Talinolol
Talinolol ist ein selektiver Beta-1-adrenerger Rezeptorblocker, der die Herzfrequenz und die Kraft der Herzkontraktionen durch Hemmung der adrenergen Stimulation reduziert, was zu einer Senkung des Blutdrucks führt. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von Hypertonie und bestimmten Formen von Angina pectoris eingesetzt.
Talinolol: Übersicht

Anwendung
Talinolol ist zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) und von Angina pectoris zugelassen.
Wirkmechanismus
Talinolol wirkt als selektiver Beta-1-adrenerger Rezeptorblocker, der bevorzugt an die Beta-1-adrenergen Rezeptoren im Herzen bindet. Diese Rezeptoren sind Teil des sympathischen Nervensystems und spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation der Herzfunktion. Normalerweise führt die Aktivierung dieser Rezeptoren durch endogene Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, der Kontraktilität des Herzmuskels und der Leitungsgeschwindigkeit im Herzen.
Durch die Blockade dieser Beta-1-Rezeptoren verhindert Talinolol die Bindung und Aktivierung durch Katecholamine. Dies führt zu einer Abnahme der Herzfrequenz (negative Chronotropie), einer Verringerung der Kraft der Herzkontraktionen (negative Inotropie) und einer Verlangsamung der Erregungsleitung durch den AV-Knoten (negative Dromotropie). Die Gesamtwirkung dieser Effekte ist eine Reduktion der Herzarbeit und des Sauerstoffverbrauchs des Herzmuskels sowie eine Senkung des Blutdrucks.
Dosierung
Die Anfangsdosis von Tinolol liegt bei 50 mg pro Tag. Bei Bedarf kann diese Dosis auf bis zu 100 mg täglich erhöht werden.
Nebenwirkungen
Bekannte Nebenwirkungen von Talinolol umfassen:
- Müdigkeit
- Schwindelgefühl
- Kältegefühl in den Extremitäten
- Übelkeit
- Bradykardie
- Schlafstörungen, Alpträume
- Atembeschwerden
- Veränderungen des Blutzuckerspiegels
- Gewichtszunahme
- sexuelle Dysfunktion
Kontraindikationen
Talinolol darf nicht angewendet werden bei:
- Schwerer Niereninsuffizienz
- Bradykardie
- Erkrankungen des Sinusknotens
- AV-Block II. und III. Grades
- Herz-Kreislauf-Schock
- Hypotonie
- Phäochromozytom
- Einnahme eines MAO-Hemmers
- Einnahme von Verapamil oder Diltiazem
Wirkstoff-Informationen
Mutschler, Ernst, et al. "Arzneimittelwirkungen–Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie."










