Secukinumab

Secukinumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper aus der Klasse der Interleukin-Inhibitoren. Er richtet sich gegen Interleukin-17A und wird zur Behandlung chronisch-entzündlicher Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis, Hidradenitis suppurativa und juvenile idiopathische Arthritis eingesetzt.

Anwendung

Secukinumab ist zugelassen für die Behandlung folgender Indikationen:

Anwendungsart

Secukinumab wird als subkutane Injektion verabreicht. Die Anwendung erfolgt entweder durch medizinisches Fachpersonal oder durch geschulte Patientinnen und Patienten bzw. Betreuungspersonen.

Wirkmechanismus

Secukinumab ist ein IgG1/κ-Antikörper, der spezifisch an das proinflammatorische Zytokin Interleukin-17A bindet. Durch die Blockade der IL-17A-Interaktion mit seinem Rezeptor wird die Freisetzung proinflammatorischer Mediatoren in Zielzellen wie Keratinozyten gehemmt. Dies reduziert lokale Entzündungsprozesse bei autoimmunvermittelten Erkrankungen wie Psoriasis, PsA und axSpA.

Pharmakokinetik

Resorption

  • Maximale Serumkonzentrationen werden etwa 5–6 Tage nach subkutaner Gabe erreicht.
  • Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 73%.

Verteilung

  • Verteilungsvolumen im Steady State ca. 7,1 l.

Metabolisierung

  • Abbau über katabole Mechanismen zu kleinen Peptiden und Aminosäuren, wie für IgG-Antikörper typisch.

Elimination

  • Terminale Halbwertszeit beträgt ca. 27 Tage.

Besondere Hinweise

  • Die Pharmakokinetik ist bei älteren Patientinnen und Patienten (≥65 Jahre) vergleichbar mit der bei jüngeren Erwachsenen.

Dosierung

Die Dosierung von Secukinumab richtet sich nach Indikation, Körpergewicht und klinischem Ansprechen:

  • Plaque-Psoriasis (Erwachsene): 300 mg s.c. in den Wochen 0, 1, 2, 3 und 4, danach alle 4 Wochen; bei Patienten ≥90 kg ggf. 300 mg alle 2 Wochen.
  • Plaque-Psoriasis (Kinder ≥6 Jahre):

o <25 kg: 75 mg

o 25–<50 kg: 75 mg

o ≥50 kg: 150 mg (ggf. 300 mg)

  • Hidradenitis suppurativa: 300 mg s.c. wöchentlich in den ersten 5 Wochen, danach alle 4 Wochen oder alle 2 Wochen bei unzureichendem Ansprechen.
  • Psoriasis-Arthritis:

o Ohne vorherige Biologikatherapie: 150 mg s.c.

o Bei inadäquatem Ansprechen auf TNFα-Inhibitoren: 300 mg s.c.

  • Axiale Spondyloarthritis (AS, nr-axSpA): 150 mg s.c.
  • Juvenile idiopathische Arthritis (EAA, JPsA, ab 6 Jahre):

o <50 kg: 75 mg

o ≥50 kg: 150 mg

Nebenwirkungen

Sehr häufige und häufige Nebenwirkungen umfassen:

  • Infektionen: Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Rhinorrhö, orale Candidose
  • Gastrointestinal: Diarrhö, Übelkeit
  • Haut: Ekzem, Urtikaria
  • Allgemein: Fatigue
  • Immunsystem: Hypersensitivitätsreaktionen wie Anaphylaxie (selten)

Gelegentlich: Konjunktivitis, Neutropenie, entzündliche Darmerkrankungen

Selten: Exfoliative Dermatitis, Hypersensitivitätsvaskulitis

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Secukinumab zu beachten:

  • Lebendimpfstoffe: sollten während der Behandlung nicht verabreicht werden.
  • Methotrexat und Glukokortikoide: können ohne relevante Interaktionen kombiniert werden.
  • Midazolam (CYP3A4-Substrat): keine Wechselwirkungen beobachtet

 

Kontraindikationen

Secukinumab darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Secukinumab oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Aktiver klinisch relevanter Infektion, z. B. aktive Tuberkulose

Schwangerschaft

Secukinumab sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Daten zur Anwendung beim Menschen vorliegen. Tierstudien ergaben keine Hinweise auf Reproduktionstoxizität. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während und bis 20 Wochen nach der Behandlung eine zuverlässige Kontrazeption anwenden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Secukinumab in die Muttermilch übergeht. Immunglobuline können in die Muttermilch gelangen. Die Entscheidung über Abstillen oder Therapieverzicht sollte individuell unter Nutzen-Risiko-Abwägung getroffen werden.

Verkehrstüchtigkeit

Secukinumab hat keinen oder nur vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Secukinumab zu beachten:

  • Infektionen: Secukinumab kann das Infektionsrisiko erhöhen; bei schweren Infektionen ist die Therapie zu unterbrechen.
  • Tuberkulose: Vor Therapiebeginn Ausschluss einer aktiven oder latenten Tuberkulose.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung: Exazerbationen sind möglich; Secukinumab ist nicht empfohlen bei aktiver CED.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen: Seltene Fälle von Anaphylaxie und Angioödem; Therapie im Ernstfall sofort beenden.
  • Impfungen: Keine gleichzeitige Gabe von Lebendimpfstoffen; Totimpfstoffe sind möglich.
  • Latexempfindlichkeit: Bei bestimmten Darreichungsformen kann ein Risiko bestehen.
  • Hepatitis-B-Reaktivierung: Überwachung bei positiver HBV-Serologie empfohlen.

Alternativen

Als mögliche Alternativen zu Secukinumab kommen folgende Wirkstoffe infrage:

  • TNFα-Inhibitoren: Adalimumab, Etanercept, Infliximab
  • IL-12/23-Inhibitoren: Ustekinumab
  • IL-23-Inhibitoren: Guselkumab, Risankizumab
  • Phosphodiesterase-4-Inhibitoren: Apremilast (bei Psoriasis)ntnehmen.
Autor:
Stand:
02.05.2025
Quelle:

Fachinformation Cosentyx® (Secukinumab), Stand Februar 2025

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