Magaldrat
Magaldrat besteht aus einer Schichtgitterstruktur aus Aluminium-, Calcium- und Magnesiumsalzen. Es wirkt als Antazidum, das den Magensäuregehalt neutralisiert und somit zur Behandlung von Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Magenbeschwerden eingesetzt wird.
Magaldrat: Übersicht
Anwendung
Magaldrat ist indiziert zur symptomatischen Therapie von Erkrankungen, bei denen Magensäure gebunden werden soll wie:
- Sodbrennen und säurebedingte Magenbeschwerden
- Ulcus ventriculi oder duodeni
Magaldrat soll nicht zur Behandlung von Kindern unter 12 Jahren angewendet werden.
Wirkmechanismus
Magaldrat ist eine Magnesium-Aluminium-Kombination. In Gegenwart von Magensäure reagiert Magaldrat mit dieser und bildet Aluminium- und Magnesiumhydroxid. Diese Hydroxidverbindungen wirken als Basen und erhöhen den pH-Wert im Magen, wodurch die Säure neutralisiert wird.
Darüber hinaus bildet Magaldrat einen schützenden Film auf der Magenschleimhaut. Dieser Film hilft, die Magensäure von der Schleimhaut fernzuhalten und schützt sie so vor weiteren Schäden.
Dosierung
Ein typischer Bereich für die Konzentration von Magaldrat in Suspensionen liegt zwischen 400 und 800 mg pro 5 ml. Bei Kautabletten kann die Konzentration variieren, üblicherweise zwischen 400 und 800 mg pro Tablette.
Eine Tagesdosis von 6400 mg Magaldrat sollte nicht überschritten werden.
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Magaldrat zu beachten:
- Es sollte grundsätzlich ein Abstand von mindestens 2 Stunden zwischen der Einnahme von Magaldrat und anderen Arzneimitteln eingehalten werden, da Antazida die Aufnahme dieser Medikamente beeinträchtigen können
- Erhebliche Verminderung der Resorption von Antibiotika v.a. Tetracycline und Chinolonderivate wie Ciprofloxacin, Ofloxacin und Norfloxacin
- Einschränkungen bei der Aufnahme von Digoxin, Isoniazid, Eisenverbindungen und Chlorpromazin möglich
- Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung von Cumarin-Derivaten
- Säurehaltige Getränke wie Obstsäfte oder Wein bedingen eine erhöhte Aufnahme des Aluminiums von Magaldrat im Darm
Kontraindikationen
Magaldrat darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.
Schwangerschaft
Tierstudien haben gezeigt, dass Aluminiumverbindungen reproduktionstoxisch sein können. Beim Menschen wurde bei unreifen Neugeborenen eine Aluminiumakkumulation in den Knochen festgestellt. Bei längerfristiger Anwendung besteht potenziell das Risiko einer Neurotoxizität. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte deshalb sorgfältig abgewogen werden.
Während der Schwangerschaft sollte Magaldrat nur kurzfristig und in möglichst niedriger Dosierung angewendet werden, um eine Aluminiumbelastung des Kindes zu vermeiden.
Stillzeit
Aluminiumverbindungen gehen in die Muttermilch über. Aufgrund der geringen Resorption ist ein Risiko für das Neugeborene jedoch nicht anzunehmen.
Anwendungshinweise
Wenn die Beschwerden trotz der Therapie mit Magaldrat länger als zwei Wochen anhalten, ist es wichtig, eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen.
Alternativen
Es gibt verschiedene Alternativen zu Magaldrat, die zur Behandlung von Sodbrennen, saurem Aufstoßen und anderen Magenbeschwerden verwendet werden können:
- Protonenpumpenhemmer (PPIs): PPIs wie Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol oder Lansoprazol reduzieren die Produktion von Magensäure und werden oft zur Behandlung von Sodbrennen und Refluxerkrankungen eingesetzt.
- H2-Blocker: H2-Blocker wie Ranitidin und Famotidin hemmen die Produktion von Magensäure und können zur Linderung von Sodbrennen eingesetzt werden.
- Antazida mit anderen Wirkstoffen: wie z. B. Calciumcarbonat, Hydrotalcit
- Alginate: Alginate bilden eine schützende Schicht auf der Magenschleimhaut und können zur Behandlung von Sodbrennen eingesetzt werden. Sie sind oft in Kombination mit Antazida erhältlich.
- Schleimhautprotektiva: Schleimhautprotektiva wie Sucralfat können den Magen vor Säureschäden schützen und bei Magenbeschwerden hilfreich sein.
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