Rabeprazol

Rabeprazol ist ein Protonenpumpenhemmer, der die Säuresekretion im Magen hemmt und zur Behandlung von Erkrankungen wie Refluxösophagitis und Magengeschwüren eingesetzt wird.

Rabeprazol

Anwendung

Rabeprazol ist indiziert:

  • beim akuten Ulcus duodeni
  • beim akuten benignen Ulcus ventriculi
  • zur Behandlung der symptomatischen erosiven oder ulzerativen gastroösophagealen Refluxkrankheit
  • zur Langzeitbehandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit
  • zur symptomatischen Behandlung der mittelschweren bis sehr schweren gastroösophagealen Refluxkrankheit
  • zur Behandlung des Zollinger-Ellison-Syndroms

Wirkmechanismus

Rabeprazol ist ein Protonenpumpenhemmer, der durch irreversible Bindung an das Enzym H+/K+-ATPase in den Parietalzellen der Magenschleimhaut die Magensäureproduktion hemmt.

PPI

Dosierung

  • Die empfohlene orale Dosis bei akutem Ulcus duodeni und akutem benignen Ulcus ventriculi ist 20 mg einmal täglich am Morgen.
  • Für die Langzeitbehandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit kann je nach Ansprechen des Patienten eine Erhaltungsdosis von 10 mg oder 20 mg einmal täglich angewendet werden.
  • Zur Behandlung des Zollinger-Ellison-Syndroms beträgt die empfohlene Initialdosis für Erwachsene 60 mg einmal täglich. Basierend auf den individuellen Bedürfnissen des Patienten kann die Dosis auf 120 mg/Tag angehoben werden. Es können Einzeldosen von max. 100 mg/Tag gegeben werden. Bei einer Dosierung von 120 mg kann eine Aufteilung auf 60 mg zweimal täglich erforderlich sein.
  • Die Behandlung soll fortgesetzt werden, solange eine klinische Indikation besteht.

Nebenwirkungen

Die am häufigsten gemeldeten unerwünschten Arzneimittelreaktionen in kontrollierten klinischen Studien mit Rabeprazol waren:

  • Kopfschmerzen
  • Diarrhoe
  • Bauchschmerzen
  • Asthenie
  • Flatulenz
  • Hautausschlag
  • Mundtrockenheit

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen müssen bei der Anwendung von Rabeprazol beachtet werden:

  • Rabeprazol bewirkt eine starke und lang anhaltende Hemmung der Magensäuresekretion. Es können deshalb Wechselwirkungen mit Substanzen auftreten, deren Resorption pH-abhängig ist.
  • Die gleichzeitige Anwendung mit Ketoconazol oder Itraconazol kann zu einer signifikanten Abnahme der Plasmaspiegel der Antimykotika führen.
  • Die gleichzeitige Anwendung mit Atazanavir führt zu einer deutlichen Verminderung der Atazanavir-Exposition.

Kontraindikationen

Rabeprazol ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • während der Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Beim Menschen liegen keine Daten über die Sicherheit von Rabeprazol in der Schwangerschaft vor. Reproduktionsstudien, die an Ratten und Kaninchen durchgeführt wurden, ergaben keinen Hinweis auf Fertilitätsstörungen oder foetale Schädigungen durch Rabeprazol-Natrium, obwohl bei der Ratte ein geringer feto-placentaler Übergang stattfindet. Rabeprazol ist während der Schwangerschaft kontraindiziert

Zur Therapie einer Refluxösophagitis oder eines Helicobacter-pylori-Befalls (im Rahmen einer Triple-Therapie) wird in der Schwangerschaft das am besten untersuchte PPI Omeprazol bevorzugt [2].

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Rabeprazol in die Muttermilch ausgeschieden wird. Studien mit stillenden Frauen wurden nicht durchgeführt. Rabeprazol wird jedoch bei der Ratte in die Milch ausgeschieden. Daher darf Rabeprazol während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wenn eine Behandlung mit einem PPI notwendig ist, wird empfohlen, Omeprazol oder Pantoprazol zu bevorzugen, da diese aufgrund ihrer größeren Erfahrung als sicherer angesehen werden [2].

Anwendungshinweise

  • Unter Rabeprazol kann trotz symptomatischer Besserung eine maligne Erkrankung des Magens oder Ösophagus vorliegen.
  • Vor Beginn der Rabeprazol-Therapie sollte eine maligne Erkrankung ausgeschlossen werden.
  • Bei einer Langzeittherapie (über ein Jahr hinaus) sollte der Patient regelmäßig kontrolliert werden.
  • Es besteht ein mögliches Risiko für Kreuzallergien gegen andere Protonenpumpenhemmer oder substituierte Benzimidazole.
  • Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass die Tabletten nicht zerkaut oder zerdrückt werden dürfen, sondern im Ganzen geschluckt werden müssen.
  • Es wurden Berichte über Blutdyskrasien und Veränderungen der Leberenzyme nach Markteinführung von Rabeprazol festgestellt.
  • Die gleichzeitige Verwendung von Rabeprazol-Natrium und Atazanavir wird nicht empfohlen.
  • Protonenpumpenhemmer können das Risiko von gastrointestinalen Infektionen erhöhen.
  • Eine erhöhte Dosierung von Protonenpumpenhemmern über einen längeren Zeitraum kann das Risiko von Hüft-, Handgelenks- und Wirbelsäulenfrakturen erhöhen.
  • Eine schwere Hypomagnesiämie wurde bei Patienten berichtet, die mit PPIs behandelt wurden.
  • Protonenpumpenhemmer sind mit sehr seltenen Fällen von subakutem kutanem Lupus erythematodes assoziiert.
  • Erhöhte Chromogranin-A-Spiegel können Untersuchungen auf neuroendokrine Tumoren beeinflussen.

Alternativen

Siehe Protonenpumpeninhibitoren

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
359.44 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 0.8 H
Q0-Wert:
1.0
Kindstoff(e):
Quelle:
  1. Fachinformation Rabeprazol-ratiopharm
  2. Embryotox: Lansoprazol, abgerufen am 14.04.2023

Abbildung

Adapted from „Hydrochloric Acid Release by Parietal Cells”, by BioRender.com

 

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