Fosaprepitant
Fosaprepitant ist ein Prodrug des NK1-Rezeptorantagonisten Aprepitant und wirkt durch die Blockade des Neurokinin-1-Rezeptors zur Prävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen. Es hemmt die Wirkung von Substanz P im zentralen Nervensystem und wird als intravenöse Formulierung angewendet.
Fosaprepitant: Übersicht

Anwendung
Fosaprepitant wird angewendet zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei hoch und moderat emetogener Chemotherapie bei Erwachsenen und bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Monaten.
Wirkmechanismus
Fosaprepitant wirkt als Prodrug, das im Körper zu Aprepitant metabolisiert wird, einem selektiven Antagonisten des Neurokinin-1-Rezeptors (NK1-Rezeptor). Es blockiert die Bindung von Substanz P, einem Neuropeptid, das zentral an der Auslösung von Übelkeit und Erbrechen beteiligt ist, insbesondere bei chemotherapie-induzierten Reaktionen. Die Hemmung dieses Signalwegs verhindert die Aktivierung des Brechzentrums im Gehirn. Dadurch wird eine effektive Prävention und Kontrolle von sowohl akuter als auch verzögerter Übelkeit und Erbrechen, die durch Chemotherapie verursacht werden, erreicht.
Nebenwirkungen
Da Fosaprepitant zu Aprepitant umgewandelt wird, sind die Nebenwirkungen, die unter Aprepitant beobachtet wurden, auch unter Fosaprepitant zu erwarten.
Anwendungshinweise
Bei der Anwendung von Fosaprepitant sind folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Leberfunktionsstörung: Es liegen nur begrenzte Daten für Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung vor. Keine Daten sind verfügbar für Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung. Vorsicht ist bei der Anwendung von Fosaprepitant in diesen Patientengruppen geboten.
- CYP3A4-Interaktionen: Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung von Fosaprepitant mit Medikamenten, die hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert werden und eine geringe therapeutische Breite haben (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus, Alfentanil, Mutterkornalkaloid-Derivate, Fentanyl, Chinidin). Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Anwendung mit Irinotecan aufgrund erhöhter Toxizitätsrisiken.
- Hormonale Kontrazeptiva: Die Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva kann während und bis zu 28 Tage nach der Anwendung von Fosaprepitant reduziert sein. Alternative, nicht hormonale Verhütungsmethoden sollten während und bis zu 2 Monate nach der Anwendung von Fosaprepitant eingesetzt werden.
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Überempfindlichkeitsreaktionen: Soforttyp-Reaktionen wie Flush, Erythem, Dyspnoe und Anaphylaxie/anaphylaktischer Schock können während oder kurz nach der Infusion auftreten.
Bei Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte die Infusion abgebrochen und eine geeignete Therapie eingeleitet werden. - Reaktionen an der Infusionsstelle: Reaktionen an der Infusionsstelle wurden berichtet, insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung von vesikanten Chemotherapien. Schwere Reaktionen wie Thrombophlebitis, Vaskulitis und Nekrose, besonders bei Paravasation, wurden bei Kombination mit vesikanten Chemotherapien beobachtet. Bei höheren Dosen ohne gleichzeitige Anwendung von vesikanten Chemotherapien wurden leichte Thrombosen an der Injektionsstelle beobachtet. Fosaprepitant darf nicht als Bolusinjektion gegeben werden und muss immer verdünnt und als langsame intravenöse Infusion verabreicht werden. Bei Anzeichen oder Symptomen einer lokalen Irritation sollte die Injektion oder Infusion beendet und an einer anderen Vene fortgesetzt werden.
Wirkstoff-Informationen
Fachinformation Fosaprepitant STADA
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Fosaprepitant Amarox 150 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Amarox Pharma GmbH
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Fosaprepitant-Dimeglumin Tillomed 150 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Zentiva Pharma GmbH
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Fosaprepitant Hikma 150 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Hikma Pharma GmbH
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Fosaprepitant STADA® 150 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
STADAPHARM GmbH
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IVEMEND® 150 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
MSD Sharp & Dohme GmbH










