Dexlansoprazol
Dexlansoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer, der zur Behandlung von Sodbrennen, Refluxkrankheit und Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt wird. Es handelt sich um das R-Enantiomer von Lansoprazol.
Dexlansoprazol : Übersicht

Anwendung
Dexlansoprazol (Dexilant) ist das R-Enantiomer von Lansoprazol und bei Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren indiziert für die:
- Behandlung der erosiven Refluxösophagitis
- Erhaltungstherapie bei abgeheilter erosiver Refluxösophagitis und Erhaltungstherapie bei der Linderung von Sodbrennen
- kurzzeitige Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei symptomatischer nicht-erosiver gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD)
Anwendungsart
Im Unterschied zu Lansoprazol befindet sich Dexlansoprazol in Form von Hartkapseln mit veränderter Wirkstoffreisetzung (Dual Delayed Release (DDR)-Formulierung) auf dem Markt. Lansoprazol ist in Standardformulierungen mit schneller Freisetzung im Handel.
Wirkmechanismus
Dexlansoprazol ist ein Protonenpumpeninhibitor (PPI) und hemmt die Aktivität der H+/K+-ATPase in den Parietalzellen des Magens, was zur Hemmung der Magensäureproduktion führt. Dieser Effekt ist dosisabhängig und reversibel, und wirkt auf die basale als auch auf die stimulierte Magensäuresekretion. Dexlansoprazol wird in den Parietalzellen angereichert und in ihrer sauren Umgebung aktiviert, wodurch es mit der Sulfhydryl-Gruppe der H+/K+-ATPase reagiert und dadurch die Enzymaktivität inhibiert.

Pharmakokinetik
Resorption
- Dexilant mit zweifach retardierter Technologie führt zu einem Konzentrations-Zeit-Profil mit zwei unterschiedlichen Spitzen.
- Erste Spitze tritt 1-2 Stunden nach der Verabreichung auf, gefolgt von einer zweiten Spitze innerhalb von 4-5 Stunden.
- Mittlere Cmax- und AUC-Werte von Dexlansoprazol nehmen nach oraler Gabe proportional zur Dosis zu.
- Maximale Plasmaspiegel werden innerhalb von 4 bis 6 Stunden erreicht.
Verteilung
- Plasmaproteinbindung von Dexlansoprazol beträgt bei gesunden Probanden 96,1% bis 98,8%.
- Keine Konzentrationsabhängigkeit bei Konzentrationen von 0,01 bis 20 μg pro ml.
- Scheinbares Verteilungsvolumen bei symptomatischen GERD-Patienten nach mehreren Dosen beträgt 40,3 Liter.
Biotransformation
- Dexlansoprazol unterliegt einem ausgeprägten Lebermetabolismus durch Oxidation, Reduktion und nachfolgender Bildung von Sulfat-, Glucuronid- und Glutathion-Konjugaten hin zu inaktiven Metaboliten.
- Durch das Cytochrom-P450-Enzym-System (CYP) einschließlich einer Hydroxylierung hauptsächlich durch CYP2C19 und Oxidation zum Sulfon durch CYP3A4 entstehen oxidative Metabolite.
- Systemische Exposition von Dexlansoprazol ist in der Regel bei intermediären Metabolisierern und langsamen Metabolisierern höher.
- Bei intermediären und schnellen CYP2C19-Metabolisierern sind die Plasma-Hauptmetabolite 5-Hydroxy-Dexlansoprazol und sein Glucuronidkonjugat, während bei langsamen CYP2C19-Metabolisieren Dexlansoprazol-Sulfon der vorherrschende Plasmametabolit ist.
Elimination
- Nach der Verabreichung von Dexilant wird kein unverändertes Dexlansoprazol im Urin ausgeschieden.
- Ca. 50,7% der verabreichten Radioaktivität wurden im Urin und 47,6% mit den Fäzes ausgeschieden.
- Die scheinbare Clearance bei gesunden Probanden betrug 11,4-11,6 l/h nach 5-tägiger einmal täglicher Verabreichung von 30 bzw. 60 mg.
Linearität/Nicht-Linearität
- Dexlansoprazol-Cmax- und AUC-Werte steigen über den gesamten Dosisbereich etwa proportional zur Dosis an.
- Pharmakokinetik von Dexlansoprazol ist sowohl dosis- als auch zeitunabhängig.
- Geschätzte terminale Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 1-2 Stunden.
- Nach einmal täglicher Verabreichung von Dexlansoprazol wird nur eine geringe oder keine Akkumulation des Wirkstoffs beobachtet.
Dosierung
Behandlung der erosiven Refluxösophagitis
Erwachsene und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren
- Empfohlene Dosis: 60 mg einmal täglich über 4 Wochen
- Fortsetzung der Behandlung mit der gleichen Dosis für weitere 4 Wochen bei unvollständiger Heilung
Erhaltungstherapie bei abgeheilter erosiver Refluxösophagitis und Erhaltungstherapie bei der Linderung von Sodbrennen
Erwachsene
- Empfohlene Dosis bei verlängerte Unterdrückung der Säurebildung: 30 mg einmal täglich für bis zu 6 Monate
Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren
- Empfohlene Dosis: 30 mg einmal täglich
- Kein bestimmter Behandlungszeitraum festgelegt; Entscheidung sollte individuell vom Arzt getroffen werden
Symptomatische nicht-erosive gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
Erwachsene und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren
- Empfohlene Dosis: 30 mg einmal täglich für bis zu 4 Wochen
Schwangerschaft
Es gibt bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dexlansoprazol bei Schwangeren. Tierexperimentelle Studien haben keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen gezeigt. Trotzdem wird empfohlen, während der Schwangerschaft vorsichtig zu sein und die Anwendung zu vermeiden.
Stillzeit
Es ist unklar, ob Dexlansoprazol in die Muttermilch gelangt. Tierversuche haben gezeigt, dass Lansoprazol in die Milch ausgeschieden wird und ein Risiko für das Neugeborene/Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Es muss abgewogen werden, ob das Stillen unterbrochen oder auf eine Behandlung mit Dexlansoprazol verzichtet wird, unter Berücksichtigung des Nutzens für das Kind und der Frau.
Verkehrstüchtigkeit
Unter der Anwendung von Dexlansoprazol kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Schwindel, Sehstörungen und Schläfrigkeit kommen, die die Fähigkeit zur Reaktion beeinträchtigen können.
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation Dexilant
- Fass, Ronnie, and Rosita Frazier. "The role of dexlansoprazole modified-release in the management of gastroesophageal reflux disease." Therapeutic advances in gastroenterology 10.2 (2017): 243-251.
Abbildung
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