Buspiron

Buspiron ist ein Anxiolytikum, das an Serotonin-Rezeptoren (5-HT1A) agonistisch wirkt und somit die Serotonin-Neurotransmission moduliert. Es wird vorrangig zur Behandlung von generalisierten Angststörungen eingesetzt und beeinflusst im Gegensatz zu vielen anderen Anxiolytika nicht direkt das GABAerge System.

Buspiron

Anwendung

Der partielle 5-HT1A-Agonist Buspiron wird zur Behandlung der generalisierten Angststörung angewendet.

In Deutschland ist kein Präparat mit dem Wirkstoff auf dem Markt.

Wirkmechanismus

Buspiron ist ein Anxiolytikum, dessen Wirkmechanismus sich signifikant von dem klassischer Anxiolytika wie Benzodiazepinen unterscheidet. Buspiron wirkt primär als Agonist an Serotonin-1A (5-HT1A) Rezeptoren im Gehirn. Durch diese spezifische Rezeptorbindung fördert Buspiron die Neurotransmission von Serotonin, einem Schlüsselneurotransmitter, der in die Regulation von Stimmung, Angst und Schlaf involviert ist. Im Gegensatz zu Benzodiazepinen hat Buspiron keine direkte Wirkung auf GABA-Rezeptoren, was zu einem unterschiedlichen Nebenwirkungsprofil führt, insbesondere dem Fehlen einer sedierenden Komponente und eines geringeren Risikos für Abhängigkeit und Toleranzentwicklung.

Dosierung

Dosierung für Erwachsene (ab 18 Jahre):

  • Anfangsdosis: 5 mg dreimal täglich
  • Die Tagesdosis kann auf 20 bis 30 mg Buspiron erhöht werden, aufgeteilt in mehrere Einzeldosen.
  • Maximale Dosierung: Nicht mehr als 60 mg Buspiron pro Tag.
  • Eine Einzeldosis von 30 mg sollte nicht überschritten werden.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen unter Buspiron sind:

  • Benommenheit
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Schwindelgefühl
  • Erregung
  • Schwitzen
  • feuchte Hände

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungensind bei der Anwendung von Buspiron zu beachten:

Kontraindikationen

Buspiron darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlich gegen den Wirkstoff
  • schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • akutem Engwinkelglaukom (grüner Star)
  • Myasthenia gravis

Schwangerschaft

Buspiron sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden, da beim Menschen keine Erfahrungen vorliegen. Experimentelle Studien haben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben.

Stillzeit

Unter der Therapie mit Buspiron soll nicht gestillt werden, da über die Wirkung des Präparates beim Säugling nichts bekannt ist.

Verkehrstüchtigkeit

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Buspiron, besonders zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosisänderung, das Reaktionsvermögen so verändern kann, dass die Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt wird.

Obwohl Buspiron im Vergleich zu anderen Anxiolytika eine geringere sedative Wirkung hat und keine signifikante psychomotorische Beeinträchtigung verursacht, sind die Auswirkungen auf das Zentralnervensystem individuell unterschiedlich. Patienten sollten daher vorsichtig sein und auf das Führen von Fahrzeugen oder das Bedienen von Maschinen verzichten, bis sie sicher sind, dass Buspiron ihre Fähigkeiten nicht beeinträchtigt.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Buspiron zu beachten:

  • Keine Kreuztoleranz mit Benzodiazepinen/Sedativa: Buspiron kann Entzugssymptome von Benzodiazepinen und anderen sedierenden Medikamenten nicht lindern. Vor Beginn einer Therapie mit Buspiron sollten solche Medikamente daher schrittweise reduziert werden, besonders bei langfristiger Einnahme von ZNS-dämpfenden Arzneimitteln.
  • Nicht bei bekannter Krampfanfälligkeit: Patienten mit einer Vorgeschichte von Krampfanfällen sollten Buspiron nicht verwenden.
  • Überwachung: Obwohl Studien kein erhöhtes Risiko für Gewöhnung oder Abhängigkeit zeigen, ist eine sorgfältige Überwachung während der Anwendung von Buspiron ratsam.
  • Nicht für Kinder und Jugendliche: Die Anwendung von Buspiron bei Personen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen, da für diese Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.
  • Keine Anpassung nach Alter oder Geschlecht erforderlich: Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass keine Änderung der Dosierung aufgrund des Alters oder Geschlechts des Patienten notwendig ist.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
385.5 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 2.5 H
Q0-Wert:
1.0
Kindstoff(e):
Autor:
Stand:
12.03.2024
Quelle:
  1. Benkert, Otto, et al. "Buspiron." Pocket Guide Psychopharmaka von A bis Z (2010): 37-38.
  2. Volz, Hans-Peter. Buspiron (Bespar®): Profil Eines Anxiolytikums. Springer-Verlag, 2013.
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
2 Präparate mit Buspiron