Norelgestromin

Norelgestromin ist ein synthetisches Gestagen, das als hormonelles Verhütungsmittel zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Es wirkt durch Hemmung des Eisprungs und Veränderung des Zervixschleims. Norelgestromin wird in Kombination mit Ethinylestradiol verwendet.

Norelgestromin

Anwendung

Norelgestromin ist ein synthetisches Gestagen, das als hormonelles Verhütungsmittel zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Es ist in Form von transdermalen Pflastern (EVRA) erhältlich und wird in Kombination mit Ethinylestradiol verwendet. Norelgestromin-Pflaster sind zur Verhütung von Schwangerschaften bei Frauen im gebärfähigen Alter zugelassen.

Dosierung

Es sollte immer nur ein Pflaster getragen werden, das an Tag 8 und Tag 15 des Zyklus gewechselt werden sollte. In der vierten Woche wird kein Pflaster getragen. Das pflasterfreie Intervall darf nicht länger als 7 Tage dauern, da sonst der Schutz vor einer Schwangerschaft nicht mehr gewährleistet ist. Wenn das pflasterfreie Intervall länger als 7 Tage dauert, muss für 7 Tage zusätzlich ein nichthormonelles Kontrazeptivum angewendet werden.

Kontraindikationen

Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KHK) dürfen unter den folgenden Bedingungen nicht angewendet werden. Wenn eine dieser Erkrankungen während der Anwendung auftritt, muss EVRA sofort abgesetzt werden:

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
  • Venöse Thromboembolie – bestehende (unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder Vorgeschichte einer VTE (z. B. tiefe Venenthrombose [TVT] oder Lungenembolie [LE])
  • Bekannte vererbte oder erworbene Prädisposition für venöse Thromboembolie, wie z. B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder Protein-S-Mangel
  • Größere Operation mit längerer Immobilisierung
  • Hohes Risiko für venöse Thromboembolie aufgrund des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren
  • Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
  • Arterielle Thromboembolie – bestehende ATE, ATE in der Vorgeschichte (z. B. Myokardinfarkt) oder Erkrankung im Prodromalstadium (z. B. Angina pectoris)
  • Zerebrovaskuläre Erkrankung – bestehender Schlaganfall, Schlaganfall oder prodromale Erkrankung (z. B. transitorische ischämische Attacke [TIA]) in der Vorgeschichte
  • Bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für arterielle Thromboembolie, wie z. B. Hyperhomocysteinämie und Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupus-Antikoagulans)
  • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte
  • Hohes Risiko für arterielle Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktors oder eines schwerwiegenden Risikofaktors wie: Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung, schwere Hypertonie, schwere Dyslipoproteinämie
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe
  • Bekanntes oder vermutetes Mammakarzinom
  • Karzinom des Endometriums oder andere bekannte oder vermutete, estrogenabhängige Neoplasmen
  • Anomale Leberfunktion in Verbindung mit einer akuten oder chronischen hepatozellulären Erkrankung
  • Leberadenome oder -karzinome
  • Anomale Genitalblutungen ohne Diagnosestellung
  • Gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir enthalten, mit Arzneimitteln, die Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten

Schwangerschaft

Norelgestromin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Stillzeit

Da kombinierte hormonelle Kontrazeptiva die Menge der Muttermilch vermindern und ihre Zusammensetzung verändern können, kann das Stillen durch sie beeinflusst werden. Daher ist die Anwendung von Norelgestromin nicht zu empfehlen, solange eine Mutter ihr Kind noch nicht vollständig abgestillt hat.

Alternativen

Siehe Hormonelle Kontrazeptiva

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
327.46 g·mol-1
Quelle:

Fachinformation EVRA

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1 Präparate mit Norelgestromin