Methyldopa
Methyldopa ist ein zentrales Antihypertensivum, das als Prodrug wirkt und in das aktive Alpha-Methyl-Norepinephrin umgewandelt wird, welches die sympathische Aktivität durch Stimulation zentraler Alpha-2-Adrenozeptoren reduziert. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, insbesondere bei Schwangeren, da es eine günstige Sicherheitsbilanz in der Schwangerschaft aufweist.
Methyldopa: Übersicht

Anwendung
Methyldopa ist indiziert zur Behandlung von:
- Schwangerschaftshypertonie
- Essenzieller Hypertonie, (vorzugsweise) in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln, insbesondere Diuretika. Hierbei sollte Methyldopa nur dann angewendet werden, wenn andere antihypertensiv wirkende Substanzen nicht ausreichend wirksam oder kontraindiziert sind.
Wirkmechanismus
Methyldopa ist ein Antihypertensivum, das als Prodrug wirkt und im Körper in seine aktive Form, Alpha-Methylnorepinephrin, umgewandelt wird. Diese aktive Form wirkt hauptsächlich durch Stimulation zentraler Alpha-2-Adrenozeptoren im Gehirn, insbesondere im ventrolateralen Medulla-Bereich. Die Aktivierung dieser Rezeptoren führt zu einer Hemmung der sympathischen Nervenaktivität, was eine Reduktion der peripheren Gefäßwiderstände und somit eine Senkung des Blutdrucks zur Folge hat. Methyldopa senkt den Blutdruck, indem es die Freisetzung von Noradrenalin aus den präsynaptischen Nervenendigungen verringert, was zu einer Abnahme der Herzfrequenz und des Herzzeitvolumens führt.
Pharmakokinetik
- Resorption: Methyldopa wird nach oraler Einnahme unterschiedlich und unvollständig aufgenommen. Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 25%.
- Plasmakonzentrationen: Die höchsten Plasmakonzentrationen werden 2 bis 3 Stunden nach Einnahme erreicht. Die Plasmahalbwertszeit beträgt ungefähr 2 Stunden.
- Ausscheidung: Die Ausscheidung erfolgt relativ schnell, sodass etwa 90% innerhalb von 48 Stunden eliminiert werden. Im Urin findet sich hauptsächlich unverändertes Methyldopa und sein Schwefelsäurekonjugat, sowie verschiedene Metaboliten und deren Schwefelsäurekonjugate.
- Eiweißbindung: Methyldopa bindet zu 10–15% an Plasmaproteine.
- Plazentagängigkeit: Methyldopa passiert die Plazenta und kann im Nabelschnurblut und in der Muttermilch nachgewiesen werden.
- Bioverfügbarkeit: Eine Untersuchung zur Bioverfügbarkeit aus den Jahren 1994–1995 ergab, dass Methyldopa im Vergleich zu einem Referenzpräparat und einer 250 mg oralen Lösung ähnliche Plasmaspiegelverläufe aufweist.
Nebenwirkungen
Sehr häufige und häufige Nebenwirkungen von Methyldopa umfassen:
Sehr häufig
- Erkrankungen des Nervensystems: Kopfschmerzen
Häufig
- Psychiatrische Erkrankungen: Depressive Verstimmungen, Halluzinationen
- Herzerkrankungen: Bradykardie
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Trockenheit der Nasenschleimhaut
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Magen-Darm-Störungen, Trockenheit der Mundschleimhaut
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Methyldopa zu beachten:
- Zentraldämpfende Pharmaka und Alkohol: Diese verstärken die zentraldämpfende Wirkung von Methyldopa.
- Lithium: Die gleichzeitige Gabe von Methyldopa und Lithium kann die Toxizität von Lithium verstärken.
- Eisen: Eisen vermindert die Resorption von Methyldopa im Körper.
- Trizyklische Antidepressiva, Barbiturate, Sympathomimetika und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Diese Medikamente, insbesondere Indomethacin, können die blutdrucksenkende Wirkung von Methyldopa abschwächen.
- Betablocker: Die Kombination von Methyldopa mit Betablockern kann zu schweren Bluthochdruckreaktionen führen.
- L-Dopa (Arzneimittel zur Behandlung von Parkinson): Die gleichzeitige Gabe von L-Dopa und Methyldopa kann das zentrale Nervensystem schädigen und parkinson-ähnliche Symptome hervorrufen, während die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt wird.
- Blutdrucksenkende Medikamente: Dazu gehören Diuretika, negativ inotrop wirkende Antiarrhythmika, und Vasodilatatoren, die die blutdrucksenkende Wirkung von Methyldopa verstärken können.
- Tolbutamid: Methyldopa kann die blutzuckerspiegelsenkende (hypoglykämische) Wirkung von Tolbutamid verstärken.
- Antikoagulanzien: Methyldopa kann die Wirkung dieser Medikamente auf die Prothrombinzeit erhöhen, was die Blutgerinnungsfähigkeit beeinflusst.
- Ephedrin: Methyldopa kann die Wirkung von Ephedrin abschwächen.
- MAO-Hemmer (Monoaminooxidase-Hemmer): Die gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern kann zu Kopfschmerzen, Halluzinationen und erhöhtem Blutdruck führen.
Kontraindikationen
Methyldopa darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Akuten und chronischen Lebererkrankungen
- Schweren Nierenfunktionsstörungen
- Phäochromozytom
- Depressionen in der Anamnese
- Schwerer Herzinsuffizienz
- Hämolytischen Anämien
Schwangerschaft
Im ersten Trimester der Schwangerschaft sollte die Entscheidung zur medikamentösen Therapie sorgfältig abgewogen werden. Methyldopa kann helfen, sowohl die Häufigkeit schwerer Hypertonien in der perinatalen Phase als auch die Abortrate zu reduzieren. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Methyldopa bei Kindern kardiovaskuläre oder psychomotorische Schäden verursacht.
Stillzeit
Methyldopa geht in kleinen Mengen in die Muttermilch über, kann aber in der Stillzeit eingesetzt werden.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Methyldopa zu beachten:
- Rebound-Phänomen: Bei plötzlichem Absetzen von Methyldopa kann es zu einem Rebound-Phänomen mit krisenhaftem Blutdruckanstieg kommen. Daher muss die Dosis im Bedarfsfall langsam und stufenweise reduziert werden.
- Leberfunktion: Wegen möglicher Leberschädigungen sollte die Leberfunktion regelmäßig kontrolliert werden.
- Ältere Patienten: Vorsicht ist bei älteren Patienten geboten, da sie eine erhöhte Sensitivität gegenüber sedierenden und hypotensiven Effekten haben können.
- Blutbild und Coombs-Test: Vor Therapiebeginn und unter einer länger dauernden Behandlung sind Kontrollen des Coombs-Tests und des Blutbildes empfehlenswert, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Wirkstoff-Informationen
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