Midostaurin

Midostaurin ist ein Multikinase-Inhibitor, der gezielt gegen FLT3, KIT und weitere Tyrosinkinasen wirkt und vorrangig in der Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML) bei Patienten mit FLT3-Mutation zum Einsatz kommt.

Midostaurin

Anwendung

Midostaurin wird angewendet:

  • bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML), die eine FLT3-Mutation aufweisen, in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie mit Daunorubicin und Cytarabin zur Induktion und mit einer Hochdosis-Chemotherapie mit Cytarabin zur Konsolidierung und anschließend als Rydapt-Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei Patienten in  kompletter Remission.
  • als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit aggressiver systemischer Mastozytose (ASM), systemischer Mastozytose mit assoziierter hämatologischer Neoplasie (SM-AHN) oder Mastzellleukämie (MCL).

Wirkmechanismus

Midostaurin ist ein Antineoplastikum, das als Multikinase-Inhibitor fungiert und gegen mehrere Rezeptortyrosinkinasen wie FLT3, KIT und PDGFR sowie eine Reihe weiterer Kinasen gerichtet ist. Es hemmt selektiv die FLT3-Kinaseaktivität, die bei vielen Fällen von AML mit FLT3-Mutationen überaktiv ist. Diese Hemmung stört die FLT3-vermittelte Signalübertragung, was zu einer reduzierten Zellproliferation und Induktion von Apoptose bei leukämischen Zellen führt.

Dosierung

Allgemeine Hinweise

  • Einnahme: Zweimal täglich im Abstand von ungefähr 12 Stunden.
  • Nahrungsaufnahme: Einnahme mit Nahrung zur Verbesserung der Absorption.
  • Antiemetika: Einsatz je nach Verträglichkeit und medizinischer Praxis.

Akute Myeloische Leukämie (AML)

  • Dosierung: 50 mg oral zweimal täglich.
  • Anwendung: An den Tagen 8 bis 21 der Induktions- und Konsolidierungs-Chemotherapiezyklen, dann tägliche Monotherapie zur Erhaltung.

Dosisanpassungen bei AML

  • Anpassungen basieren auf Kriterien wie pulmonalen Infiltraten, nicht-hämatologischen Toxizitäten, QTc-Intervall-Veränderungen und Neutropenie, mit Maßnahmen von der Unterbrechung bis zur Dosisreduktion oder zum Abbruch der Behandlung.

Fortgeschrittene Systemische Mastozytose (ASM), Systemische Mastozytose mit Assoziierter Hämatologischer Neoplasie (SM-AHN) und Mastzellleukämie (MCL)

  • Anfangsdosis: 100 mg oral zweimal täglich.
  • Fortsetzung: Solange klinischer Nutzen besteht oder bis inakzeptable Toxizität auftritt.

Kontraindikationen

Midostaurin darf nicht angewenedt werden bei:

Verkehrstüchtigkeit

Midostaurin hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da es bei der Einnahme zu Schwindelgefühl und Vertigo kommen kann.

Anwendungshinweise

Bei der Anwendung von Midostaurin sind folgende besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen wichtig:

  • Neutropenie und Infektionen: Bei Auftreten von schwerer Neutropenie sollte Rydapt unterbrochen werden. Patienten sollten auf Infektionen überwacht und bei Bedarf behandelt werden.
  • Kardiale Dysfunktion: Patienten mit Herzinsuffizienz sollten Rydapt mit Vorsicht verwenden und regelmäßig hinsichtlich der Herzfunktion überwacht werden.
  • QTc-Verlängerung: Vorsicht bei Patienten mit Risiko für QTc-Verlängerung; EKG-Überwachungen können erforderlich sein.
  • Lungentoxizität: Überwachung auf Symptome von interstitieller Lungenerkrankung oder Pneumonitis; Absetzen von Rydapt bei schweren pulmonalen Symptomen.
  • Embryofetale Toxizität und Stillzeit: Schwangere sollten über Risiken informiert werden. Empfängnisverhütung während und nach der Behandlung ist erforderlich. Stillen ist während der Behandlung und für 4 Monate danach zu vermeiden.
  • Leber- und Nierenfunktionsstörungen: Vorsicht bei Patienten mit schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung; engmaschige Überwachung auf Toxizitäten.
  • Wechselwirkungen: Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung mit starken CYP3A4-Inhibitoren; engmaschige Überwachung auf Toxizitäten.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
570.64 g·mol-1
Autor:
Stand:
17.11.2023
Quelle:
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