Filgotinib
Filgotinib ist ein Januskinase (JAK) 1-Inhibitor, der zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis bei erwachsenen Patienten eingesetzt wird, die auf eine vorherige Therapie unzureichend angesprochen haben.
Filgotinib: Übersicht

Anwendung
Filgotinib ist ein Januskinase-Inhibitor, der zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis bei erwachsenen Patienten angewendet wird, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.
Filgotinib kann als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat angewendet werden.
Zudem ist Filgotinib für die Behandlung von mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa bei Erwachsenen indiziert, die auf konventionelle Therapien oder Biologika unzureichend reagiert haben oder diese nicht vertragen.
Wirkmechanismus
Filgotinib ist ein oral verfügbarer, hochselektiver Inhibitor der Januskinase 1 (JAK1), der in die Signalübertragungswege von mehreren Zytokinen eingreift, die eine Schlüsselrolle bei der Pathogenese von entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen spielen. Durch die Hemmung von JAK1 moduliert Filgotinib die Aktivität von Signalwegen, die für die Produktion von Entzündungsmediatoren verantwortlich sind, einschließlich Interleukinen (IL-6, IL-12, IL-23) und Typ I Interferonen. Diese selektive Hemmung führt zu einer verminderten Aktivität von STAT-Proteinen (Signal Transducers and Activators of Transcription), die in den Zellkern transloziert werden und die Expression von Genen beeinflussen, die für die Entzündungsreaktion und Immunantwort verantwortlich sind.
Dosierung
Rheumatoide Arthritis:
- Standarddosis: 200 mg einmal täglich für erwachsene Patienten.
- Bei erhöhtem Risiko: Für Erwachsene mit erhöhtem Risiko für venöse Thromboembolie (VTE), schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) oder maligne Erkrankungen beträgt die empfohlene Dosis 100 mg einmal täglich. Bei unzureichender Krankheitskontrolle kann auf 200 mg einmal täglich erhöht werden. Die niedrigste wirksame Dosis sollte für die Langzeitbehandlung verwendet werden.
Colitis ulcerosa:
- Induktionsbehandlung: 200 mg einmal täglich.
- Bei unzureichendem therapeutischem Nutzen innerhalb der ersten 10 Wochen kann die Induktionsbehandlung für weitere 12 Wochen fortgesetzt werden. Bei ausbleibendem Nutzen nach 22 Wochen sollte Filgotinib abgesetzt werden.
- Erhaltungstherapie: 200 mg einmal täglich.
- Bei erhöhtem Risiko (VTE, MACE, maligne Erkrankungen) beträgt die Dosis für die Erhaltungstherapie 100 mg einmal täglich. Bei Krankheitsschub kann auf 200 mg erhöht werden. Die niedrigste wirksame Dosis sollte langfristig angewendet werden.
Laborüberwachung und Dosiseinleitung oder -unterbrechung:
- Spezifische Richtlinien für die Laborüberwachung sowie für die Einleitung oder Unterbrechung der Dosierung sind festgelegt. Bei schwerwiegenden Infektionen sollte die Behandlung unterbrochen werden, bis die Infektion unter Kontrolle ist.
- Diese Übersicht bietet eine klare und strukturierte Darstellung der Dosierungsanweisungen für Filgotinib, abhängig von der behandelten Erkrankung und dem Risikoprofil des Patienten.
Kontraindikationen
Filgotinib darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Aktiver Tuberkulose (TB) oder aktive schwere Infektionen
- Schwangerschaft
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Filgotinib zu beachten:
- Eingeschränkte Anwendung: Nur bei fehlenden Alternativen für Personen über 65, Patienten mit Herz-Kreislauf-Risiken oder Risikofaktoren für Krebserkrankungen einsetzen.
- Kombination mit Immunsuppressiva: Nicht empfohlen in Kombination mit starken Immunsuppressiva, um zusätzliche Immunsuppression zu vermeiden.
- Infektionsrisiko: Vorsicht bei Patienten mit Infektionsrisiken; bei Anzeichen von Infektionen engmaschig überwachen und ggf. Behandlung unterbrechen.
- Tuberkulose und Virusreaktivierung: Vor Therapiebeginn auf TB testen; Vorsicht bei bekannter Virusreaktivierung, insbesondere Herpes zoster.
- Maligne Erkrankungen und NMSC: Regelmäßige Überwachung auf maligne Erkrankungen und Hautkrebs, besonders bei Risikopatienten.
- Hämatologische Anomalien: Bei niedrigen Blutwerten Therapie nicht beginnen oder unterbrechen.
- Impfungen: Lebendimpfstoffe vermeiden; Impfstatus vor Therapiebeginn aktualisieren.
- Lipidveränderungen, kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und venöse Thromboembolie (VTE): Lipidwerte überwachen; bei erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse oder Thrombosen Vorsicht walten lassen.
- Ältere Patienten: Bei über 65-Jährigen nur bei fehlenden Behandlungsalternativen anwenden.
Alternativen
Alternativen zu Filgotinib für die Behandlung von rheumatoider Arthritis und anderen entzündlichen Erkrankungen umfassen eine Reihe von Medikamentenklassen, die je nach individueller Patientensituation, Krankheitsaktivität, vorherigen Therapieantworten und potenziellen Nebenwirkungen ausgewählt werden. Zu diesen Alternativen gehören:
- Andere JAK-Inhibitoren: Medikamente wie Tofacitinib (JAK1 und JAK3), Baricitinib (JAK1 und JAK2) und Upadacitinib (JAK1) bieten ähnliche Wirkmechanismen und werden für ähnliche Indikationen eingesetzt.
- TNF-α-Inhibitoren: Biologika wie Infliximab, Adalimumab, Etanercept, Golimumab und Certolizumab pegol zielen auf den Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-α), einen Schlüsselzytokin in der Entzündungskaskade.
- Interleukin-Inhibitoren: Medikamente wie Tocilizumab (IL-6-Inhibitor), Sarilumab (IL-6-Inhibitor) und Secukinumab (IL-17-Inhibitor) blockieren spezifische Interleukine, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind.
- B-Zell-Inhibitoren: Rituximab, ein monoklonaler Antikörper, der gegen das CD20-Protein auf der Oberfläche von B-Zellen gerichtet ist, wird für die Behandlung von Patienten eingesetzt, die auf TNF-α-Inhibitoren nicht ansprechen.
- T-Zell-Kostimulationsblocker: Abatacept, das die Interaktion zwischen T-Zellen und Antigen-präsentierenden Zellen hemmt, wird bei Patienten verwendet, die auf andere Biologika nicht ansprechen.
- Konventionelle DMARDs: Methotrexat, Leflunomid, Sulfasalazin und Hydroxychloroquin sind Standardtherapien, die allein oder in Kombination mit Biologika eingesetzt werden können.
- Glukokortikoide: Kortikosteroide wie Prednison können kurzfristig zur Kontrolle akuter Schübe verwendet werden, haben aber bei langfristiger Anwendung ein hohes Risiko für Nebenwirkungen.
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