Econazol
Econazol ist ein antifungaler Wirkstoff und gehört als Imidazol-Derivat zu den Azolantimykotika. Dieser wird zur Behandlung von Haut-, Nagel- und Schleimhautinfektionen eingesetzt, die durch Dermatophyten, Hefen und andere Pilze wie Schimmelpilze verursacht werden.
Econazol: Übersicht

Anwendung
Econazol ist indiziert für die Behandlung von oberflächlichen Pilzinfektionen der Haut, Nägel und Schleimhäute:
- Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)
- Hefepilzinfektion (Soor)
- Fußpilz (Tinea pedis)
- Körperpilz (Tinea corporis)
- Pilzinfektion der Scheide (Vaginalmykose)
Darüber hinaus wird Econazol bei Pilzinfektionen der Haut und Schleimhäute angewandt, welche im Rahmen einer Steroid- oder Antibiotika-Therapie auftreten.
Anwendungsart
Econazol ist in Formen von Cremes, Lotionen, Sprays und Puder verfügbar und sollte ein- bis zweimal täglich auf die erkrankte Haut und die umgebende Hautfläche (ca. 1-2 cm) angewandt werden. Die betroffene Haut sollte zuvor gründlich gereinigt und getrocknet werden.
Um Pilzbefall im vaginalen Bereich zu behandeln, lässt sich Econazol als Vaginalcreme oder in Form von Vaginalzäpfchen verwenden. Ein Vaginalzäpfchen sollte täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen, in liegender Position tief in die Vagina eingeführt werden.
Wirkmechanismus
Econazol wirkt, indem es die Synthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran, stört. Dies führt zu einer Veränderung der Permeabilität der Zellmembran, was letztlich zum Tod der Pilzzelle führt. Econazol hat sowohl fungizide (pilztötende) als auch fungistatische (pilzwachstumshemmende) Eigenschaften.
Econazol weist auch eine gewisse antibakterielle Aktivität auf, insbesondere gegen bestimmte Arten von grampositiven Bakterien. Jedoch ist diese antibakterielle Wirkung nicht so ausgeprägt oder zuverlässig wie bei spezifischen antibakteriellen Medikamenten.
Pharmakokinetik
Resorption
- Bei topischer Anwendung von Econazol (1%ige Creme) bleiben etwa 90% auf der Hautfläche, wobei Okklusion die Absorptionsrate nur leicht erhöht.
- Die höchsten im Plasma oder Serum gemessenen Konzentrationen erscheinen ein bis zwei Tage nach Anwendung.
- Die maximale Plasmakonzentration beträgt bei Einsatz einer 2%igen Creme auf unverletzter Haut unter 1 ng/ml und auf abgeschilferter Haut bei 20 ng/ml.
- Nach vaginaler Anwendung von Econazol-Creme wurden etwa 3 bis 7% der Dosis absorbiert.
Verteilung
- In der Blutbahn werden Econazol und seine Metaboliten zu mehr als 98% an Serumproteine gebunden.
Metabolismus (Biotransformation)
- Econazol wird hauptsächlich durch Oxidation seines Imidazol-Ringes, O-Dealkylierung und durch Anbindung von Glucuronsäure metabolisiert.
Elimination
- Die Eliminierung von Econazol und seinen Metaboliten erfolgt sowohl über die Nieren als auch über den Stuhl in etwa gleichem Umfang.
Dosierung
Hautpilzinfektionen:
- Anwendung: Zweimal täglich, idealerweise morgens und abends.
- Behandlungsdauer: 2 bis 5 Wochen.
- Symptomverbesserung: Normalerweise innerhalb von 4 bis 5 Tagen.
- Fortsetzung nach Symptomverbesserung: Empfohlen für etwa zwei weitere Wochen, um Rückfälle zu verhindern.
Vaginale Candidose:
Kurzfristige Behandlung:
- Dosierung: 150 mg Vaginalzäpfchen.
- Anwendungsdauer: Täglich für drei Tage.
Langfristige Behandlung:
- Dosierung: 50 mg Zäpfchen oder Vaginalcreme.
Anwendungsdauer: Täglich für 15 Tage, unabhängig vom vorzeitigen Verschwinden der Symptome.
Nebenwirkungen
Zu den häufigen Nebenwirkungen (≥ 1/100 bis <1/10), die während einer Econazol-Therapie auftreten können, zählen:
- Pruritus
- Brennen oder Stechen der Haut
- Schmerzen
Zu gelegentlichen Nebenwirkungen (≥ 1/1.000 bis <1/100) zählen:
- Erythem
- Unbehagen
- Schwellungen
Wechselwirkungen
Econazol wirkt als bekannter Inhibitor der Enzyme CYP3A4 und CYP2C9. Trotz seiner geringen systemischen Verfügbarkeit bei der Hautanwendung sind klinisch bedeutsame Wechselwirkungen möglich, insbesondere mit oralen Antikoagulanzien wie Warfarin.
Bei der Anwendung von Econazol in Verbindung mit diesen Medikamenten ist Vorsicht geboten und eine engmaschige Überwachung der Blutgerinnungswerte ratsam. Unter Umständen muss die Dosierung der Antikoagulanzien während und nach der Behandlung mit Econazol angepasst werden.
Zur Zeit der Behandlung mit Econazol sollte keine weitere Hauttherapie stattfinden. Die Nutzung von Econazol im Bereich der Geschlechtsorgane könnte die Wirksamkeit von latexbasierten Verhütungsmitteln wie Diaphragmen und Kondomen herabsetzen, was deren Zuverlässigkeit beeinträchtigt. Daher ist von einer gleichzeitigen Anwendung von Econazol und diesen Verhütungsmethoden abzusehen.
Kontraindikationen
Econazol darf nicht bei Patienten angewendet werden, die eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Azolantimykotika aufweisen.
Schwangerschaft
Über die Anwendung von Econazol während der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden klinischen Studien zu dessen Sicherheit vor. Tierversuche erbrachten Hinweise auf eine embryotoxische/teratogene Wirkung. Aufgrund der möglichen systemischen Resorption sollte Econazol im ersten Trimester nur bei zwingender Notwendigkeit eingesetzt werden.
Die Verwendung von Econazol im letzten Schwangerschaftsdrittel ist untersagt, da tierexperimentelle Studien eine gesteigerte Wehentätigkeit und eine erhöhte Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen gezeigt haben.
Stillzeit
Es ist unklar, ob die Anwendung von Econazol auf der Haut bei Menschen zu einer ausreichenden systemischen Aufnahme führt, die messbare Mengen in der Muttermilch verursachen könnte. Die Anwendung von Econazol bei stillenden Müttern erfordert Vorsicht und eine großflächige Nutzung sollte vermieden werden.
Während der Stillzeit wird von der Nutzung von Econazol im Bereich der Brust abgeraten, um direkten Kontakt des Säuglings mit dem Wirkstoff zu verhindern.
Verkehrstüchtigkeit
Econazol hat keinen Effekt auf die Fähigkeit, Fahrzeuge zu steuern oder Maschinen zu bedienen.
Anwendungshinweise
- Econazol ist ausschließlich für die äußerliche Nutzung vorgesehen. Bei Fehlanwendung (orale Aufnahme) kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen.
- Econazol ist von den Augen fernzuhalten. Bei akzidentiellem Kontakt mit den Augen wird eine umgehende Spülung mit Wasser oder Kochsalzlösung empfohlen.
- Sollten Symptome einer allergischen Reaktion wie Rötungen, Juckreiz, Hautirritationen oder Blasenbildung auch an Körperstellen auftreten, die nicht mit Econazol behandelt wurden, ist die weitere Anwendung zu unterlassen.
- Bei vaginaler Mykose sollte auch der Sexualpartner der betroffenen Person eine Behandlung erhalten, um eine gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden und den sogenannten „Ping-Pong-Effekt“ zu unterbinden.
Alternativen
Für die Behandlung von Pilzinfektionen stehen neben Econazol auch andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Imidazol-Antimykotika zur Verfügung:
- Clotrimazol
- Ketoconazol
- Miconazol
- Isoconazol
- Bifonazol
- Oxiconazol
- Esoconazol
- Rote Liste® Arzneimittelverzeichnis für Deutschland, 61. Ausgabe, 2021, Rote Liste® Service GmbH, Frankfurt am Main
- Heel et al. (2012) Econazole: a review of its antifungal activity and therapeutic efficacy. Drugs, DOI: https://doi.org/10.2165/00003495-197816030-00001
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Fachinformationen ausgewählter Econazol-Hersteller (z. B. Trimb Healthcare AB
Epi-Pevaryl 1 % Creme) - Freissmuth et al., Pharmakologie und Toxikologie, 2020, Springer










