Mirikizumab

Mirikizumab (Omvoh) ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper, der gegen IL-23 gerichtet ist und für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa indiziert ist, die unzureichend auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung angesprochen haben.

Anwendung

Mirikizumab ist indiziert für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa, die unzureichend auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit gegenüber diesen Therapien zeigen.

Wirkmechanismus

Mirikizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der selektiv an die p19-Untereinheit des humanen IL-23-Zytokins bindet und dessen Wechselwirkung mit dem IL-23-Rezeptor hemmt. Diese selektive Blockade von IL-23 hilft, die Produktion von entzündlichen Zytokinen zu normalisieren, die bei Colitis ulcerosa eine Rolle spielen.

Pharmakokinetik

Resorption

  • Maximale Serumkonzentrationen wurden 2 bis 3 Tage nach subkutaner Mirikizumab-Gabe mit einer geschätzten absoluten Bioverfügbarkeit von 44% erreicht.
  • Die Injektionsstelle hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Resorption von Mirikizumab.

Verteilung

  • Das mittlere Gesamtverteilungsvolumen beträgt 4,83 l.

Biotransformation

  • Mirikizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG4-Antikörper.
  • Es ist davon auszugehen, dass er auf die gleiche Weise wie endogene IgGs auf katabolischem Wege in kleine Peptide und Aminosäuren abgebaut wird.

Elimination

  • In der populationspharmakokinetischen Analyse betrug die mittlere scheinbare Clearance 0,0229 l/h und die mittlere Eliminationshalbwertszeit etwa 9,3 Tage bei Patienten mit Colitis ulcerosa.
  • Die Clearance ist dosisunabhängig.

Dosierung

Die empfohlene Dosierung für Mirikizumab ist zweistufig:

  • Die Induktionsdosis beträgt jeweils 300 mg als intravenöse Infusion über mindestens 30 Minuten in den Wochen 0, 4 und 8.
  • Die Erhaltungsdosis beträgt 200 mg (d.h. zwei Fertigspritzen oder zwei Fertigpens) als subkutane Injektion alle 4 Wochen nach Abschluss der Induktionsphase.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen in den kontrollierten klinischen Studien waren:

  • Infektionen der oberen Atemwege (7,9%)
  • Kopfschmerzen (3,3%)
  • Hautausschlag (1,1%)
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (8,7%)

Wechselwirkungen

Bislang sind keine spezifischen Wechselwirkungen von Mirikizumab mit anderen Medikamenten bekannt.

Kontraindikationen

Mirikizumab darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Mirikizumab oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Ebenfalls kontraindiziert ist die Anwendung bei klinisch bedeutsamen aktiven Infektionen, einschließlich aktiver Tuberkulose.

Schwangerschaft

Es gibt nur begrenzte Daten zur Anwendung von Mirikizumab bei schwangeren Frauen. Obwohl tierexperimentelle Studien keine schädlichen Effekte auf die Reproduktion zeigten, sollte Mirikizumab während der Schwangerschaft aus Vorsicht vermieden werden, da die vollständigen Auswirkungen unbekannt sind.

Stillzeit

Es ist unklar, ob Mirikizumab in die Muttermilch übertragen wird. Während humane IgG-Antikörper kurz nach der Geburt in die Muttermilch gelangen können, ist ein Risiko für den Säugling in dieser kurzen Phase nicht auszuschließen. Entscheidungen bezüglich des Fortsetzens oder Unterbrechens des Stillens oder der Behandlung mit Mirikizumab sollten unter Berücksichtigung der Vorteile des Stillens für das Kind und der therapeutischen Vorteile für die Mutter getroffen werden.

Verkehrstüchtigkeit

Mirikizumab hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Anwendungshinweise

Bei der Anwendung von Mirikizumab sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Dokumentation: Medikamenten- und Chargenname präzise verzeichnen, um Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
  • Überempfindlichkeit: Bei schweren allergischen Reaktionen muss Omvoh sofort abgesetzt und eine passende Behandlung eingeleitet werden.
  • Infektionsrisiko: Bei aktiven Infektionen oder bei Patienten mit häufigen Infektionen ist Omvoh mit Vorsicht anzuwenden. Bei schweren Infektionen sollte die Behandlung ggf. unterbrochen werden.
  • Tuberkulose: Eine Untersuchung auf Tuberkulose ist vor Behandlungsbeginn erforderlich. Bei positiver Historie kann eine vorbeugende Therapie nötig sein.
  • Leberschäden: Bei Anzeichen von Medikamenten-induzierten Leberschäden sollte Omvoh abgesetzt werden. Die Leberfunktion sollte regelmäßig kontrolliert werden.
  • Impfstatus: Vor Therapiebeginn sollte der Impfstatus aktualisiert werden. Lebendimpfstoffe sind zu vermeiden.

Alternativen

Siehe Colitis ulcerosa-Therapie

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7 Präparate mit Mirikizumab