Anidulafungin

Anidulafungin ist ein Echinocandin-Antimykotikum, das die Synthese von Beta-1,3-D-Glucan, einer essenziellen Komponente der Pilzzellwand, inhibiert. Es ist besonders wirksam gegen Candida- und Aspergillus-Arten und wird hauptsächlich zur Behandlung invasiver Pilzinfektionen eingesetzt.

Anidulafungin

Anwendung

Anidulafungin ist angezeigt zur Behandlung von invasiver Candidiasis.

Anwendungsart

Anidulafungin ist zur intravenösen Anwendung vorgesehen.

Wirkmechanismus

Anidulafungin ist ein Antimykotikum aus der Klasse der Echinocandine, deren Wirkmechanismus auf der Hemmung der Synthese von Beta-1,3-D-Glucan abzielt. Beta-1,3-D-Glucan ist ein essenzieller Bestandteil der Pilzzellwand und verantwortlich für deren strukturelle Integrität und Stabilität.

Der Wirkmechanismus von Anidulafungin beruht auf der selektiven Hemmung des Enzyms 1,3-Beta-D-Glucan-Synthase. Dieses Enzym katalysiert die Bildung von Beta-1,3-D-Glucan-Polymeren aus UDP-Glucose, die anschließend in die Zellwand eingebaut werden. Durch die Blockade der 1,3-Beta-D-Glucan-Synthase verhindert Anidulafungin die Entstehung von Beta-1,3-D-Glucan und somit die Aufrechterhaltung der Zellwandstruktur. Die resultierende Schwächung der Pilzzellwand führt zu osmotischem Stress und schließlich zum Zerfall der Zelle.

Anidulafungin besitzt eine hohe Selektivität für Pilzzellen, da Beta-1,3-D-Glucan in menschlichen Zellen nicht vorkommt. Daher ist das Risiko einer Toxizität und Nebenwirkungen bei der Anwendung reduziert. Die Substanz zeigt besonders gute Wirksamkeit gegenüber Candida- und Aspergillus-Arten, einschließlich einiger resistenter Stämme.

Dosierung

Die Initialdosis beträgt für Erwachsene am ersten Behandlungstag 200 mg Anidulafungin, danach wird die Dosis auf täglich 100 mg reduziert. Die Therapiedauer orientiert sich am Patientenansprechen, wobei die Behandlung mindestens 14 Tage nach dem letzten positiven Kulturergebnis fortgesetzt werden sollte.

Daten zur Behandlungsdauer von über 35 Tagen mit der 100-mg-Dosis sind begrenzt. Für Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (≥ 1/10) kommt es bei der Anwendung von Anidulafungin zu:

Wechselwirkungen

Anidulafungin ist weder ein klinisch bedeutsames Substrat noch ein Induktor oder Hemmer von Cytochrom-P450-Isoenzymen. Dennoch können In-vitro-Studien mögliche Wechselwirkungen in vivo nicht gänzlich ausschließen. Wechselwirkungsstudien wurden mit Anidulafungin und anderen Arzneimitteln durchgeführt, die als Kombinationstherapie infrage kommen.

Kontraindikationen

Anidulafungin darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des jeweiligen Arzneimittels
  • Überempfindlichkeit gegen andere Arzneimittel aus der Klasse der Echinocandine

Anwendungshinweise

  • Anidulafungin wurde nicht bei Patienten mit Candida-Endokarditis, -Osteomyelitis oder -Meningitis getestet.
  • Außerdem wurde die Wirksamkeit lediglich bei einer eingeschränkten Anzahl von Patienten mit Neutropenie untersucht.
  • Die Anwendung bei Neugeborenen (unter 1 Monat alt) wird nicht empfohlen.
  • Erhöhte Leberenzymwerte wurden bei gesunden Probanden und Patienten festgestellt. Patienten mit schweren Grunderkrankungen und Begleitmedikationen können klinisch relevante Leberfunktionsstörungen erleiden, wobei Hepatitis und Leberversagen gelegentlich auftreten.
  • Bei erhöhten Leberenzymwerten sind Kontrollen und Nutzen-Risiko-Abwägungen notwendig.
  • Anidulafungin kann zu anaphylaktischen Reaktionen, einschließlich Schock, führen. Bei Auftreten solcher Reaktionen sollte Anidulafungin abgesetzt und eine angemessene Therapie eingeleitet werden.
  • Reaktionen wie Hautausschlag, Urtikaria, Hautrötung, Pruritus, Dyspnoe, Bronchospasmen und Hypotonie können auftreten, sind jedoch selten, wenn die Infusionsgeschwindigkeit von 1,1 mg/min eingehalten wird.

Alternativen

Zur Behandlung der invasiven Candidiasis können verschiedene Wirkstoffe aus unterschiedlichen Arzneimittelklassen eingesetzt werden. Dazu gehören:

  1. Echinocandine:

  2. Polyene:

    • Amphotericin B (konventionelle Formulierung oder liposomale Formulierung)
  3. Azole:

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
1140.24 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 32.0 H
Q0-Wert:
0.99
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4 Präparate mit Anidulafungin