Danazol
Danazol ist ein synthetisches Steroid mit antigonadotroper und antiöstrogener Wirkung, das hauptsächlich zur Behandlung von Endometriose, fibrozystischer Brusterkrankung und hereditärem Angioödem eingesetzt wird. Durch die Unterdrückung der Hypophysen-Gonaden-Achse moduliert es die Hormonproduktion und lindert damit die Symptome der genannten Erkrankungen.
Danazol: Übersicht

Anwendung
Danazol ist für die Behandlung von Endometriose, fibrozystischer Brusterkrankung und hereditärem Angioödem zugelassen.
Seit 2005 gibt es in Deutschland keine Medikamente mehr, die den Wirkstoff Danazol enthalten. Dies folgte der Entscheidung des Herstellers, aufgrund einer ungünstigen Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses der oralen Darreichungsform, keine Verlängerung der Zulassung zu beantragen.
Wirkmechanismus
Danazol ist ein synthetisches Derivat des Ethisterons, das sich durch seine antigonadotrope und antiöstrogene Wirkung auszeichnet. Es unterdrückt die Ausschüttung der Gonadotropine LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) durch direkte Wirkung auf die Hypophyse, was zu einer Reduktion der ovariellen Östrogenproduktion führt. Diese Suppression der Hypophysen-Gonaden-Achse resultiert in einer verminderten Sekretion von Sexualhormonen, was die Symptome östrogenabhängiger Erkrankungen wie Endometriose und fibrozystischer Brusterkrankung lindert.
Darüber hinaus wirkt Danazol direkt auf das Endometrium, indem es eine atrophische Veränderung bewirkt, die zur Schmerzlinderung und Reduktion von Endometrioseherden beiträgt. Bei hereditärem Angioödem erhöht Danazol die Konzentrationen von C1-Esterase-Inhibitor im Plasma, was die Häufigkeit und Schwere der Ödemanfälle reduziert.
Danazol zeigt auch immunmodulatorische Effekte, indem es die Produktion von Immunglobulinen unterdrückt, was bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen der Brust von Nutzen sein kann. Durch diese vielfältigen Wirkmechanismen bietet Danazol eine effektive Behandlungsoption für spezifische, hormonabhängige Erkrankungen, indem es die zugrunde liegenden pathophysiologischen Prozesse direkt beeinflusst.










