Chikungunya-Virus

Das Chikungunya-Virus ist die Grundlage für die aktuell verfügbaren Chikungunya-Impfstoffe. Diese sind indiziert zur Prävention der durch das Chikungunya-Virus verursachten Erkrankung bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko. Dies betrifft insbesondere Reisende in Endemiegebiete und Laborpersonal mit potenziellem Kontakt zum Virus.

Anwendung

Der unter dem Handelsnamen VIMKUNYA verfügbare Chikungunya-Impfstoff ist indiziert für die aktive Immunisierung von Personen ab 12 Jahren zur Prävention einer Erkrankung, die durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) verursacht wird. Die Anwendung dieses Impfstoffs soll nach den offiziellen Empfehlungen erfolgen.

Anwendungsart

Der Chikungunya-Impfstoff wird intramuskulär in den Deltamuskel verabreicht. Eine Verabreichung in die Vene, unter die Haut oder in die Haut ist nicht zulässig. Die Fertigspritze muss unmittelbar vor der Anwendung kräftig geschüttelt werden, um eine homogene Suspension sicherzustellen.

Wirkmechanismus

Der Chikungunya-Impfstoff VIMKUNYA ist ein rekombinanter Protein-Impfstoff, der virusähnliche Partikel (VLP) enthält. Diese VLP sind nicht vermehrungsfähig, können keine Zellen infizieren und lösen keine Erkrankung aus. Der genaue Mechanismus des Impfschutzes ist bislang nicht abschließend geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass der Impfstoff durch die Induktion neutralisierender Antikörper gegen die strukturellen Proteine C, E1 und E2 des Chikungunya-Virus (CHIKV) wirkt. Diese Antikörper binden an das Virus und verhindern dessen Eintritt in Wirtszellen. Das zugesetzte Adjuvans verstärkt die Immunantwort auf die enthaltenen Virusproteine.

Pharmakokinetik

Für den Chikungunya-Impfstoff VIMKUNYA ist eine pharmakokinetische Beschreibung im klassischen Sinn nicht verfügbar.

Dosierung

  • Standarddosierung: Es wird eine einmalige intramuskuläre Injektion von 0,8 ml des Chikungunya-Impfstoffs verabreicht.
  • Ältere Patienten (≥65 Jahre): Eine Dosisanpassung ist bei älteren Personen nicht erforderlich.
  • Kinder und Jugendliche: Für Kinder unter 12 Jahren liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vor; eine Anwendung wird daher nicht empfohlen.

Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen, die während einer Therapie mit dem Chikungunya-Impfstoff auftreten können, zählen:

  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Ermüdung/Fatigue
  • Schüttelfrost
  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • Myalgie
  • Arthralgie
  • Übelkeit

Wechselwirkungen

Folgende Informationen zu Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von dem Chikungunya-Impfstoff zu beachten: 

  • Es wurden bislang keine Studien zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln durchgeführt.
  • Die gleichzeitige Verabreichung mit anderen Impfstoffen wurde nicht untersucht. Eine kombinierte Anwendung sollte daher nur mit Vorsicht und unter ärztlicher Abwägung erfolgen.

Kontraindikationen

Die Anwendung von dem Chikungunya-Impfstoff ist generell kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

Schwangerschaft

Zur Anwendung des Chikungunya-Impfstoffs in der Schwangerschaft liegen nur begrenzte Daten vor. Tierstudien zeigen keine Hinweise auf eine Schädigung des Embryos, allerdings ist die Relevanz beobachteter postnataler Effekte unklar.

Stillzeit

Es ist derzeit nicht bekannt, ob der Chikungunya-Impfstoff in die Muttermilch übergeht. Ein potenzielles Risiko für das gestillte Kind kann daher nicht ausgeschlossen werden.

Verkehrstüchtigkeit

Der Chikungunya-Impfstoff kann vorübergehend Nebenwirkungen wie Schwindel oder Unwohlsein verursachen, die die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können. Spezifische Studien hierzu liegen nicht vor, daher sollten geimpfte Personen selbst einschätzen, ob sie fahrtüchtig sind.

Anwendungshinweise

Bei der Anwendung von dem Chikungunya-Impfstoff sind folgende Warnhinweise zu beachten:

  • Akute allergische Reaktionen: Nach der Impfung kann es in seltenen Fällen zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie) kommen. Eine sofortige medizinische Notfallversorgung muss verfügbar sein.
  • Immungeschwächte Personen: Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit eingeschränkter Immunfunktion oder unter immunsuppressiver Therapie wurde nicht untersucht. Die Immunantwort kann bei diesen Personen vermindert sein.
  • Angstbedingte Impfreaktionen: Infolge der Injektion können vasovagale Reaktionen wie Ohnmacht, Hyperventilation oder andere stressbedingte Symptome auftreten. Vorbeugende Maßnahmen sollten getroffen werden, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Akute Erkrankungen: Die Impfung sollte bei akut schwer erkrankten oder fieberhaften Personen verschoben werden. Leichte Infekte oder subfebrile Temperaturen stellen hingegen keinen Hinderungsgrund dar.
  • Blutungsneigung und Gerinnungsstörungen: Bei Personen mit Thrombozytopenie, Blutgerinnungsstörungen oder unter Antikoagulation ist Vorsicht geboten, da es durch die intramuskuläre Injektion zu Blutungen oder Hämatomen kommen kann.
  • Impfstoffwirksamkeit: Ein vollständiger Schutz ist nicht bei allen Geimpften gewährleistet. Persönliche Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen sollten auch nach der Impfung weiterhin konsequent angewendet werden.

Alternativen

Derzeit ist der Chikungunya-Impfstoff die einzige zugelassene präventive Maßnahme gegen das Chikungunya-Virus. Weitere Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung, jedoch sind keine anderen Produkte derzeit verfügbar.

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Stand:
05.08.2025
Quelle:
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