Hydroxyzin
Hydroxyzin ist ein Antihistaminikum der ersten Generation mit anxiolytischen, sedierenden und anticholinergen Eigenschaften. Der Wirkstoff wird hauptsächlich zur Behandlung von Angstzuständen, Spannungszuständen und Allergien eingesetzt.
Hydroxyzin: Übersicht

Anwendung
Hydroxyzin ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von:
- Angstzuständen bei Erwachsenen
- Pruritus im Zusammenhang mit Urtikaria bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (≥5-11 Jahre)
Wirkmechanismus
Hydroxyzin wirkt als Antihistaminikum der ersten Generation, indem es zentral und peripher die Wirkung von Histamin blockiert. Es erreicht dies durch die kompetitive Hemmung an H1-Histaminrezeptoren, sowohl im zentralen Nervensystem als auch in peripheren Geweben. Diese Blockade verhindert die durch Histamin vermittelten physiologischen Effekte wie Vasodilatation, erhöhte Gefäßpermeabilität und sensorische Nervenstimulation, die zu Symptomen wie Juckreiz und allergischen Reaktionen führen können.
Darüber hinaus hat Hydroxyzin anxiolytische und sedierende Eigenschaften, welche vermutlich durch die Unterdrückung bestimmter Funktionen im zentralen Nervensystem, insbesondere im Bereich des retikulären Systems, zustande kommen. Zusätzlich zeigt Hydroxyzin anticholinerge Wirkungen, was zu einer weiteren Reduktion von Nervenimpulsen und einer damit verbundenen Sedierung führt.
Dosierung
Hydroxyzin sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis und für den kürzest möglichen Zeitraum angewendet werden.
Symptomatische Behandlung von Angstzuständen
- Erwachsene: 10-50 mg pro Tag, aufgeteilt in zwei bis drei Dosen. Maximale Dosis: 100 mg pro Tag.
- Adjuvante Therapie: Hydroxyzin sollte immer als Teil einer umfassenden Behandlung von Angstzuständen eingesetzt werden, möglichst unter Aufsicht desselben Arztes.
Symptomatische Behandlung von Pruritus bei Urtikaria
- Erwachsene und Jugendliche (≥12 Jahre): 25-50 mg am Abend oder aufgeteilt über den Tag. Maximale Dosis: 100 mg pro Tag bei einem Körpergewicht von 40 kg oder mehr.
- Kinder (5-11 Jahre): 10-25 mg am Abend oder aufgeteilt über den Tag. Maximale Dosis: 2 mg/kg Körpergewicht pro Tag, bis maximal 40 kg.
Dosisanpassung
- Die Dosis sollte individuell angepasst werden, abhängig vom Ansprechen des Patienten auf die Behandlung.
Nebenwirkungen
Typische Nebenwirkungen von Hydroxyzin sind:
- Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Mundtrockenheit
Wechselwirkungen
Bei der Anwendung von Hydroxyzin sollten folgende Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen beachtet werden:
Kontraindizierte Kombinationen
- Hydroxyzin darf nicht zusammen mit Arzneimitteln eingenommen werden, die das QT-Intervall verlängern oder Torsade de Pointes induzieren, wie bestimmte Antiarrhythmika, Antihistaminika, Antipsychotika, Antidepressiva, Antimalariamittel, Antibiotika, Antimykotika und einige Krebstherapeutika.
Nicht empfohlene Kombinationen
- Die Wirkung von Betahistin und Cholinesterase-Hemmern kann durch Hydroxyzin antagonisiert werden.
- Hydroxyzin sollte 5 Tage vor Allergietests oder Lungen-Provokationstests abgesetzt werden.
- Vermeidung der gleichzeitigen Anwendung mit Monoaminoxidase-Inhibitoren.
Mit Vorsicht anzuwendende Kombinationen:
- Vorsicht bei der Kombination mit bradykardie- und hypokaliämie-induzierenden Arzneimitteln.
- Hydroxyzin kann die Wirkung von zentral dämpfenden Arzneimitteln oder Substanzen mit anticholinergen Eigenschaften verstärken.
- Alkohol verstärkt die Wirkungen von Hydroxyzin.
- Hydroxyzin wirkt den vasokonstriktorischen Effekten von Adrenalin entgegen.
- Wechselwirkungen mit Phenytoin, Cimetidin und CYP2D6-Substraten.
- Erhöhte Hydroxyzinkonzentrationen bei gleichzeitiger Anwendung mit starken CYP3A4/5-Inhibitoren.
- Vorsicht bei der Kombination mit Thiazid-Diuretika aufgrund des erhöhten Risikos für maligne Arrhythmien.
Kontraindikationen
Hydroxyzin darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Cetirizin, andere Piperazinderivate, Aminophyllin und Ethylendiamin
- Porphyrie
- Frauen, die schwanger sind oder stillen
- erblicher oder erworbener Verlängerung des QT-Intervalls
- bekanntem Risikofaktor für Verlängerungen des QT-Intervalls, einschließlich bekannter Herzkreislauferkrankung, einer erheblichen Störung des Elektrolytgleichgewichts (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie), bei plötzlichem Herztod in der Familienanamnese, einer erheblichen Bradykardie und bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern und/oder Torsade de Pointes induzieren
Anwendungshinweise
Bei der Anwendung von Hydroxyzin sind folgende besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Kardiovaskuläre Wirkungen: Hydroxyzin kann eine Verlängerung des QT-Intervalls im EKG verursachen und ist mit Fällen von QT-Intervallverlängerung und Torsade de Pointes verbunden. Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen, Elektrolytungleichgewicht, vorbestehenden Herzerkrankungen oder bei gleichzeitiger Behandlung mit arrhythmogenen Arzneimitteln. Die Behandlung sollte abgebrochen werden, sobald Anzeichen oder Symptome einer Herzrhythmusstörung auftreten.
- Patienten mit Leberinsuffizienz: Dosisreduktion bei eingeschränkter Leberfunktion. Regelmäßige Überwachung der Leberfunktion bei längerer Anwendung.
- Patienten mit Niereninsuffizienz: Vorsichtige Anwendung und Dosisanpassung bei mäßiger bis schwerer Nierenfunktionsstörung.
- Ältere Patienten: Anwendung bei älteren Patienten wird nicht empfohlen, da eine verminderte Ausscheidung und deshalb ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bestehen.
- Anticholinerge Wirkungen: Vorsicht bei Patienten mit Glaukom, Harnwegsobstruktion, verminderter gastrointestinaler Motilität, Myasthenia gravis oder Demenz.
- Krampfbereitschaft: Besondere Vorsicht bei Patienten mit erhöhter Krampfbereitschaft.
- Kinder: Höhere Anfälligkeit für ZNS-Nebenwirkungen, insbesondere Krampfanfälle, bei jüngeren Kindern.
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