Oxiconazol

Oxiconazol ist ein antimykotisches Azol-Derivat, das durch Hemmung der Ergosterolsynthese in Pilzzellen fungizide Eigenschaften aufweist. Es wird hauptsächlich zur topischen Behandlung von Haut- und Schleimhautinfektionen eingesetzt, die durch Dermatophyten, Hefen und andere pathogene Pilze verursacht werden.

Oxiconazol

Anwendung

Oxiconazol wird für verschiedene Hautmykosen und den Scheidenpilz eingesetzt. In Deutschland ist kein Präparat mit dem Wirkstoff Oxiconazol auf dem Markt.

Wirkmechanismus

Oxiconazol ist ein Azol-Antimykotikum, das primär durch Hemmung des Enzyms Cytochrom P450-abhängige 14α-Demethylase wirkt. Dieses Enzym ist für die Umwandlung von Lanosterol zu Ergosterol in der Pilzzellmembran verantwortlich. Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Ergosterolsynthese gestört, was zu einem Mangel an Ergosterol in der Zellmembran führt. Dies wiederum führt zu einer Ansammlung toxischer 14α-methylierten Sterole in den Pilzzellen, was die Membranpermeabilität und -funktion beeinträchtigt und schließlich zum Zelltod der Pilze führt. Das Fehlen von Ergosterol und die Anhäufung dieser toxischen Sterole stören die Integrität und Fluidität der Pilzzellmembran, was die Vitalität und das Wachstum des Pilzes beeinträchtigt.

Dosierung

Bei Hautinfektionen wird Oxiconazol topisch in Form von Salben angewendet. Üblicherweise wird die Salbe einmal täglich auf die betroffene Stelle aufgetragen. Nach Abklingen der Symptome sollte die Behandlung noch für weitere zwei Wochen fortgesetzt werden.

Bei Vaginalmykosen wird Oxiconazol als Vaginaltablette verabreicht. In der Regel genügt eine Anwendung, wobei die Vaginaltablette vor dem Schlafengehen tief in die Vagina eingeführt wird. Bei Bedarf kann diese Anwendung einige Tage später wiederholt werden.

Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Oxiconazol können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Hautrötungen
  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Hautausschlag

Kontraindikationen

Oxiconazol darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.

Alternativen

Siehe Antimykotika

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
429.13 g·mol-1
Kindstoff(e):
Autor:
Stand:
21.09.2023
Quelle:

Mutschler, Ernst, et al. "Arzneimittelwirkungen–Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie." Endo-Praxis 24.03 (2008): 29-29.

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