Tetracyclin

Tetracyclin ist ein Breitbandantibiotikum, das durch Hemmung der Proteinbiosynthese in bakteriellen Zellen wirkt und gegen eine Vielzahl von grampositiven sowie gramnegativen Bakterien eingesetzt wird. Es findet Anwendung in der Behandlung von Infektionen wie Akne, Chlamydien, Lyme-Borreliose und bestimmten Formen von Pneumonie.

Tetracyclin

Anwendung

Tetracyclin ist in Deutschland als Kombinationspräparat (Pylera) mit Citronensäure, Bismut-Kalium-Salz (2:1:5) und Metronidazol zur Eradikation von H. pylori in der Kombination mit Omeprazol auf dem Markt.

Wirkmechanismus

Tetracyclin wirkt als bakteriostatisches Antibiotikum, indem es die Proteinbiosynthese in bakteriellen Zellen stört. Es bindet reversibel an die 30S-Untereinheit des bakteriellen Ribosoms, was die Anlagerung der Aminoacyl-tRNA an die mRNA-Ribosom-Komplexe verhindert. Diese Bindung blockiert somit den Einbau von Aminosäuren in neu synthetisierte Peptidketten und stoppt die Proteinproduktion, die für das Wachstum und die Vermehrung der Bakterienzelle essenziell ist.

Nebenwirkungen

Typische Nebenwirkungen von Tetracyclin umfassen:

  • Gastrointestinale Störungen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenschmerzen sind häufig, da Tetracyclin die Darmflora beeinträchtigen kann.
  • Phototoxizität: Eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht, was zu Sonnenbrand oder Hautausschlägen führen kann.
  • Verfärbung der Zähne: Bei Kindern kann die Einnahme von Tetracyclin zu einer dauerhaften Gelb- oder Braunfärbung der Zähne führen, besonders wenn es während der Zahnentwicklung gegeben wird.
  • Schwindel und Benommenheit
  • Candida-Infektionen

Alternativen

Innerhalb der Tetracyclin-Wirkstoffgruppe gibt es weitere Antibiotika, die ähnliche Wirkmechanismen und Anwendungsgebiete wie Tetracyclin besitzen:

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
444.43 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 6.0 H
Q0-Wert:
0.12
Autor:
Stand:
08.03.2024
Quelle:
  1. Fachinformation Pylera
  2. Steinhilber, Dieter, Manfred Schubert-Zsilavecz, and Hermann Roth. "Medizinische Chemie." (2017).
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17 Präparate mit Tetracyclin