Physostigmin

Physostigmin wird vor allem als Antidot angewendet.

Physostigmin

Anwendung

Anwendungsgebiete sind unter anderem Vergiftungen mit Alkohol, Antihistaminika, atropinhaltigen Pflanzen (Tollkirsche, Stechapfel) Benzodiazepinen, Psychopharmaka (vor allem Antidepressiva) und Opiaten.

In der Intensivmedizin wird Physostigmin angewendet, um Narkosen zu beenden und postoperative Störungen wie Kältezittern zu lindern oder verzögertes Erwachen zu beschleunigen.

Wirkmechanismus

Physostigmin gehört zur Wirkstoffgruppe der indirekten Parasympathomimetika und dort zu den Cholinesterasehemmern. Es wird aus dem Samen der Kalabarbohne gewonnen.

Physostigmin blockiert reversibel das Enzym Acetylcholinesterase und verzögert den Abbau des Acetylcholins. So steht zeitlich begrenzt vermehrt Acetylcholin zur Verfügung. Durch die erhöhte Acetylcholinkonzentration am Rezeptor wirkt Physostigmin indirekt parasympatikomimetisch, erhöht also die Wirkung des Parasympathikus.

Physostigmin kann im Gegensatz zu quarternären Aminen die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so auch im ZNS seine Wirkung entfalten. Daher eignet sich Physostigmin besonders gut als Gegenmittel bei Vergiftungen mit parasympatholytisch wirkenden Substanzen wie den oben genannten Giften bzw. zur Aufhebung einer Narkose.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Physostigmin sind Übelkeit und Erbrechen, langsamer oder zu schneller Herzschlag (Bradykardie oder Tachykardie), Hypotonie, gesteigerter Speichelfluss, Schwitzen, Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion) oder zerebrale Krampfanfälle.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
275.35 g·mol-1
Kindstoff(e):
Autor:
Stand:
22.09.2017
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
1 Präparate mit Physostigmin