertigen Vergütungsniveau bezahlen. Seit September 2022 ist diese Voraussetzung bindend, um weiterhin mit den Pflegekassen abrechnen zu dürfen.
Regionale Unterschiede in den Vergütungsniveaus
Die Auswertung des GKV-Spitzenverbands zeigt allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während die höchsten Stundenlöhne in Baden-Württemberg und Bayern gezahlt werden, liegen die niedrigsten Werte in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Der Verband betont, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Ost und West weiter verringert hätten, auch wenn sie weiterhin bestehen.
Zudem weist der GKV-Spitzenverband darauf hin, dass sich die Lohnsteigerungen regional unterschiedlich auswirken. In einigen Ländern mit ohnehin höheren Ausgangswerten fielen die Zuwächse geringer aus, in anderen Regionen mit niedrigeren Basiswerten dagegen überdurchschnittlich stark.
Entgeltlücke zwischen Fach- und Hilfskräften deutlich verringert
Die Vergütungsdaten machen laut GKV-Spitzenverband auch Unterschiede nach Qualifikationsgruppen sichtbar. Fachkräfte erhalten im Durchschnitt einen Stundenlohn von über 25 Euro, Pflegehilfskräfte durchschnittlich rund 20 Euro pro Stunde. Damit hat sich die Entgeltlücke zwischen beiden Gruppen leicht verringert, da Hilfskräfte stärker vom prozentualen Anstieg profitierten.
Diese Entwicklung spiegelt die fortgesetzten Bemühungen wider, die Entgelte in allen Pflegeberufen anzuheben und die Attraktivität der Pflege zu steigern. Der Verband sieht darin ein wichtiges Signal für die Sicherung der Pflegeversorgung.
Gestiegene Personalkosten sind Bestandteil der aktuellen Pflegesatzverhandlungen
Die gestiegenen Personalkosten beeinflussen nach Einschätzung des GKV-Spitzenverbands die Finanzierungsgrundlagen der Pflegeeinrichtungen. Höhere Löhne führen in der Regel zu steigenden Vergütungssätzen, die in den Verhandlungen mit den Kostenträgern berücksichtigt werden.
Der Verband betont, dass die gesetzlichen Vorgaben zur tariflichen Entlohnung die Transparenz und Vergleichbarkeit der Löhne verbessert haben. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Weitergabe der höheren Personalkosten an die Kostenträger und Pflegebedürftigen Bestandteil der aktuellen Pflegesatzverhandlungen ist.
Hintergrund: Tarifbindung als Voraussetzung für Verträge
Seit 2022 dürfen Pflegeeinrichtungen nur noch dann mit den Pflegekassen abrechnen, wenn sie tariflich oder tarifähnlich entlohnen. Diese Regelung war eine zentrale Maßnahme des Gesetzgebers zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Sie soll sicherstellen, dass Beschäftigte in der Langzeitpflege angemessen bezahlt werden und Lohndumping vermieden wird.
Der GKV-Spitzenverband erhebt die Daten jährlich, um die Auswirkungen dieser Regelung zu beobachten und den gesetzlichen Auftrag zur Veröffentlichung der Vergütungsniveaus umzusetzen. Die Zahlen dienen damit auch als Grundlage für künftige politische und tarifliche Entscheidungen im Pflegebereich.










