Telithromycin

Telithromycin ist ein Ketolid-Antibiotikum, das durch Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese wirkt und speziell gegenüber makrolidresistenten und anderen grampositiven Bakterien aktiv ist. Das Medikament wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken und dem Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen, einschließlich Lebertoxizität, in vielen Ländern vom Markt genommen oder dessen Verwendung stark eingeschränkt.

Telithromycin

Anwendung

Telithromycin ist das erste Makrolid-Antibiotikum, das für die klinische Anwendung zugelassen wurde. Es war hauptsächlich indiziert zur Behandlung von Atemwegsinfektionen eingesetzt, einschließlich solcher, die durch resistente Stämme verursacht wurden.

Anwendungsart

Telithromycin wurde oral verabreicht.

Wirkmechanismus

Das Ketolid-Antibiotikum Telithromycin greift in den Prozess der bakteriellen Proteinbiosynthese ein, indem es selektiv an die 50S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms bindet. Diese Bindung erfolgt an zwei distinkten Stellen, was Telithromycin eine höhere Affinität und Wirksamkeit gegenüber bestimmten bakteriellen Stämmen verleiht, verglichen mit älteren Makrolid-Antibiotika. Durch diese doppelte Bindung wird die Translokation der Peptidyl-tRNA vom A- zum P-Site des Ribosoms blockiert, was die Verlängerung der Peptidkette und somit die Proteinproduktion effektiv unterbricht. Diese Hemmung der Proteinbiosynthese führt zum Absterben oder zur Wachstumshemmung der bakteriellen Zelle. Telithromycin zeigt eine besondere Wirksamkeit gegenüber einer Vielzahl von grampositiven Bakterien, einschließlich solcher, die gegenüber Makroliden resistent sind, und wird daher vorrangig zur Behandlung von Atemwegsinfektionen eingesetzt.

Nebenwirkungen

Zu den bekannt gewordenen Nebenwirkungen von Telithromycin zählen:

  • Gastrointestinale Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen sind relativ häufige Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Telithromycin auftreten können.
  • Lebertoxizität: Es wurden Fälle von schweren Leberschäden, einschließlich akuter Hepatitis und Leberversagen, berichtet. Einige dieser Fälle erforderten eine Lebertransplantation oder führten zum Tod.
  • Neurologische Effekte: Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen wurden von Patienten berichtet. In selteneren Fällen können auch ernstere neurologische Störungen wie Sehstörungen, Verwirrtheit und Halluzinationen auftreten.
  • Kardiovaskuläre Risiken: Telithromycin kann das QT-Intervall verlängern, was das Risiko für Herzrhythmusstörungen wie Torsade de Pointes erhöht.
  • Allergische Reaktionen: Wie bei anderen Antibiotika können allergische Reaktionen auftreten, die von milden Hautausschlägen bis hin zu schweren Reaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom oder anaphylaktischem Schock reichen können.

Alternativen

Siehe Antibiotika

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
812.0 g·mol-1
Autor:
Stand:
16.02.2024
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