Pibrentasvir

Pibrentasvir ist ein antivirales Medikament, das zur Behandlung von chronischen Hepatitis-C-Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt durch Hemmung des viralen Proteins NS5A, das für die Vermehrung des Hepatitis-C-Virus (HCV) benötigt wird, und wird oft in Kombination mit anderen antiviralen Medikamenten eingesetzt.

Pibrentasvir

Anwendung

Pibrentasvir ist in Kombination mit Glecaprevir als Teil des Medikaments Maviret zugelassen. Es wird zur Behandlung von chronischen Hepatitis-C-Virus (HCV) Infektionen bei Erwachsenen und Kindern ab 3 Jahren angewendet.

Dosierung

Dosierung und Anwendung von Mavyret

Erwachsene und Jugendliche (≥ 12 Jahre oder ≥ 45 kg)

  • Dosis: 300 mg/120 mg (drei Tabletten) einmal täglich, mit einer Mahlzeit.

Behandlungsdauer

  • Therapienaive Patienten (Genotyp 1-6): 8 Wochen
  • Vorbehandelte Patienten (Genotyp 1, 2, 4-6): 8 Wochen (ohne Zirrhose), 12 Wochen (mit Zirrhose)
  • Vorbehandelte Patienten (Genotyp 3): 16 Wochen

Kinder (3 bis < 12 Jahre, 12 kg bis < 45 kg)

  • < 20 kg: Drei 50 mg/20 mg Päckchen einmal täglich
  • 20 kg bis < 30 kg: Vier 50 mg/20 mg Päckchen einmal täglich
  • 30 kg bis < 45 kg: Fünf 50 mg/20 mg Päckchen einmal täglich
  • ≥ 45 kg: Drei 100 mg/40 mg Tabletten einmal täglich

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten: Keine Dosisanpassung erforderlich.
  • Nierenfunktionsstörung: Keine Dosisanpassung erforderlich.
  • Leberfunktionsstörung:
  • Leicht (Child-Pugh A): Keine Dosisanpassung.
  • Mäßig (Child-Pugh B): Nicht empfohlen.
  • Schwer (Child-Pugh C): Kontraindiziert.
  • Leber- oder nierentransplantierte Patienten: 12 Wochen (16 Wochen bei Genotyp 3 und vorheriger Behandlung).
  • HIV-1-Koinfektion: Dosierung gemäß obigen Empfehlungen.

Versäumte Einnahme

  • Innerhalb von 18 Stunden nachholen, sonst nächste Dosis regulär einnehmen.
  • Bei Erbrechen innerhalb von 3 Stunden nach Einnahme eine weitere Dosis einnehmen.

Kontraindikationen

Mavyret darf nicht angewendet werden bei:

Schwangerschaft

Es gibt nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Glecaprevir oder Pibrentasvir bei Schwangeren (weniger als 300 Fälle). Tierstudien haben bei Ratten und Mäusen keine direkten oder indirekten schädlichen Effekte auf die Reproduktion gezeigt. Bei Kaninchen wurde jedoch unter Glecaprevir maternale Toxizität beobachtet, die mit einem Verlust des Embryos/Fötus verbunden war. Aufgrund dieser Toxizität ist die Beurteilung der embryo-fötalen Toxizität von Glecaprevir bei klinischen Expositionen nicht möglich. Daher wird die Anwendung von Maviret in der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Glecaprevir oder Pibrentasvir in die Muttermilch übergehen. Tierstudien haben gezeigt, dass beide Substanzen in die Milch übergehen. Ein Risiko für den gestillten Säugling kann daher nicht ausgeschlossen werden. Es muss abgewogen werden, ob das Stillen unterbrochen oder die Behandlung mit Maviret ausgesetzt werden soll. Dabei sind sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Mutter zu berücksichtigen.

Verkehrstüchtigkeit

Pibrentasvir hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Maviret zu beachten:

  • Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus: Während oder nach der Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen wurden Fälle einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung berichtet. Einige dieser Fälle waren tödlich. Alle Patienten sollten vor Beginn der Behandlung auf eine bestehende HBV-Infektion untersucht werden. HBV/HCV-koinfizierte Patienten sollten gemäß den aktuellen klinischen Leitlinien überwacht und behandelt werden.
  • Leberfunktionsstörung: Maviret wird nicht empfohlen für Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) und ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C).
  • Vorbehandlung mit NS5A- und/oder NS3/4A-Inhibitoren: Bei Patienten, die zuvor mit NS5A- und/oder NS3/4A-Inhibitoren behandelt wurden und eine Resistenz entwickelt haben, ist das Risiko eines erneuten Versagens hoch. Für Patienten mit den Genotypen 2, 3, 5 oder 6 gibt es keine Daten zur Re-Therapie, daher wird Maviret für diese Patienten nicht empfohlen.
  • Arzneimittelwechselwirkungen: Die gleichzeitige Anwendung von Maviret mit bestimmten Arzneimitteln wird nicht empfohlen.
  • Anwendung bei Patienten mit Diabetes: Bei Diabetikern kann die Einleitung einer direkt wirkenden antiviralen Therapie gegen HCV zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle und somit zu einer symptomatischen Hypoglykämie führen. Der Blutzuckerspiegel sollte insbesondere in den ersten 3 Monaten der Therapie engmaschig überwacht werden. Gegebenenfalls sind Anpassungen der Diabetes-Medikamente erforderlich. Der behandelnde Arzt sollte über die Einleitung der antiviralen Therapie informiert werden.

Alternativen

Siehe Hepatis-C-Therapie

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
1113.18 g·mol-1
Autor:
Stand:
17.06.2024
Quelle:

Fachinformation Maviret

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