Donepezil

Donepezil ist ein reversibler Inhibitor der Acetylcholinesterase, der die Konzentration von Acetylcholin im zentralen Nervensystem erhöht und vorrangig zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz eingesetzt wird.

Donepezil

Anwendung

Donepezil ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz.

Anwendungsart

Donepezil wird normalerweise abends kurz vor dem zu Bett gehen eingenommen. Wenn jedoch Schlafprobleme wie ungewöhnliche Träume, Albträume oder Schlaflosigkeit auftreten, kann es sinnvoll sein, Donepezil stattdessen morgens einzunehmen.

Wirkmechanismus

Donepezil wirkt als selektiver und reversibler Inhibitor der Acetylcholinesterase, einem Enzym, das für den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin im synaptischen Spalt verantwortlich ist. Durch die Hemmung dieses Enzyms erhöht Donepezil die Verfügbarkeit von Acetylcholin an cholinergen Synapsen, was zu einer verstärkten cholinergen Neurotransmission führt. Diese Wirkung kompensiert teilweise den Verlust cholinergischer Neuronen und die damit verbundene verminderte Neurotransmitter-Konzentration, die für die kognitiven Defizite bei Alzheimer-Demenz charakteristisch sind.

Cholinesterase-Inhibitoren

Dosierung

Dosierung für Donepezil:

  • Startdosis: 5 mg pro Tag für mindestens einen Monat, um die Anfangswirkung und das Erreichen der Steady-State-Konzentration zu beurteilen.
  • Nach einem Monat kann die Dosis auf 10 mg pro Tag erhöht werden, falls klinisch angezeigt.
  • Maximaldosis: 10 mg pro Tag.
  • Behandlung und Überwachung durch einen Spezialisten für Alzheimer-Demenz.
  • Fortsetzung der Therapie, solange ein Nutzen für den Patienten besteht, regelmäßige Beurteilung des klinischen Nutzens.
  • Behandlungsabbruch, wenn kein therapeutischer Effekt mehr feststellbar ist.
  • Nach Absetzen der Behandlung klingt die Wirkung langsam ab.

Anpassungen:

  • Nierenfunktionsstörungen: Keine Dosisanpassung erforderlich.
  • Leichte bis mittelschwere Leberfunktionsstörungen: Dosissteigerung nach individueller Verträglichkeit.
  • Schwere Leberfunktionsstörung: Keine Daten vorhanden, Vorsicht geboten.

Nebenwirkungen

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse von Donepezil sind:

  • Diarrhö
  • Muskelkrämpfe
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schlaflosigkeit

Wechselwirkungen

  • Keine Wechselwirkung mit bestimmten Medikamenten: Donepezil beeinflusst nicht den Stoffwechsel von Theophyllin, Warfarin, Cimetidin oder Digoxin und wird auch nicht durch Digoxin oder Cimetidin beeinflusst.
  • Beteiligte Enzyme: Der Abbau von Donepezil im Körper erfolgt hauptsächlich über die Enzyme CYP3A4 und in geringerem Maße CYP2D6.
  • Wechselwirkung mit Enzymhemmern: Medikamente, die CYP3A4 oder CYP2D6 hemmen, wie Ketoconazol, Chinidin, Itraconazol, Erythromycin oder Fluoxetin, können den Abbau von Donepezil verlangsamen.
  • Einfluss von Enzyminduktoren: Substanzen, die CYP-Enzyme induzieren, wie Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin und Alkohol, könnten die Konzentration von Donepezil im Blut verringern.
  • Vorsicht bei Kombinationstherapie: Die Kombination von Donepezil mit anderen Medikamenten sollte vorsichtig erfolgen, da die genauen Wechselwirkungen oft unklar sind.
  • Interaktion mit anticholinergen Medikamenten: Donepezil kann die Wirkung von Medikamenten mit anticholinerger Aktivität beeinflussen.
  • Mögliche Verstärkung neuromuskulärer Blocker: Bei gleichzeitiger Anwendung mit neuromuskulären Blockern oder cholinergen Agonisten könnte eine verstärkte Wirkung auftreten.
  • Einfluss auf Herzrhythmus: Vorsicht bei der Kombination mit Medikamenten, die das QTc-Intervall verlängern können, wie bestimmte Antiarrhythmika, Antidepressiva, Antipsychotika und Antibiotika. Hier kann eine Überwachung mittels EKG notwendig sein.

Kontraindikationen

Donepezil darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Donepezil, Piperidinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile des jeweiligen Präparates.

Anwendungshinweise

  • Allgemeine Anwendungshinweise: Donepezil ist nicht für Patienten mit schwerer Alzheimer-Demenz oder anderen Gedächtnisstörungen getestet worden.
  • Anästhesie: Donepezil kann die Wirkung bestimmter Muskelrelaxanzien verstärken.
  • Herzerkrankungen: Vorsicht bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, da Donepezil die Herzfrequenz beeinflussen kann.
  • QTc-Intervall: Bei Patienten mit QTc-Intervallverlängerung oder entsprechender Familienanamnese ist Vorsicht geboten.
  • Gastrointestinale Risiken: Bei Risikopatienten für Magen-Darm-Ulzera ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
  • Urogenitalsystem: Cholinomimetika wie Donepezil könnten Blasenentleerungsstörungen verursachen.
  • Neurologische Störungen: Es besteht ein Risiko für Krampfanfälle und mögliche Verstärkung extrapyramidaler Symptome.
  • Malignes Neuroleptisches Syndrom (MNS): Sehr selten im Zusammenhang mit Donepezil berichtet, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Antipsychotika.
  • Atemwegserkrankungen: Vorsicht bei Patienten mit Asthma oder anderen obstruktiven Lungenerkrankungen.
  • Wechselwirkungen: Die gleichzeitige Anwendung von Donepezil mit anderen cholinergen Medikamenten sollte vermieden werden.
  • Leberfunktionsstörung: Keine Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung vorhanden.
  • Mortalität bei vaskulärer Demenz: In Studien zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Mortalitätsrate zwischen Donepezil- und Placebogruppen.

Alternativen

Alternativen zu Donepezil, die zur Behandlung der Symptome von Alzheimer-Demenz eingesetzt werden können, umfassen:

  • Rivastigmin: Ein anderer Cholinesterasehemmer, der in Form von Kapseln, Lösung oder als Pflaster verfügbar ist und für leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz verschrieben wird.
  • Galantamin: Ebenfalls ein Cholinesterasehemmer, der für leichte bis mittelschwere Alzheimer-Demenz verwendet wird.
  • Memantin: Ein NMDA-Rezeptor-Antagonist, der zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt wird und eine andere Wirkungsweise als Cholinesterasehemmer hat.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
379.49 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 87.0 H
Q0-Wert:
0.95
Autor:
Stand:
03.11.2023
Quelle:

Fachinformation Donepezil HCl Zentiva

Abbildung

Dr. Isabelle Viktoria Maucher; Adapted from “Anti-cholinesterases Mechanism of Action in Alzheimer's Disease (AD)”, by BioRender.com

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