Berlin. Die Zahl der Videosprechstunden in der vertragsärztlichen Versorgung ist im zweiten Quartal 2025 deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Demnach wurde das telemedizinische Angebot im zweiten Quartal des vergangenen Jahrs im Vergleich zu den Vorquartalen wieder häufiger genutzt. Besonders in der hausärztlichen Versorgung sowie in ausgewählten fachärztlichen Disziplinen zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend.
Deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal
Nach Angaben des Zi weist der Trendreport für das zweite Quartal 2025 einen merklichen Zuwachs bei den Arzt-Patienten-Kontakten per Video aus. Während die Nutzung von Videosprechstunden nach dem Ende der pandemiebedingten Sonderregelungen zunächst rückläufig gewesen war, scheint sich das digitale Format nun wieder stärker zu etablieren.
Laut Trendreport stieg sowohl die absolute Zahl der abgerechneten Videosprechstunden als auch ihr Anteil an allen ambulanten Behandlungsfällen. Das Zi wertet hierfür vertragsärztliche Abrechnungsdaten aus dem gesamten Bundesgebiet aus. Die Auswertung erlaubt eine differenzierte Betrachtung nach Fachgruppen, Regionen und Leistungsarten.
Hausärztliche Versorgung als Treibe
Besonders ausgeprägt ist der Zuwachs im hausärztlichen Bereich. Hier greifen Praxen wieder häufiger auf das Instrument der Videosprechstunde zurück. Nach Angaben des Zi betrifft dies sowohl Verlaufskontrollen bei chronischen Erkrankungen als auch die Besprechung von Befunden oder Therapieanpassungen.
Die hausärztliche Versorgung spielt bei der Implementierung digitaler Angebote eine zentrale Rolle, da sie für viele Patienten die erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen darstellt. Die steigende Nutzung deutet nach Einschätzung des Zi darauf hin, dass Videosprechstunden zunehmend als ergänzendes Versorgungsinstrument verstanden werden und nicht ausschließlich als pandemiebedingte Ausnahmelösung.
Unterschiedliche Entwicklung in den Fachgruppen
Auch in verschiedenen fachärztlichen Disziplinen nahm die Zahl der Videosprechstunden zu. Das gelte insbesondere in den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie. Laut Zi stieg die Zahl der per Video erbrachten Kontakte auch in internistischen Fachgruppen. Dort wird das Format, ähnlich wie in der Hausarztpraxis, vor allem für Befundbesprechungen, Verlaufskontrollen bei chronischen Erkrankungen oder die Anpassung von Therapien genutzt. Demgegenüber bleibt der Anteil in Fachrichtungen mit stark untersuchungs- oder apparategebundenen Leistungen niedriger.
Nach Darstellung des Zi ist zudem eine regionale Variation erkennbar. In Ballungsräumen mit hoher Praxisdichte und gut ausgebauter digitaler Infrastruktur werden Videosprechstunden tendenziell häufiger genutzt als in ländlichen Regionen. Gleichwohl ist der Anstieg im zweiten Quartal 2025 bundesweit zu beobachten.
Zi: Videosprechstunde als ergänzendes Versorgungsformat etabliert
Der Trendreport ordnet die Zahlen von Anfang vergangenen Jahres in die längerfristige Entwicklung seit Beginn der COVID-19-Pandemie ein. Während der Pandemie war die Zahl der Videosprechstunden sprunghaft angestiegen, begünstigt durch befristete Sonderregelungen und eine hohe Nachfrage nach kontaktarmen Versorgungsangeboten. Nach dem Auslaufen dieser Sonderregelungen war die Nutzung zunächst deutlich zurückgegangen.
Die jetzt vorgestellten Daten deuten nach Angaben des Zi auf eine Stabilisierung auf einem höheren Niveau als vor der Pandemie hin. Zwar liegen die Werte unter den Spitzenwerten der Pandemiephase, sie übertreffen jedoch das Niveau der Jahre vor 2020 deutlich. Das Zi wertet dies als Hinweis darauf, dass sich die Videosprechstunde als ergänzendes Versorgungsformat etabliert hat.










