KBV: Neue Patienteninformation für Menschen mit psychischen Belastungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat eine neue Patienteninformation für Menschen mit psychischen Belastungen veröffentlicht. Drei Infoblätter unterstützen Betroffene dabei, erste Schritte zu gehen, passende Therapieformen zu finden und sich im Versorgungssystem besser zurechtzufinden.

Patienteninformation

Berlin. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine dreiteilige Patienteninformation herausgegeben, die sich speziell an Menschen mit psychischen Belastungen richtet. Ziel ist es, Betroffene niedrigschwellig zu informieren, zu motivieren und zu begleiten – vom ersten Anzeichen psychischer Probleme bis zur Auswahl einer geeigneten Therapieform. Die Materialien sind zur Auslage in Arztpraxen bestimmt und sollen Ärzte in ihrer Aufklärungsarbeit unterstützen.

Erster Schritt: Hilfe suchen – die Checkliste für den Einstieg

Das erste der drei neuen Informationsblätter trägt den Titel „Was tun bei psychischen Belastungen? Checkliste: Erste Schritte zur Behandlung“. Es richtet sich direkt an Patienten und vermittelt praxisnah, wie der Weg zur Hilfe aussehen kann. Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Schritte: 

  1. Der ärztliche Erstkontakt zur Abklärung möglicher körperlicher Ursachen
  2. Die Suche nach einem Psychotherapieplatz: online über die Plattform www.psychotherapiesuche.116117.de oder telefonisch über die Terminservicestelle unter der Nummer 116117
  3. Der Besuch einer psychotherapeutischen Sprechstunde, die als verpflichtender Einstieg in jede weitere Behandlung dient

Zudem wird auf alternative Unterstützungsangebote wie Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen hingewiesen. Die KBV betont dabei, dass für den Besuch einer psychotherapeutischen Sprechstunde keine Überweisung notwendig ist und die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen. 

Therapieformen im Überblick: Was passt zu mir?

Ein weiteres Infoblatt widmet sich der Frage: „Ambulante Psychotherapie: Welche Therapieform passt zu mir?“. Hier werden die von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannten Verfahren kurz dargestellt: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie analytische Psychotherapie. Das Infoblatt gibt Einblick in die Grundprinzipien dieser Methoden und zeigt auf, wie sie sich in Ansatz, Zielsetzung und Dauer unterscheiden.

So zielt die Verhaltenstherapie beispielsweise auf die aktive Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern, während die tiefenpsychologisch fundierte Therapie unbewusste Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen aufdeckt. Die analytische Psychotherapie hingegen ist meist längerfristig angelegt und bearbeitet grundlegende Lebensthemen. Das Infoblatt unterstreicht, dass keine Therapieform besser sei: entscheidend ist vielmehr, was individuell passt. Patienten ermutigt das Infoblatt, gemeinsam mit Therapeuten herauszufinden, welche Methode ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

Versorgungsangebote im Überblick: Orientierung im Hilfesystem

Das dritte Informationsblatt trägt den Titel „Psychotherapeutische Versorgungsangebote: Was tun bei psychischen Belastungen?“ und gibt einen kompakten Überblick Strukturen und Zugangswege im psychotherapeutischen Versorgungssystem. Es beschreibt Formen der psychotherapeutischen Unterstützung wie reguläre Psychotherapie, psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung, Gruppentherapie sowie Online-Angebote.

Auch über Wartezeiten informiert das Dokument realistisch, ohne zu entmutigen. Die KBV empfiehlt, parallel zu individuellen Psychotherapieplätzen auch Präventionsangebote wie Entspannungskurse oder professionelle Beratungsangebote psychosozialer Dienste zu nutzen. Ziel ist es, Betroffenen so früh und so breit gefächert wie möglich Hilfe zu bieten.

KBV-Patienteninformation psychische Belastungen: Bestellung der Materialien

Ärzte, die die neuen Informationsblätter in ihren Praxen auslegen möchten, können diese kostenlos über das Bestellportal der KBV beziehen. Die Patienteninformationen stehen unter https://www.kbv.de/infothek/publikationen/patienteninformationen auch als PDF zum Download bereit. Gedruckte Exemplare können über die KBV-Medienbestellung bestellt werden.

Autor:
Stand:
18.07.2025
Quelle:

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): 

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