Cabazitaxel

Cabazitaxel ist ein Mikrotubuli-inhibierendes Taxan-Derivat, das in der Onkologie zur Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms nach Vorbehandlung mit Docetaxel eingesetzt wird.

Cabazitaxel

Anwendung

Cabazitaxel wird zusammen mit Prednison oder Prednisolon zur Therapie von erwachsenen Patienten angewendet, die an einem fortgeschrittenen, gegen eine Hormontherapie resistentem Prostatakarzinom leiden und bereits mit Docetaxel behandelt wurden.

Wirkmechanismus

Cabazitaxel ist ein Zytostatikum aus der Klasse der Taxane und wirkt als Mikrotubuli-Dynamik-Inhibitor. Es bindet an die Beta-Untereinheit von Tubulin in den Mikrotubuli, was eine Stabilisierung der Mikrotubuli bewirkt und damit die normale dynamische Reorganisation des Mikrotubuli-Netzwerks stört, das für vitale zelluläre Funktionen benötigt wird. Auf diese Weise kommt es zu einer Hemmung der Mitose und Proliferation der Zellen, einschließlich der sich schnell teilenden Krebszellen, und letztendlich zur Apoptose.

Dosierung

Die übliche Dosis von Cabazitaxel beträgt 25 mg/m2, die als einstündige intravenöse Infusion alle drei Wochen verabreicht wird. Die Therapie wird zusammen mit einer täglichen oralen Einnahme von 10 mg Prednison oder Prednisolon über den gesamten Behandlungszeitraum durchgeführt.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen:

  • Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Gesamt-Bilirubin >1 bis ≤1,5 x ULN oder AST > 1,5 x ULN) wird eine reduzierte Cabazitaxel-Dosis von 20 mg/m2 empfohlen.
  • Bei mäßiger Beeinträchtigung (Gesamt-Bilirubin > 1,5 bis ≤ 3,0x ULN) sollte die Dosis 15 mg/m2 nicht überschreiten.
  • Cabazitaxel ist bei schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Cabazitaxel sind:

Wechselwirkungen

Bei der Anwendung von Cabazitaxel müssen folgende Wechselwirkungen beachtet werden:

  • Eine gleichzeitige Verabreichung mit starken CYP3A-Inhibitoren sollte vermieden werden, da sie die Plasmakonzentration von Cabazitaxel erhöhen können.
  • Sollte eine Kombination mit starken CYP3A-Inhibitoren unumgänglich sein, sind engmaschige Toxizitätsüberwachung und eine eventuelle Dosisreduktion von Cabazitaxel erforderlich.
  • Die gleichzeitige Verabreichung mit starken CYP3A-Induktoren sollte ebenfalls vermieden werden, da sie die Plasmakonzentration von Cabazitaxel reduzieren können.

Kontraindikationen

Cabazitaxel darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Cabazitaxel oder gegen andere Taxane
  • einer Neutrophilenzahl kleiner als 1.500/mm³
  • schwer eingeschränkter Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin >3-fache ULN)
  • gleichzeitiger Impfung mit einem Gelbfieberimpfstoff

Schwangerschaft

Cabazitaxel ist für die Behandlung von Frauen nicht indiziert.

Es gibt keine Informationen über die Verwendung von Cabazitaxel bei schwangeren Frauen. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass bei Muttertieren, die mit toxischen Dosen behandelt wurden, eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzungsfähigkeit auftrat. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass Cabazitaxel die Plazentaschranke überwindet und somit das Ungeborene erreichen kann. Wie andere zytotoxische Arzneimittel kann auch Cabazitaxel bei schwangeren Frauen Embryoschäden verursachen.

Stillzeit

Die zur Verfügung stehenden pharmakokinetischen Daten bei Tieren zeigen, dass Cabazitaxel und seine Metaboliten in die Milch übergehen.

Verkehrstüchtigkeit

Cabazitaxel kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen, da es Fatigue (starke Müdigkeit) und Schwindel verursachen kann. Es ist wichtig, den Patienten zu raten, während der Behandlung nicht aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen und keine Maschinen zu bedienen, wenn sie diese Nebenwirkungen an sich beobachten.

Alternativen

Behandlungsalternativen zu Cabazitaxel bei metastasiertem Prostatakrebs können je nach individuellem Fall und Krankheitsstadium variieren. Einige mögliche Alternativen sind:

  • Hormontherapien wie GnRH-Agonisten oder Antiandrogene können eingesetzt werden, um das Wachstum von Prostatakrebszellen zu hemmen, indem sie die Produktion oder Wirkung von männlichen Hormonen reduzieren.
  • Andere Chemotherapeutika wie Docetaxel oder Mitoxantron, die zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt werden können.
  • Zielgerichtete Therapien: Medikamente wie Abirateron oder Enzalutamid können gezielt auf bestimmte Moleküle oder Signalwege abzielen, die für das Wachstum von Prostatakrebszellen wichtig sind.
  • Immuntherapeutika wie Sipuleucel-T können das körpereigene Immunsystem stimulieren, um Krebszellen zu erkennen und anzugreifen.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
835.93 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 95.0 H
Q0-Wert:
0.98
Autor:
Stand:
15.07.2023
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