Droperidol

Droperidol ist ein Butyrophenon-Derivat und potenter Dopamin-D2-Rezeptor-Antagonist, der zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird.

Droperidol

Anwendung

Droperidol wird angewendet zur:

  • Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen bei Erwachsenen und als Therapie der 2. Wahl bei Kindern (2 bis 11 Jahre) und Jugendlichen (12 bis 18 Jahre).
  • Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen, induziert durch Morphinderivate bei der postoperativen Patienten-kontrollierten Analgesie (PCA).

Wirkmechanismus

Droperidol ist ein Butyrophenon-Derivat, das als potenter Antagonist an Dopamin-D2-Rezeptoren im zentralen Nervensystem wirkt. Diese Antagonisierung führt zur Reduktion der dopaminergen Aktivität, insbesondere im Bereich des Chemorezeptor-Triggerzentrums, das sich im Bereich der Area postrema der Medulla oblongata befindet. Dieser Mechanismus ist hauptsächlich für die antiemetische Wirkung von Droperidol verantwortlich, da die Hemmung der dopaminergen Signalübertragung in diesem Bereich Übelkeit und Erbrechen entgegenwirkt.

Darüber hinaus beeinflusst Droperidol das limbische System, was zu sedierenden und anxiolytischen Effekten führt. Durch die D2-Rezeptor-Antagonisierung kann Droperidol auch neuroleptische Wirkungen haben, wobei es Symptome wie Agitation und Psychosen dämpfen kann. Insgesamt wird Droperidol aufgrund seiner schnellen und effektiven Wirkung bei der Kontrolle von Übelkeit, Erbrechen und zur Sedierung in der Anästhesiologie und Notfallmedizin geschätzt.

Nebenwirkungen

Häufig (≥ 1/100 bis <1/10) kommt es unter der Anwendung von Droperidol zu:

  • Benommenheit
  • Hypotonie

Kontraindikationen

Droperidol darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Droperidol
  • Überempfindlichkeit gegen Butyrophenone
  • bekanntem oder vermutetem verlängerten QT-Intervall (QTc >450 ms bei Frauen und >440 ms bei Männern). Dies gilt auch für Patienten mit kongenital verlängertem QT-Intervall, Patienten mit kongenital verlängertem QT-Intervall in der Familienanamnese und Patienten unter Behandlung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern
  • Hypokaliämie oder Hypomagnesämie
  • Bradykardie (<55 Herzschläge pro Minute)
  • bekannter Begleitmedikation, die zu Bradykardie führen kann
  • Phäochromozytom
  • komatösen Zuständen
  • Parkinson-Krankheit
  • schwerer Depression

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
379.43 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 2.2 H
Q0-Wert:
0.99
Autor:
Stand:
06.12.2023
Quelle:

Fachinformation Droperidol Carinopharm

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