Eravacyclin

Eravacyclin ist ein synthetisches Tetracyclin-Antibiotikum mit einem breiten Wirkspektrum gegen grampositive, gramnegative, anaerobe und multiresistente Bakterien. Es hemmt die bakterielle Proteinbiosynthese durch Bindung an die 30S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms. Eravacyclin wird zur Behandlung komplizierter intraabdomineller Infektionen eingesetzt.

Eravacyclin

Anwendung

Eravacyclin wird angewendet zur Behandlung komplizierter intraabdominaler Infektionen bei Erwachsenen.

Wirkmechanismus

Eravacyclin ist ein Tetracyclin-Antibiotikum, das durch Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese wirkt. Es bindet spezifisch an die 30S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms und blockiert die Anlagerung von Aminoacyl-tRNA an die Akzeptorstelle (A-Stelle) des mRNA-Ribosom-Komplexes. Diese Hemmung verhindert die Addition neuer Aminosäuren zur wachsenden Peptidkette, was letztlich die Proteinproduktion der Bakterien stört und zu deren Tod führt.

Dosierung

Für die Behandlung mit Eravacyclin wird eine Standarddosis von 1 mg/kg alle 12 Stunden über 4 bis 14 Tage empfohlen

Falls der Patient gleichzeitig starke CYP3A4-Induktoren einnimmt, sollte die Dosis auf 1,5 mg/kg alle 12 Stunden, ebenfalls über einen Zeitraum von 4 bis 14 Tagen, angepasst werden.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Eravacyclin zu beachten:

  • Starke CYP3A-Induktoren wie Rifampicin können die Wirkung von Eravacyclin verringern. Bei gleichzeitiger Anwendung kann eine Dosisanpassung von Eravacyclin nötig sein.
  • CYP3A-Inhibitoren wie Itraconazol können die Eravacyclin-Exposition leicht erhöhen, was meist keine Dosisanpassung erfordert. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung oder Adipositas ist jedoch Vorsicht geboten.
  • Eravacyclin kann die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel nicht signifikant beeinflussen, da es weder CYP-Enzyme noch Transportproteine in vitro inhibiert oder induziert.

Kontraindikationen

Eravacyclin darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Überempfindlichkeit gegen Antibiotika der Tetracyclin-Klasse

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Eravacyclin zu beachten:

  • Anaphylaktische Reaktionen: Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen muss die Behandlung sofort gestoppt und Notfallmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Clostridium difficile-assoziierte Diarrhö: Bei Diarrhö während oder nach der Behandlung sollte an diese Möglichkeit gedacht und gegebenenfalls die Behandlung angepasst werden.
  • Reaktionen an der Infusionsstelle: Um Reaktionen zu minimieren, sollte Eravacyclin als intravenöse Infusion über etwa 1 Stunde verabreicht werden. Bei schweren Reaktionen ist eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich.
  • Nicht sensible Mikroorganismen: Längere Anwendung kann zu einem übermäßigen Wachstum nicht sensibler Mikroorganismen führen. Bei Superinfektionen sollte die Behandlung unterbrochen werden.
  • Pankreatitis: Bei Verdacht auf Pankreatitis sollte Eravacyclin abgesetzt werden.
  • Kinder und Jugendliche: Eravacyclin sollte nicht bei Kindern unter 8 Jahren oder während der Zahnentwicklung angewendet werden, um bleibende Zahnverfärbungen zu vermeiden.
  • Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-Induktoren: Kann die Wirkung von Eravacyclin verringern. Die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden.
  • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung: Sollten auf Nebenwirkungen überwacht werden, da die Exposition erhöht sein kann.
  • Einschränkungen der klinischen Daten: Die Wirksamkeit von Eravacyclin bei immunsupprimierten Patienten oder Patienten mit schweren Infektionen ist nicht vollständig belegt.
  • Harnwegsinfektionen: Eravacyclin ist nicht zur Behandlung komplizierter Harnwegsinfektionen indiziert, da die Wirksamkeit in klinischen Studien nicht nachgewiesen werden konnte.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
558.56 g·mol-1
Autor:
Stand:
14.03.2024
Quelle:

Fachinformation Xerava

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1 Präparate mit Eravacyclin