Fezolinetant
Fezolinetant ist ein nicht-hormoneller selektiver Antagonist der Neurokinin-3 (NK3)-Rezeptoren, der spezifisch auf die thermoregulatorischen Zentren im Hypothalamus wirkt. Es wird zur Behandlung der vasomotorischen Symptome wie Hitzewallungen eingesetzt, die im Zusammenhang mit der Menopause stehen.
Fezolinetant: Übersicht

Anwendung
Fezolinetant (Veoza) ist ein neuartiger, oral verabreichbarer, selektiver Neurokinin-3 (NK3)-Rezeptorantagonist, der für die Behandlung von moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen verwendet wird, die mit der Menopause assoziiert sind.
Anwendungsart
Fezolinetant sollte täglich um etwa dieselbe Zeit mit oder ohne Nahrung und mit Flüssigkeit oral eingenommen werden. Die Tabletten werden im Ganzen angewendet und dürfen nicht zerbrochen, zerstoßen oder zerkaut werden.
Wirkmechanismus
Fezolinetant ist ein nicht-hormoneller selektiver Neurokinin 3(NK3)-Rezeptor-Antagonist, der die Bindung von Neurokinin B (NKB) am Kisspeptin/Neurokinin B/Dynorphin(KNDy)-Neuron blockiert. Da NKB eine zentrale Rolle in der Regulierung der Körpertemperatur spielt, führt die Blockade der NK3-Rezeptoren durch Fezolinetant zur Minderung der vasomotorischen Symptome, wie Hitzewallungen, die häufig in der Menopause auftreten.
Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 45 mg Fezolinetant einmal täglich. Der Nutzen einer Langzeitbehandlung muss regelmäßig geprüft werden, da die Dauer der VMS individuell unterschiedlich sein kann.
Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen von Fezolinetant in klinischen Studien waren Diarrhö (3,2%) und Schlaflosigkeit (3,0%).
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung von Fezolinetant mit Arzneimitteln, die moderate oder starke CYP1A2-Inhibitoren sind, erhöht die Cmax im Plasma sowie die AUC von Fezolinetant und ist daher kontraindiziert.
Kontraindikationen
Fezolinetant darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, gleichzeitige Anwendung moderater oder starker CYP1A2-Inhibitoren, und bei bekannter oder vermuteter Schwangerschaft.
Anwendungshinweise
Vor der Einnahme von Fezolinetant sind folgende Sicherheitshinweise zu beachten:
- Medizinische Untersuchung/Beratung: Vor der ersten Einnahme oder Wiederaufnahme von Veoza ist eine umfassende Diagnose und eine vollständige Anamnese, inklusive Familienanamnese, notwendig. Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen laut der klinischen Standardpraxis durchzuführen.
- Lebererkrankung: Patientinnen mit moderater bis schwerer chronischer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C) sollten Veoza nicht einnehmen. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fezolinetant in dieser Gruppe wurde nicht untersucht. Bei bekannter oder vermuteter Lebererkrankung ist eine Überwachung der Leberfunktion zu empfehlen.
- Erhöhungen von ALT und AST: Bei einigen Frauen, die Fezolinetant einnahmen, wurden Erhöhungen der Leberenzyme ALT und AST beobachtet, allerdings ohne begleitende Erhöhung des Bilirubins. Diese Erhöhungen waren meist ohne Symptome und die Werte normalisierten sich oft auch bei fortgesetzter Einnahme. Bei akuten Lebertest-Anomalien sollte Veoza abgesetzt werden, bis die Tests wieder normal sind.
- Brustkrebs oder östrogenabhängige Malignome: Frauen, die aktuell eine Krebstherapie durchlaufen oder früher Brustkrebs bzw. östrogenabhängige Tumoren hatten, wurden nicht in Studien zu Veoza aufgenommen. Die Anwendung von Veoza in dieser Patientengruppe erfordert eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.
- Gleichzeitige Anwendung mit Östrogen-basierter Hormonersatztherapie: Die Kombination von Veoza mit Östrogen-basierter Hormonersatztherapie wurde nicht untersucht und ist daher nicht empfohlen.
- Krampfanfälle oder konvulsive Erkrankungen: Bei Frauen mit Vorgeschichte von Krampfanfällen oder konvulsiven Erkrankungen wurde Veoza nicht untersucht. Eine Behandlung mit Veoza in solchen Fällen erfordert eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.
Alternativen
Folgende Therapieformen kommen als Alternativen in Frage:
- Hormonersatztherapie (HRT): HRT ist eine der effektivsten Behandlungen für VMS und beinhaltet die Verwendung von Östrogen allein oder in Kombination mit Progesteron. Sie ist jedoch nicht für alle Frauen geeignet, insbesondere für diejenigen mit bestimmten Gesundheitsrisiken.
- Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs): SERMs wie Raloxifen können einige menopausale Symptome lindern, indem sie an Östrogenrezeptoren im Körper binden, ohne die mit der Hormonersatztherapie verbundenen Risiken.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, insbesondere solche aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), können zur Linderung von Hitzewallungen eingesetzt werden.
- Gabapentin und Pregabalin: Diese Medikamente, die hauptsächlich zur Behandlung von Nervenschmerzen und Epilepsie eingesetzt werden, haben sich ebenfalls als wirksam in der Reduktion von Hitzewallungen erwiesen.
- Pflanzliche Präparate und alternative Therapien: Einige Frauen wählen pflanzliche Produkte wie Phytoöstrogene (z.B. Soja, Rotklee) oder andere natürliche Supplemente. Die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Mittel können jedoch variieren.
Wirkstoff-Informationen
- EC: Fachinformation Veoza
- Depypere, Herman, et al. "Fezolinetant in the treatment of vasomotor symptoms associated with menopause." Expert Opinion on Investigational Drugs 30.7 (2021): 681-694.
- Lee, Arnold. "Fezolinetant: First Approval." Drugs 83.12 (2023): 1137-1141.
- Lederman, Samuel, et al. "Fezolinetant for treatment of moderate-to-severe vasomotor symptoms associated with menopause (SKYLIGHT 1): a phase 3 randomised controlled study." The lancet 401.10382 (2023): 1091-1102.










