Unzufriedenheit mit Praxissoftware: Viele Praxen erwägen Systemwechsel

Ob Bedienung, Kosten oder Support – Praxisverwaltungssysteme stehen in Arzt- und Psychotherapiepraxen häufig in der Kritik. Eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigt, dass viele Nutzer über einen Systemwechsel nachdenken.

Rezepterstellung PVS

Ärzte und Psychotherapeuten zeigen sich häufig unzufrieden mit ihren Praxisverwaltungssystemen (PVS). Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) aus dem Jahr 2024 hervor, in die über 10.000 Bewertungen aus Arzt- und Psychotherapiepraxen eingeflossen sind. Die Ergebnisse präsentierte das Zi nun in einer neuen Visualisierung.

Wechselbereitschaft bei der Praxissoftware hoch

Im Fokus der Befragung standen Aspekte wie Usability, Fehleranfälligkeit, Servicequalität und Kosten. Es wurde deutlich, dass Nutzer, die mit ihrem System unzufrieden sind, eine hohe Bereitschaft zum Wechsel zeigen. Das galt besonders bei schlechten Bewertungen für Bedienbarkeit und Support. So reichte die Wechselbereitschaft je nach Anbieter von nur 4,8 % bei tomedo (Zollsoft) bis zu 76,5 % bei QMED.PRAXIS (Schwerdtner Medizin-Software).

Hinter dem Wunsch nach einem Systemwechsel stehen vor allem Unzufriedenheit mit dem Service des PVS-Anbieters oder Dienstleisters vor Ort sowie als unangemessen empfundene Kosten. Dabei variieren die Gründe je nach System. Bei QMED.PRAXIS etwa gaben 92 % der wechselwilligen Nutzer an, mit den Kosten unzufrieden zu sein, 76 % kritisierten den Service. Bei tomedo waren diese Werte niedriger (86 % bzw. 36 %).

Die Daten zeigen zudem, dass sich ein Wechsel lohnen kann: 86 % derjenigen, die bereits ein neues System eingeführt hatten, berichteten von signifikanten Verbesserungen.

Mittel zur Qualitätssicherung

Zi-Vorstand Dr. Dominik von Stillfried sieht in den Ergebnissen der Befragung einen wichtigen Hebel zur Qualitätssicherung: „Zahlreiche Hersteller von Praxisverwaltungssystemen nehmen die durch die Zi-Befragung höhere Markttransparenz erfreulicherweise zum Anlass, ihre jeweiligen Systeme gezielt zu verbessern.“

Daher könnten auch Nutzer, die ihrem System treu bleiben wollen, von Optimierungen profitieren. Stillfried erklärt, dass dem Zi daher eine einzelne Erhebung zur Nutzerzufriedenheit als nicht ausreichend erscheine, um diese Dynamik weiter zu fördern. Es sei nun eine jährliche Fortsetzung der Erhebung „als regelmäßige Information für Praxen aber auch als Feedback an die Hersteller“ geplant.

Nächste Umfrage um Mai

Das Zi startet daher Anfang Mai 2025 eine zweite Befragung in den Praxen. Damit will es die Ergebnisse aus 2024 zu aktualisieren. „Wir bitten die Praxen wieder um rege Beteiligung. Nur so können wir darstellen, was sich in der Praxissoftware verbessert oder verschlechtert hat“, sagt Stillfried.

Autor:
Stand:
05.05.2025
Quelle:

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland: Grafik des Monats April 2025

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