Tafamidis
Tafamidis ist ein selektiver Stabilisator von Transthyretin, der zur Behandlung der Transthyretin-vermittelten Amyloidose eingesetzt wird, um einer Fehlfaltung und Aggregation von Transthyretin entgegenzuwirken und somit die Progression der neurologischen und kardiomyopathischen Manifestationen zu verlangsamen.
Tafamidis: Übersicht

Anwendung
Tafamidis ist indiziert zur Behandlung der:
- wildtyp- oder hereditären Transthyretin-Amyloidose bei erwachsenen Patienten mit Kardiomyopathie
- Transthyretin-Amyloidose bei erwachsenen Patienten mit symptomatischer Polyneuropathie im Stadium 1, um die Einschränkung der peripheren neurologischen Funktionsfähigkeit zu verzögern
Wirkmechanismus
Tafamidis ist ein selektiver Stabilisator von Transthyretin (TTR), der zur Behandlung der Transthyretin-vermittelten Amyloidose (ATTR) bei Erwachsenen eingesetzt wird, um einer Fehlfaltung und Aggregation von Transthyretin entgegenzuwirken und somit die Progression der neurologischen und kardiomyopathischen Manifestationen zu verlangsamen. Durch die Bindung an die Thyroxin-Bindungsstellen von TTR stabilisiert Tafamidis das Tetramer des Proteins und verhindert dessen Dissoziation in monomere Einheiten, die für die Bildung von Amyloidfibrillen verantwortlich sind.
Dosierung
Die Dosierung von Tafamidis kann je nach der spezifischen Indikation und Formulierung variieren.
- Tafamidis Meglumin (Vyndaqel 20 mg): zur Behandlung der Transthyretin-vermittelten familiären Amyloidpolyneuropathie. Die übliche Dosierung von Tafamidis Meglumin beträgt 20 mg einmal täglich, oral eingenommen.
- Tafamidis (Vyndaqel 61 mg): Eine neuere Formulierung für die Behandlung der Transthyretin-vermittelten Amyloidose bei Erwachsenen mit Kardiomyopathie (ATTR-CM), um die Herzfunktion zu verbessern und die Progression der Krankheit zu verlangsamen. Für Vyndamax beträgt die empfohlene Dosierung 61 mg Tafamidis einmal täglich, oral eingenommen.
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Tafamidis zu beachten:
- Cytochrom P450-Enzyme: Tafamidis beeinflusst das CYP3A4-Enzym nicht signifikant.
- Efflux-Transporter BCRP: Tafamidis kann den BCRP-Transporter hemmen, was zu erhöhten Wirkstoffspiegeln von Substraten wie Rosuvastatin führen kann. Bei 61 mg Tafamidis täglich kann sich die Rosuvastatin-Exposition verdoppeln.
- Aufnahmetransporter OAT1 und OAT3: Tafamidis hemmt diese Transporter, was Interaktionen mit deren Substraten wie nicht-steroidalen Entzündungshemmern und Furosemid ermöglicht. Dennoch sind bei 20 mg Dosierung keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen zu erwarten.
- Wirkung anderer Medikamente auf Tafamidis: Spezifische Studien hierzu fehlen.
- Labortests: Tafamidis kann Gesamt-Thyroxin-Werte senken, ohne die Schilddrüsenfunktion zu beeinträchtigen.
Kontraindikationen
Tafamidis darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.
Alternativen
Alternativen von Tafamidis umfassen unter anderem:
- Patisiran (Onpattro): Ein RNA-Interferenz-Therapeutikum, das die Produktion von Transthyretin in der Leber verringert und für die Behandlung der hereditären Transthyretin-vermittelten Amyloidose mit Polyneuropathie zugelassen ist, aber auch bei Patienten mit kardiomyopathischer Beteiligung untersucht wird.
- Inotersen (Tegsedi): Ein Antisense-Oligonukleotid, das ebenfalls die Produktion von Transthyretin reduziert und für die Behandlung der hereditären Transthyretin-vermittelten Amyloidose mit Polyneuropathie zugelassen ist.
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