Selen
Selen, ein essenzielles Spurenelement, spielt eine zentrale Rolle in der Redoxbiologie durch seine Integration in Selenoproteine. Es beeinflusst Immunantworten, Schilddrüsenfunktion und antioxidative Prozesse und findet Anwendung in der Prävention und Therapie von verschiedenen Erkrankungen.
Selen: Übersicht

Anwendung
- Schilddrüsenfunktion: Selen ist wichtig für die Umwandlung von Thyroxin (T4) in das aktive Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3). Bei Selenmangel kann es zu Schilddrüsenproblemen kommen.
- Antioxidative Wirkung: Als Bestandteil von Selenoproteinen, wie Glutathionperoxidasen, hat Selen antioxidative Eigenschaften und schützt die Zellen vor oxidativem Stress.
- Unterstützung des Immunsystems: Selen kann die Immunantwort modulieren und wird manchmal zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt.
- Prävention von Krankheiten: Es gibt Hinweise darauf, dass eine ausreichende Selenzufuhr das Risiko für bestimmte Krankheiten, wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verringern kann.
- Behandlung von Selenmangelzuständen: In Gebieten mit selenarmen Böden kann es zu Mangelerscheinungen kommen, die durch Selen-Supplementierung behandelt werden können.
- Adjuvante Therapie: In einigen Fällen wird Selen als adjuvante Therapie bei bestimmten Erkrankungen, wie rheumatoider Arthritis oder Asthma, eingesetzt.
Eine bekannte Selenmangelkrankheiten ist die Keshan-Krankheit (juvenile Kardiomyopathie).
Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus von Selen ist vielfältig:
- Antioxidative Funktion: Selen ist ein zentraler Bestandteil von Enzymen wie Glutathionperoxidasen. Diese Enzyme schützen die Zellen vor oxidativem Stress, indem sie reaktive Sauerstoffspezies (ROS) neutralisieren und so die Zellintegrität und -funktion bewahren.
- Thyroid-Hormon-Metabolismus: Selenhaltige Deiodinasen sind für die Umwandlung des inaktiven Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) in das aktive Triiodthyronin (T3) verantwortlich.
- Immunmodulation: Selenoproteine unterstützen die Immunfunktion, indem sie die Proliferation und Aktivität von Immunzellen modulieren.
- DNA-Synthese und Reparatur: Einige Selenoproteine sind an der DNA-Synthese beteiligt und spielen eine Rolle bei der Reparatur von DNA-Schäden.
- Apoptose: Selen kann den programmierten Zelltod oder Apoptose beeinflussen, was in der Krebsprävention und -therapie relevant sein kann.
Zusammengefasst spielt Selen durch seine Integration in Selenoproteine eine Schlüsselrolle in vielen biochemischen Prozessen, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und Homöostase im Körper entscheidend sind.
Dosierung
- Säuglinge (0 bis unter 4 Monate): 10 µg pro Tag.
- Kinder (bis 13 Jahre): Die Zufuhr steigt mit dem Alter an und erreicht bis zu 60 µg pro Tag bei den 13- bis unter 15-Jährigen.
- Jugendliche und Erwachsene (männlich, ab 15 Jahren): 70 µg pro Tag.
- Jugendliche und Erwachsene (weiblich, ab 15 Jahren): 60 µg pro Tag.
- Stillende Frauen: 75 µg pro Tag (dies berücksichtigt die zusätzlichen 15 µg Selen, die über die Muttermilch abgegeben werden).
- Schwangere Frauen: Es gibt keinen erhöhten Referenzwert, da der zusätzliche Selenbedarf während der Schwangerschaft als gering angesehen wird.
Hinweise
Natürliche Quellen
Selen kommt natürlich in einer Reihe von Lebensmitteln vor, darunter Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse (insbesondere brasilianische Nüsse) und Getreide. Der Selengehalt in Lebensmitteln kann jedoch je nach Bodenbeschaffenheit in der Region, in der sie angebaut oder gezüchtet werden, variieren.
Toxizität
Eine übermäßige Selenzufuhr kann zu Selen-Toxizität oder Selenose führen, die Symptome wie Haarausfall, Nagelveränderungen, Übelkeit, Reizbarkeit, Knoblauchgeruch im Atem, metallischer Geschmack im Mund und Nervenschäden umfassen kann.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Selen, abgerufen am 08.08.2023










