Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) schreitet voran. Laut Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet das digitale Angebot seit Beginn der Testphase bereits eine halbe Million aktive Nutzer. Rund 6.500 Logins pro Tag zählt aktuell TK-Safe, die ePA der Kasse. Besonders gefragt ist das sogenannte Datenabo, mit dem sich Gesundheitsdaten wie Diagnosen, Medikationspläne oder Impfinformationen automatisiert in die Akte speichern lassen.
„Die elektronische Patientenakte ist erfolgreich gestartet. Wir sehen, dass die Zugriffszahlen von Versicherten deutlich steigen“, sagt TK-Vorstandschef Dr. Jens Baas. Ein leichter Männerüberhang zeigt sich bei den Nutzungszahlen: 55 % der ePA-Nutzer sind männlich, 45 % weiblich.
Bundesweiter Rollout hat gestartet
Mit dem Ende der Pilotphase begann am 29. April der bundesweite Rollout. Künftig können Arztpraxen in ganz Deutschland auf die ePA zugreifen und medizinische Informationen wie Arztbriefe, Medikationsdaten oder Impfungen zentral in der Akte speichern. „Die bundesweite Anbindung der ePA an die Arztpraxen ist entscheidend für den Erfolg der Akte. Nur wenn die ePA gefüllt ist und sich als Teil des Behandlungsprozesses im Praxisalltag etabliert, kann die Akte ihr Potenzial für die medizinische Versorgung entfalten“, sagt Baas. Positive Rückmeldungen aus ärztlichen Praxen betreffen vor allem die digitale Medikationsliste, die potenzielle Wechselwirkungen schneller erkennbar macht.
ePA muss nutzerfreundlich sein
„Wichtig ist, dass die ePA in den Praxen nicht zum Zeitfresser wird, sondern komfortabel von Ärztinnen und Ärzten befüllt werden kann“, sagt Baas. „Hier sind auch die Praxissoftwarehersteller gefragt, die ePA nutzerfreundlich in die Systeme zu integrieren.“
Datensicherheit und Akzeptanz
Ein zentrales Element der Testphase war auch die Erprobung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der persönlichen Daten. Baas: „Gesundheitsdaten sind besonders sensibel, deshalb ist es wichtig, dass das System vor dem bundesweiten Rollout getestet und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt wurden.“
Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK hoch: 75 % der Befragten signalisierten grundsätzliches Interesse an der Nutzung der ePA. Auch die sogenannte Forschungsdatenspende, also die freiwillige Nutzung anonymisierter Gesundheitsdaten für Forschung und Prävention, stößt auf Zustimmung: 87 % der Befragten begrüßen diese Möglichkeit.
Die repräsentative Telefonumfrage wurde im Januar und Februar 2025 unter 2.052 Personen ab 18 Jahren durchgeführt.










