Foslevodopa

Foslevodopa ist ein Prodrug von Levodopa, das zur Behandlung von Parkinson-Syndromen eingesetzt wird. Es wird im Körper zu Levodopa metabolisiert, welches dann im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird, um die dopaminergen Defizite bei Parkinson-Patienten auszugleichen.

Foslevodopa

Anwendung

Foslevodopa ist in Kombination mit Foscarbidopa unter dem Präparatenamen Produodopa für Menschen mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung auf dem Markt. Die Behandlung zielt darauf ab, die ON-Zeiten zu verlängern, die OFF-Zeiten zu verkürzen und die Morgenakinese zu verringern. Durch die Prodrug-Kombination von Foslevodopa und Foscarbidopa werden kontinuierliche Levodopa-Plasmalevel über 24 Stunden erreicht, was zu einer Reduzierung motorischer Fluktuationen sowie Hyper- oder Dyskinesien führt.

Anwendungsart

Produodopa sollte bevorzugt subkutan in die Bauchdecke, im Abstand von mindestens 5 cm vom Bauchnabel entfernt, appliziert werden.

Wirkmechanismus

Foslevodopa und Foscarbidopa werden im Körper zu Levodopa und Carbidopa umgewandelt. Levodopa lindert die Symptome der Parkinson-Krankheit, indem es im Gehirn zu Dopamin decarboxyliert wird. Carbidopa, das die Blut-Hirn-Schranke nicht passiert, hemmt die extrazerebrale Decarboxylierung von Levodopa zu Dopamin. Damit steht eine größere Menge Levodopa für den Transport zum Gehirn und die Umwandlung in Dopamin zur Verfügung.

Dosierung

  • Inhalt der Infusionslösung: 1 ml Produodopa enthält 240 mg Foslevodopa und 12 mg Foscarbidopa, entsprechend 170 mg Levodopa und 9 mg Carbidopa. Eine Durchstechflasche mit 10 ml enthält insgesamt 2.400 mg Foslevodopa und 120 mg Foscarbidopa bzw. 1.700 mg Levodopa und 90 mg Carbidopa.
  • Anfangsinfusionsrate: Bestimmt durch Umrechnung der täglichen Levodopa-Dosis in eine Levodopa-Äquivalenzdosis (LED), angepasst für 24-Stunden-Verabreichung. Maximale empfohlene Tagesdosis: 6.000 mg Foslevodopa (entspricht 4.260 mg Levodopa).
  • Bioverfügbarkeit und Umrechnungsfaktor: Subkutanes Foslevodopa hat 8% höhere Bioverfügbarkeit als enteral absorbiertes Levodopa, Umrechnungsfaktor ist 0,92. Molekulargewichtsverhältnis zwischen Foslevodopa und Levodopa ist 1,41.
  • Berechnung der Basisinfusionsrate: Nutzt die Formel (LED • 0,92 • 1,41)/240 / x, wobei x die Wachzeit des Patienten in Stunden ist (maximal 16 Stunden). Infusionsraten können in 0,01 ml/h Schritten angepasst werden.
  • Infusionsraten und Dosisoptionen: Drei Infusionsraten (Basis, niedrig, hoch) verfügbar. Extra-Dosis für akute „Off“-Symptome und Initialdosis für schnellere Symptomkontrolle bei Behandlungsbeginn.
  • Ersatz und Kombinationstherapie: Produodopa ersetzt Levodopa-haltige Medikamente und COMT-Hemmer; Kombination mit anderen Parkinson-Medikamenten möglich.

Nebenwirkungen

Die subkutane Levodopa-Therapie war in Studien allgemein gut verträglich. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählten nicht infektiöse Reaktionen an der Infusionsstelle wie Rötung, Erwärmung, Schwellung, Druckdolenz, Schmerzen oder Verfärbungen sowie Halluzinationen, Stürze, Angstzustände und Schwindel.

Wechselwirkungen

Es liegen keine spezifischen Wechselwirkungsstudien mit Produodopa vor. Die nachfolgenden Interaktionen sind aus der generischen Kombination von Levodopa/Carbidopa bekannt.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Produodopa mit folgenden Arzneimitteln:

  • Antihypertensiva: Kombination mit Levodopa/Carbidopa kann bei antihypertensiv behandelten Patienten posturale Hypotonie verursachen; Dosisanpassung des Antihypertensivums möglicherweise nötig.
  • Antidepressiva: Berichte über Nebenwirkungen wie Hypertonie und Dyskinesien bei gleichzeitiger Verabreichung von trizyklischen Antidepressiva und Carbidopa/Levodopa.
  • COMT-Hemmer: Gleichzeitige Anwendung mit Produodopa kann Levodopa-Bioverfügbarkeit erhöhen; Dosisanpassung von Produodopa eventuell erforderlich.
  • Andere Arzneimittel: Dopaminrezeptorantagonisten, Benzodiazepine, Isoniazid, Phenytoin und Papaverin können Levodopa-Wirkung verringern; Überwachung auf Verlust der therapeutischen Wirkung nötig.
  • MAO-Hemmer und Amantadin: Selektive MAO-B-Hemmer erlaubt, aber Dosisanpassung von Produodopa möglicherweise erforderlich; Amantadin kann unerwünschte Levodopa-Effekte verstärken.
  • Sympathomimetika und Foscarbidopa: Können kardiovaskuläre Nebenwirkungen von Levodopa verstärken; Vorsicht bei Kombination mit CYP1A2-Substraten.
  • Transportproteine: Potenzielle Hemmung durch Foslevodopa nicht vollständig untersucht; klinisch relevanter Effekt auf Substratexposition möglich.

Kontraindikationen

Produodopa darf nicht angewendet werden, wenn eine Allergie gegen Foslevodopa, Foscarbidopa oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels besteht.

Des Weiteren ist die Anwendung kontraindiziert bei:

Levodopa kann maligne Melanome aktivieren. Deshalb darf das Arzneimittel nicht bei Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese verwendet werden.

Anwendungshinweise

Produodopa ist speziell für die Anwendung bei Patienten konzipiert, die mit einer fortgeschrittenen Form des Parkinson-Syndroms konfrontiert sind, welches positiv auf Levodopa reagiert. Es soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn Patienten unter schweren motorischen Schwankungen und Bewegungsstörungen wie Hyperkinesie oder Dyskinesie leiden und wenn gängige Kombinationstherapien mit anderen Antiparkinson-Medikamenten nicht den erhofften Therapieerfolg gebracht haben.

Alternativen

Siehe Parkinson-Therapie

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
277.17 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 1.5 H
Q0-Wert:
0.9
Autor:
Stand:
07.12.2023
Quelle:
  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Leitfaden, Stand Februar 2023.
  2. AbbVie, Pressemitteilung, 01. November 2023.
  3. Electronic Medicines Compendium, Produodopa, Stand 26. Oktober 2023.

 

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