Dulaglutid

Dulaglutid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist, der die Insulinsekretion stimuliert und die Glukagonfreisetzung hemmt, was zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle führt. Es wird vorrangig zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mellitus eingesetzt und trägt zur Verbesserung der glykämischen Kontrolle sowie potenziell zur Gewichtsreduktion bei.

Anwendung

Dulaglutid (Trulicity) ist angezeigt zur Behandlung von Patienten ab 10 Jahren mit unzureichend kontrolliertem Diabetes mellitus Typ 2 unterstützend zu Diät und Bewegung:

  • als Monotherapie, wenn die Einnahme von Metformin wegen Unverträglichkeit oder Kontraindikationen nicht angezeigt ist.
  • zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes mellitus

Wirkmechanismus

Dulaglutid ist ein Glucagon-like Peptid-1 (GLP-1) Rezeptoragonist, dessen Wirkmechanismus auf der Aktivierung des GLP-1-Rezeptors basiert, welcher eine Schlüsselrolle bei der Regulation des Blutzuckerspiegels spielt. Nach der Bindung von Dulaglutid an den GLP-1-Rezeptor werden mehrere physiologische Prozesse aktiviert, die zu einer Verbesserung der Blutzuckerkontrolle führen.

Dies geschieht durch die Stimulation von Adenylatcyclase, was zu einer erhöhten Produktion von zyklischem Adenosinmonophosphat (cAMP) führt. cAMP aktiviert dann Proteinkinase A (PKA), die wiederum die Insulinsekretion fördert. Die erhöhte Insulinsekretion führt zu einer verbesserten Aufnahme von Glukose in die Zellen und somit zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels.

Gleichzeitig hemmt Dulaglutid die Ausschüttung von Glukagon, einem Hormon, das den Blutzuckerspiegel erhöht, indem es die Freisetzung von Glukose aus der Leber stimuliert. Darüber hinaus verlangsamt Dulaglutid die Entleerung des Mageninhalts, wodurch die Aufnahme von Glukose in den Blutkreislauf verlangsamt wird.

Durch die Aktivierung von GLP-1-Rezeptoren im Gehirn kann Dulaglutid das Sättigungsgefühl erhöhen und somit zur Appetitreduktion beitragen.

GLP-1-Analoga

Dosierung

Erwachsene

  • Monotherapie: 0,75 mg wöchentlich
  • Zusatztherapie: 1,5 mg wöchentlich
  • Steigerung: Nach 4 Wochen auf 3 mg, dann auf 4,5 mg wöchentlich möglich
  • Höchstdosis: 4,5 mg wöchentlich

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren

  • Startdosis: 0,75 mg wöchentlich
  • Steigerung: Nach 4 Wochen auf 1,5 mg wöchentlich möglich
  • Höchstdosis: 1,5 mg wöchentlich

Kombinationstherapie

Versäumte Dosis

  • Nachholen, wenn nächste reguläre Gabe in mehr als 3 Tagen
  • Auslassen, wenn nächste reguläre Gabe in weniger als 3 Tagen

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten: Keine Dosisanpassung erforderlich
  • Niereninsuffizienz: Keine Dosisanpassung bei eGFR ≥15 ml/min/1,73 m2, nicht empfohlen bei eGFR <15 ml/min/1,73 m2
  • Leberinsuffizienz: Keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder unter 10 Jahren: Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen

Nebenwirkungen

In klinischen Studien waren die am häufigsten festgestellten Nebenwirkungen von gastrointestinaler Natur, darunter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wechselwirkungen

Bei der Anwendung von Dulaglutid können folgende Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln auftreten:

  • Verzögerte Magenentleerung: Dulaglutid kann die Absorption von oral verabreichten Medikamenten beeinflussen.
  • Sitagliptin: Die Bioverfügbarkeit von Sitagliptin bleibt unverändert, wenn es zusammen mit Dulaglutid verabreicht wird.
  • Paracetamol: Eine Dosisanpassung von Paracetamol ist nicht notwendig, wenn es zusammen mit Dulaglutid gegeben wird.
  • Atorvastatin: Eine Dosisanpassung von Atorvastatin ist nicht erforderlich, wenn es zusammen mit Dulaglutid verabreicht wird.
  • Digoxin: Eine Dosisanpassung von Digoxin ist nicht erforderlich, wenn es zusammen mit Dulaglutid gegeben wird.
  • Antihypertensiva: Eine Dosisanpassung von Lisinopril oder Metoprolol ist nicht erforderlich, wenn diese zusammen mit Dulaglutid gegeben werden.
  • Warfarin: Eine Dosisanpassung von Warfarin ist nicht erforderlich, wenn es zusammen mit Dulaglutid gegeben wird.
  • Orale Kontrazeptiva: Eine Dosisanpassung von oralen Kontrazeptiva ist nicht erforderlich, wenn diese zusammen mit Dulaglutid gegeben werden.
  • Metformin: Eine Dosisanpassung von Metformin-Zubereitungen mit sofortiger Freisetzung wird nicht empfohlen, wenn diese zusammen mit Dulaglutid gegeben werden.

Kontraindikationen

Dulaglutid darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.

Schwangerschaft

Es gibt kaum oder keine Erfahrungen mit der Verwendung von Dulaglutid bei schwangeren Frauen. Studien an Tieren haben jedoch schädliche Auswirkungen auf die Fortpflanzung gezeigt. Daher wird von einer Anwendung von Dulaglutid während der Schwangerschaft abgeraten.

Stillzeit

Es gibt keine Informationen darüber, ob Dulaglutid in die Muttermilch übertritt und somit ein Risiko für das Neugeborene oder Kind darstellen könnte. Daher wird empfohlen, Dulaglutid während der Stillzeit nicht zu verwenden.

Verkehrstüchtigkeit

Dulaglutid beeinträchtigt normalerweise nicht die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen. Wenn es jedoch zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin verabreicht wird, besteht ein erhöhtes Risiko für Hypoglykämie. Daher sollten Patienten in solchen Fällen Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Hypoglykämie beim Fahren oder Bedienen von Maschinen zu vermeiden.

Anwendungshinweise

Bei der Anwendung von Dulaglutid sind folgende besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Rückverfolgbarkeit: Name und Chargennummer des Medikaments müssen genau dokumentiert werden.
  • Diabetes mellitus Typ 1 oder diabetische Ketoazidose: Dulaglutid ist nicht für Patienten mit Typ 1-Diabetes oder zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose geeignet und kann Insulin nicht ersetzen.
  • Schwere gastrointestinale Erkrankungen: Dulaglutid wird nicht bei Patienten mit schweren gastrointestinalen Erkrankungen untersucht und wird daher bei diesen Patienten nicht empfohlen.
  • Dehydrierung: Bei mit Dulaglutid behandelten Patienten wurde über Dehydrierung berichtet, die zu akutem Nierenversagen oder einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann.
  • Akute Pankreatitis: Der Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wurde mit dem Risiko einer akuten Pankreatitis in Verbindung gebracht. Patienten sollten über die Symptome einer akuten Pankreatitis aufgeklärt werden.
  • Hypoglykämie: Bei Kombination von Dulaglutid mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin kann das Hypoglykämie-Risiko erhöht sein.

Wirkstoff-Informationen

Mittlere Halbwertszeit:
ca. 4.6 D
Q0-Wert:
1.0
Autor:
Stand:
19.10.2023
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