Eine italienische Forschergruppe führte eine umfassende Literaturrecherche durch, in der sie Artikel der letzten zwanzig Jahre berücksichtigten, die sich mit dem Zusammenhang zwischen physischen Einflüssen und männlicher Fruchtbarkeit beschäftigten. Ihr Ziel war es, die vorhandene Literatur zu diesem Thema zusammenzufassen und dabei Veränderungen der Spermienparameter und des Hormonprofils zu bewerten. Sie suchten hierbei sowohl nach bekannten Risikofaktoren, wie Hitze und Strahlung, als auch nach Faktoren, wie körperliche Anstrengung, psychischer Stress und sitzende Tätigkeiten. Anschließend analysierten sie die Ergebnisse der ausgewählten Studien, um mögliche Zusammenhänge zwischen diesen physischen Einflüssen und männlicher Unfruchtbarkeit herauszuarbeiten.
Hitzeexposition
Es zeigte sich, dass Hitzeexposition, wie bei Bäckern in Saudi-Arabien oder Stahlarbeitern, die Spermienparameter beeinträchtigen kann. Interessanterweise war die Beeinträchtigung der Spermienqualität durch Hitze reversibel, sobald die Hitzeexposition aufhörte.
Körperlicher Stress
Starker körperlicher Stress kann ebenfalls negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Beispielsweise wurden bei Höhenbergsteigern über 2000 Meter über dem Meeresspiegel vermehrte Spermienschäden beobachtet. Auch bei professionellen Sportlern wie Fußball- und Rugbyspielern wurden erhöhte Neutrophilen- und Superoxiddismutase-Werte nach Spielen und während der Saison festgestellt.
Die Rolle von Strahlung
Die Studie untersuchte auch den Einfluss von Strahlung auf die männliche Fruchtbarkeit. Hier zeigte sich, dass permanente Unfruchtbarkeit bei einer Strahlendosis von 3-5 Gray (Gy) möglich ist. Allerdings ist eine vollständige Erholung innerhalb von 18 Monaten bei einer Dosis von weniger als 1 Gy oder in 5 Jahren oder mehr bei einer Dosis von 4-6 Gy möglich.
Sitzende Tätigkeit und Stress
Sedentäre Arbeit und Stress sind weitere Faktoren, die sich negativ auf die männliche Fruchtbarkeit auswirken können. Beispielsweise wurde bei Männern, die mindestens zwei stressige Lebensereignisse im vergangenen Jahr erlebt hatten, eine geringere Spermienzahl und -konzentration festgestellt.
Weitere Forschung erforderlich
Obwohl die Ergebnisse Zusammenhänge zwischen physischen Einflüssen und männlicher Unfruchtbarkeit nahelegen, ist die Evidenz der Studien nicht ausreichend. Durch die Untersuchung und Zusammenfassung der Ergebnisse konnten die Forscher jedoch Hinweise auf die Auswirkungen der verschiedenen physischen Faktoren auf die männliche Fruchtbarkeit sammeln und bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es, zukünftige Forschungsarbeiten zu planen und möglicherweise Schutzmaßnahmen für betroffene Arbeitnehmergruppen zu entwickeln.









