Disulfiram

Disulfiram ist ein Medikament, das zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit eingesetzt wird. Es wirkt durch Hemmung des Enzyms Acetaldehyddehydrogenase, was zu einer erhöhten Konzentration von Acetaldehyd führt und unangenehme Symptome wie Übelkeit und Schwindel verursacht, wenn Alkohol konsumiert wird.

Disulfiram

Anwendung

Disulfiram ist indiziert zur Unterstützung der Entwöhnungstherapie und der Aufrechterhaltung des Abstinenzverhaltens bei chronischer Alkoholabhängigkeit im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzepts, das auch begleitende psycho- und soziotherapeutische Maßnahmen einschließt.

In Deutschland sind keine Präparate mit dem Wirkstoff auf dem Markt.

Wirkmechanismus

Disulfiram hemmt das Enzym Acetaldehyddehydrogenase, das normalerweise Acetaldehyd in Acetat umwandelt. Dadurch erhöht sich die Konzentration von Acetaldehyd im Blut, was unangenehme Effekte wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzrasen verursachen kann. Dieser Mechanismus wird zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit genutzt.

Nebenwirkungen

Da größere Alkoholmengen bei der Einnahme von disulfiramhaltigen Medikamenten zu gefährlichen bis hin zu letalen Unverträglichkeitsreaktionen führen können, wird der Wirkstoff nur noch selten eingesetzt.

Alternativen

Als Alternative zu Disulfiram gibt es verschiedene andere Medikamente zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit, wie zum Beispiel Naltrexon, Acamprosat und Topiramat (nicht hierfür zugelassen). Diese Medikamente haben unterschiedliche Wirkungsweisen, aber sie alle zielen darauf ab, den Drang zum Trinken zu reduzieren und Rückfälle zu verhindern. Die Wahl des Medikaments hängt oft von verschiedenen Faktoren ab, wie der Schwere der Alkoholabhängigkeit und möglichen Nebenwirkungen.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
296.54 g·mol-1
Autor:
Stand:
04.04.2023
Quelle:
  1. Suh, Jesse J., et al. "The status of disulfiram: a half of a century later." Journal of clinical psychopharmacology 26.3 (2006): 290-302.
  2. Fuller, Richard K., and Enoch Gordis. "Does disulfiram have a role in alcoholism treatment today?." Addiction (Abingdon, England) 99.1 (2004): 21-24.
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