Rupatadin
Rupatadin ist ein langwirksames Antihistaminikum der zweiten Generation, das als H1-Rezeptor-Antagonist wirkt und so die Wirkung von Histamin blockiert. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von allergischer Rhinitis und chronischer Urtikaria eingesetzt.
Rupatadin: Übersicht
Anwendung
Rupatadin ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von:
- Allergischer Rhinitis (einschließlich persistierender allergischer Rhinitis) bei Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren.
- Urtikaria bei Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren.
- Allergischer Rhinitis und Urtikaria bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Anwendungsart
Rupatadin ist für die orale Anwendung vorgesehen.
Wirkmechanismus
Rupatadin ist ein selektiver Histamin-H1-Rezeptor-Antagonist, der die Wirkung von Histamin blockiert. Zusätzlich zeigt Rupatadin eine antagonistische Wirkung auf den PAF-Rezeptor (Plättchen-aktivierender Faktor), der ebenfalls eine Rolle in entzündlichen und allergischen Reaktionen spielt. Durch die Hemmung beider Mechanismen reduziert Rupatadin Symptome wie Juckreiz, Schwellungen und Entzündungen. Es hat zudem den Vorteil, dass es weniger sedierende Wirkungen zeigt als ältere Antihistaminika.
Pharmakokinetik
Resorption bei Kindern:
- Schnell resorbiert bei Kindern (2-11 Jahre).
- Maximale Plasmakonzentration (Cmax) 1,9-2,5 ng/ml.
- Ähnliche Expositionswerte (AUC) wie bei Erwachsenen.
- Längere Halbwertzeit bei Kindern (12,3-15,9 Stunden).
Einfluss von Nahrungsmitteln:
- Nahrung erhöht die systemische Exposition um 23%, beeinflusst jedoch nicht die maximale Plasmakonzentration.
Metabolismus und Elimination:
- Fast vollständiger Metabolismus, hauptsächlich über CYP3A4.
- Geringe Ausscheidung des unveränderten Wirkstoffs im Urin und Stuhl.
- Aktive Metaboliten machen 27-48% der systemischen Exposition aus.
Enzymhemmung und Transporter:
- Geringes Hemmungspotenzial gegenüber mehreren Enzymen und Transportern.
- Leichte Hemmung von P-gp im Darm.
CYP-Induktion:
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren)
- Empfohlene Dosis: 10 mg (eine Tablette) einmal täglich, mit oder ohne Nahrung.
- Ältere Patienten: Vorsicht bei der Anwendung
Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren
Kinder mit einem Körpergewicht von 25 kg und darüber:
- Dosierung: 5 ml (5 mg Rupatadin) Lösung einmal täglich, mit oder ohne Nahrung.
Kinder mit einem Körpergewicht von 10 kg bis 25 kg:
- Dosierung: 2,5 ml (2,5 mg Rupatadin) Lösung einmal täglich, mit oder ohne Nahrung.
Kinder unter 2 Jahren
- Empfehlung: Die Verabreichung wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten vorliegen.
Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion
- Empfehlung: Die Anwendung von Rupatadin, sowohl in Form von Tabletten als auch Lösung, wird nicht empfohlen, da keine klinischen Erfahrungen vorliegen.
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Rupatadin zu beachten:
- CYP3A4-Inhibitoren: Die gleichzeitige Verabreichung von starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol, Posaconazol, HIV-Proteaseinhibitoren, Clarithromycin und Nefazodon) sollte vermieden werden. Mäßig starke CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Erythromycin, Fluconazol und Diltiazem) sollten mit Vorsicht angewendet werden. Die gleichzeitige Einnahme von Rupatadin mit Ketoconazol oder Erythromycin kann die systemische Exposition von Rupatadin signifikant erhöhen, was jedoch keine Auswirkung auf das QT-Intervall oder die Häufigkeit von Nebenwirkungen hat.
- Grapefruit: Der Konsum von Grapefruitsaft kann die systemische Exposition von Rupatadin stark erhöhen, da Grapefruit das Enzym CYP3A4 hemmt, welches Rupatadin metabolisiert. Daher sollte Grapefruitsaft nicht zusammen mit Rupatadin eingenommen werden.
- Alkohol: Die Einnahme von 10 mg Rupatadin nach dem Konsum von Alkohol kann zu geringfügigen psychomotorischen Beeinträchtigungen führen, jedoch nicht stärker als durch den Alkohol allein. Eine Dosis von 20 mg verstärkt diese Beeinträchtigungen jedoch merklich.
- ZNS-Sedativa: Wie bei anderen Antihistaminika können auch bei Rupatadin Wechselwirkungen mit zentralnervösen Sedativa nicht ausgeschlossen werden. Daher ist Vorsicht geboten.
- Statine: Es wurde gelegentlich über einen asymptomatischen Anstieg der Kreatinkinase bei der Einnahme von Rupatadin berichtet. Da einige Statine ebenfalls über das CYP3A4-Enzym metabolisiert werden, ist Vorsicht geboten, wenn Rupatadin zusammen mit Statinen eingenommen wird.
- Midazolam: Bei gleichzeitiger Verabreichung von 10 mg Rupatadin und 7,5 mg Midazolam wurde eine leicht erhöhte Exposition von Midazolam beobachtet. Dies deutet darauf hin, dass Rupatadin als leichter CYP3A4-Inhibitor wirkt.
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation Urtimed
- Shamizadeh, Soja, Knut Brockow, and Johannes Ring. "Rupatadin—Wirksamkeit und Sicherheit eines nichtsedierenden Antihistaminikums mit PAF-antagonisierender Wirkung." Allergo Journal 23 (2014): 27-35.
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