Riluzol
Riluzol ist ein neuroprotektiver Wirkstoff, der durch die Hemmung der glutamatergen Neurotransmission die Freisetzung von Glutamat reduziert. Es wird in der Behandlung der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) eingesetzt, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebenserwartung zu verbessern.
Riluzol: Übersicht

Anwendung
Riluzol wird zur Verlängerung der Lebenserwartung oder zur Hinauszögerung der Zeit bis zum Einsatz der mechanischen Beatmung beimPatienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) angewendet.
Wirkmechanismus
Riluzol wirkt durch mehrere Mechanismen, um seine neuroprotektiven Effekte auszuüben, wobei der genaue Wirkmechanismus noch nicht vollständig verstanden ist. Zentral ist seine Fähigkeit, die Freisetzung von Glutamat, einem exzitatorischen Neurotransmitter, zu inhibieren. Dies wird teilweise durch die Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle erreicht, was die glutamaterge Neurotransmission reduziert und somit neurotoxische Effekte von Glutamatüberschuss vermindert, die bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der amyotrophen Lateralsklerose eine Rolle spielen.
Darüber hinaus interagiert Riluzol mit mehreren Neurotransmitter-Systemen und kann die Aktivität von GABA (Gamma-Aminobuttersäure) erhöhen, was zu einer zusätzlichen neuroprotektiven Wirkung führen kann.
Nebenwirkungen
Sehr häufig (≥ 1/10) kommt es unter der Anwendung von Riluzol zu folgenden Nebenwirkungen:
- Nausea
- Leberfunktionstests außerhalb des Normbereichs
- Asthenie (Schwäche)
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Riluzol zu beachten:
Allgemein:
- Es wurden keine klinischen Studien durchgeführt, um die Wechselwirkungen von Riluzol mit anderen Arzneimitteln spezifisch zu untersuchen.
Metabolisierung:
- CYP1A2 ist das Hauptisoenzym, das an der ersten Stufe der oxidativen Metabolisierung von Riluzol beteiligt ist, basierend auf Studien mit mikrosomalen Fraktionen aus menschlichen Leberzellen.
- Hemmstoffe von CYP1A2: Arzneimittel wie Coffein, Diclofenac, Diazepam, Nicergolin, Clomipramin, Imipramin, Fluvoxamin, Phenacetin, Theophyllin, Amitriptylin und Chinolone könnten die Eliminationsrate von Riluzol verringern, was zu erhöhten Plasmaspiegeln von Riluzol führen kann.
- Induktoren von CYP1A2: Faktoren wie Zigarettenrauch, auf Holzkohle gegrillte Nahrung, Rifampicin und Omeprazol können die Eliminationsrate von Riluzol beschleunigen, was möglicherweise die Wirksamkeit von Riluzol verringert.
Kontraindikationen
Riluzol besitzt folgende Kontraindikationen:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- Lebererkrankungen oder initiale Transaminasespiegel, die den oberen Normbereich um mehr als das 3-fache übersteigen
- Schwangere oder stillende Patientinnen
Stillzeit
Riluzol ist bei stillenden Frauen kontraindiziert da nicht bekannt ist, ob Riluzol in die Muttermilch übertritt.
Verkehrstüchtigkeit
Patienten, die Riluzol einnehmen, sollten darauf hingewiesen werden, dass sie möglicherweise Symptome wie Benommenheit oder Schwindel erfahren können. Im Falle solcher Symptome ist es ratsam, vom Fahren von Fahrzeugen oder dem Bedienen von Maschinen abzusehen.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Riluzol zu beachten:
- Leberfunktionsstörungen: Vorsicht bei Patienten mit früheren Leberfunktionsstörungen oder leicht erhöhten Leberwerten. Regelmäßige Kontrollen der Leberwerte sind erforderlich. Bei ALT-Werten über dem 5-fachen der Norm sollte die Behandlung abgebrochen werden.
- Neutropenie: Patienten sollten bei Fieber sofort ihren Arzt informieren, da dies ein Zeichen für Neutropenie sein kann, was zum Abbruch der Therapie führen könnte.
- Interstitielle Lungenerkrankung: Bei respiratorischen Symptomen wie trockenem Husten und/oder Dyspnoe ist eine sofortige Untersuchung erforderlich. Riluzol muss bei Anzeichen einer interstitiellen Lungenerkrankung abgesetzt werden.
- Beeinträchtigte Nierenfunktion: Es gibt keine Studien zu Riluzol bei beeinträchtigter Nierenfunktion, daher ist Vorsicht geboten.
Wirkstoff-Informationen
Fachinformation: Riluzol ratiopharm
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Emylif 50 mg Orifarm Schmelzfilm
Orifarm GmbH
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Emylif 50 mg Schmelzfilm
Zambon GmbH
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Glentek 50 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Glentek 50 mg Filmtabletten
Glenmark Arzneimittel GmbH
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Rilutek 50 mg 2care4 Filmtabletten
2care4 ApS
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Rilutek 50 mg Abacus Filmtabletten
Abacus Medicine A/S
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Rilutek 50 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Rilutek 50 mg Eurim Filmtabletten
Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH
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RILUTEK® 50 mg Filmtabletten
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
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Rilutek 50 mg kohlpharma Filmtabletten
kohlpharma GmbH
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Riluzol-1 A Pharma 50 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Riluzol - 1 A Pharma® 50 mg Filmtabletten
1 A Pharma GmbH
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Riluzol Alkem 50 mg Filmtabletten
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Riluzol beta 50 mg Filmtabletten
betapharm Arzneimittel GmbH
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Riluzol HEXAL® 50 mg Filmtabletten
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Riluzol-Hormosan 50 mg Filmtabletten
Hormosan Pharma GmbH
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Riluzol-neuraxpharm 50 mg Filmtabletten
neuraxpharm Arzneimittel GmbH
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Riluzol-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten
ratiopharm GmbH
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