Inavolisib
Inavolisib ist ein oraler Inhibitor der Phosphoinositid-3-Kinase alpha, der angewendet wird zur Behandlung von fortgeschrittenem Mammakarzinom, das eine PIK3CA-Mutation aufweist.
Inavolisib : Übersicht
Anwendung
Inavolisib wird in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant zur Behandlung von Erwachsenen mit PIK3CA-mutiertem, östrogenrezeptorpositivem (ER+), humanem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2-negativem (HER2−), lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs angewendet, bei denen während oder innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss einer adjuvanten endokrinen Therapie ein Krankheitsrückfall aufgetreten ist.
Anwendungsart
Die Anwendung von Inavolisib erfolgt oral, einmal täglich, in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant entsprechend den jeweiligen Fachinformationen.
Wirkmechanismus
Inavolisib hemmt die PI3Kα-Isoform durch Bindung an die ATP-Bindungsstelle des Enzyms. Zusätzlich induziert es den proteasomalen Abbau mutierter p110α-Untereinheiten (Mutant Degrader). Dies führt zur Hemmung der PI3K/AKT/mTOR-Signalkaskade, die bei Tumoren mit PIK3CA-Mutation häufig aktiviert ist, und verringert so Zellproliferation und Überlebenssignale in Krebszellen.
Pharmakokinetik
Resorption
- Inavolisib wird nach oraler Gabe schnell resorbiert.
- Die maximale Plasmakonzentration (Tmax) wird im Median nach 3 Stunden (Bereich: 0,5–4 Stunden) erreicht.
- Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt ca. 76 %.
- Eine fettreiche Mahlzeit hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Exposition.
Verteilung
- Inavolisib weist ein scheinbares Verteilungsvolumen von ca. 155L auf.
- Die Plasmaproteinbindung beträgt etwa 37 %.
Metabolisierung
- Der Hauptmetabolismus erfolgt über Hydrolyse.
- Es wurden keine spezifischen Hydrolyseenzyme identifiziert, die am Stoffwechsel von Inavolisib beteiligt sind.
Elimination
- Die mittlere Halbwertszeit beträgt ca. 37 Stunden.
- Nach oraler Gabe werden ca. 48,5 % der Dosis im Urin (davon 40,4 % unverändert) und ca. 48 % im Stuhl (davon 10,8 % unverändert) ausgeschieden.
Dosierung
Die Dosierung von Inavolisib richtet sich nach dem klinischen Zustand der Patientin und der Kombinationstherapie:
- Die empfohlene Dosis beträgt 9 mg Inavolisib einmal täglich.
- Inavolisib wird ohne Behandlungspausen kontinuierlich eingenommen.
- Palbociclib wird an den Tagen 1–21 jedes 28-Tage-Zyklus eingenommen.
- Fulvestrant wird an den Tagen 1, 15 und 29 und danach alle 28 Tage intramuskulär verabreicht.
- Bei Auftreten therapieassoziierter Nebenwirkungen sind Dosisanpassungen gemäß Fachinformation vorzunehmen
Nebenwirkungen
Zu den häufigsten unter Inavolisib beobachteten Nebenwirkungen gehören:
- Hyperglykämie
- Stomatitis
- Diarrhö
- Übelkeit
- Hautausschlag
- Fatigue
- Verminderter Appetit
- Anämie
- Thrombozytopenie
- Leukozytopenie
- Erhöhte Lebertransaminasen
- Erhöhte Kreatininwerte
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Inavolisib zu beachten:
- Starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Itraconazol): Erhöhen die Plasmaspiegel von Inavolisib signifikant.
- Starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin): Verringern die Exposition gegenüber Inavolisib deutlich.
- Inavolisib als CYP3A4-Inhibitor: Kann die Plasmakonzentration anderer Substrate wie Midazolam erhöhen.
- QT-verlängernde Substanzen: Eine gleichzeitige Gabe ist mit Vorsicht zu beurteilen, auch wenn Inavolisib selbst keine QT-Verlängerung zeigt.
Kontraindikationen
Inavolisib darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Inavolisib oder einen der sonstigen Bestandteile.
Schwangerschaft
Die Anwendung von Inavolisib wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, da tierexperimentelle Studien Hinweise auf embryo-fetale Toxizität gezeigt haben. Eine Anwendung in der Schwangerschaft sollte nur erfolgen, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis mindestens eine Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige Empfängnisverhütung anwenden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Inavolisib in die Muttermilch übergeht. Aufgrund potenzieller unerwünschter Wirkungen beim gestillten Kind sollte das Stillen während der Behandlung und bis mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis unterbrochen werden.
Verkehrstüchtigkeit
Inavolisib kann Müdigkeit verursachen. Patientinnen sollten darauf hingewiesen werden, dass bei Auftreten von Müdigkeit oder anderen beeinträchtigenden Symptomen das Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen vermieden werden sollte.
Wirkstoff-Informationen
Fachinformation Inavolisib (Stand: August 2025)










