Fexofenadin
Fexofenadin ist der aktive Metabolit von Terfenadin, der als H1-Antihistaminikum, die Wirkung von Histamin durch Blockade seiner Rezeptoren hemmt und somit allergische Symptome lindert. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von saisonaler allergischer Rhinitis und chronischer idiopathischer Urtikaria eingesetzt.
Fexofenadin: Übersicht

Anwendung
Fexofenadin wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren zur symptomatischen Behandlung der allergischen Rhinitis.
Wirkmechanismus
Fexofenadin, der aktive Metabolit von Terfenadin, ist ein nicht-sedierendes Antihistaminikum, das durch selektive Inhibition der peripheren Histamin H1-Rezeptoren wirkt. Diese selektive Bindung verhindert die Wirkung von Histamin, einer Schlüsselsubstanz in der Pathophysiologie allergischer Reaktionen, die für Symptome wie Juckreiz, Schwellungen, und erhöhte Gefäßpermeabilität verantwortlich ist.
Im Gegensatz zu früheren Generationen von Antihistaminika überschreitet Fexofenadin die Blut-Hirn-Schranke nur in sehr geringem Maße, was das Risiko zentralnervöser Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Sedierung minimiert. Darüber hinaus beeinflusst Fexofenadin nicht die Herz-Kreislauf-Funktion oder das QT-Intervall, was es zu einer sicheren Wahl für die Behandlung allergischer Zustände macht.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen von Fexofenadin sind:
- Kopfschmerzen
- Schläfrigkeit
- Schwindel
- Übelkeit
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Fexofenadin zu beachten:
- Metabolisierung: Fexofenadin wird nicht in der Leber metabolisiert, wodurch direkte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln über diesen Mechanismus ausbleiben.
- P-Glykoprotein (P-gp) und Organo-Anion-Transporter (OATP): Fexofenadin ist ein Substrat von P-gp und OATP. Die gleichzeitige Anwendung mit P-gp-Inhibitoren oder -Induktoren kann die Plasmakonzentration von Fexofenadin beeinflussen.
- Antazida: Die Einnahme von Antazida, die Aluminium oder Magnesiumhydroxid enthalten, 15 Minuten vor Fexofenadin kann die Bioverfügbarkeit von Fexofenadin verringern, vermutlich durch Bindung im Gastrointestinaltrakt. Es wird empfohlen, einen Abstand von 2 Stunden zwischen der Einnahme von Fexofenadin und solchen Antacida einzuhalten.
Kontraindikationen
Fexofenadin darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.
Schwangerschaft
Fexofenadin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Verkehrstüchtigkeit
Basierend auf dem pharmakodynamischen Profil und den bisher beobachteten Nebenwirkungen wird nicht erwartet, dass Fexofenadin die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Tests haben gezeigt, dass Fexofenadin keine signifikanten Effekte auf das Zentralnervensystem hat, wodurch Patienten in der Regel fahrtüchtig bleiben und Aufgaben, die Konzentration erfordern, bewältigen können. Dennoch ist es empfehlenswert, die individuelle Reaktion auf das Medikament zu prüfen, bevor man sich ans Steuer setzt oder komplexe Maschinen bedient.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Fexofenadin zu beachten:
- Ältere Patienten und Patienten mit Funktionsstörungen: Für ältere Patienten sowie für Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen gibt es nur begrenzte Daten. Daher sollte Fexofenadin in diesen speziellen Risikogruppen mit besonderer Vorsicht angewendet werden.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Patienten mit einer Vorgeschichte oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten darauf hingewiesen werden, dass Antihistaminika, einschließlich Fexofenadin, Nebenwirkungen wie Tachykardie und Palpitationen verursachen können.
- Fachinformation Fexofenadin Winthrop
- Steinhilber, Dieter, Manfred Schubert-Zsilavecz, and Hermann Roth. "Medizinische Chemie." (2017).
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