Tranexamsäure

Tranexamsäure ist ein synthetisches Derivat der Aminosäure Lysin, das die Fibrinolyse hemmt, indem es reversibel an Plasminogen bindet und dessen Aktivierung zu Plasmin verhindert. Es wird hauptsächlich eingesetzt, um übermäßige Blutungen bei verschiedenen klinischen Situationen, einschließlich Menorrhagie, Trauma, Zahnoperationen und bei Patienten mit Blutungsstörungen zu reduzieren.

Tranexamsäure

Anwendung

Die Anwendungsgebiete von Tranexamsäure umfassen je nach Darreichungsform:

Filmtabletten:

  • Hypermenorrhoe: Behandlung starker Monatsblutungen.
  • Lokale Hyperfibrinolyse: Behandlung und Vorbeugung von Blutungen, z.B. rezidivierendes Nasenbluten und nach Augentrauma.
  • Operative Eingriffe: Prophylaxe und Behandlung von Blutungen nach Operationen.
  • Hereditäres Angioödem: Vorbeugung von Ödemen.
  • Nach Rücksprache mit einem Spezialisten, z. B. bei von Willebrand-Jürgens-Syndrom oder Hämophilie A, sowie zur Weiterbehandlung hyperfibrinolytisch bedingter Blutungen bei schwerstkranken Patienten.

Injektionslösung:

  • Blutungen: Prophylaxe und Behandlung bei lokaler oder generalisierter Hyperfibrinolyse, einschließlich Menorrhagie, gastrointestinale und Harnwegsblutungen, Operationen und Blutungen unter fibrinolytischer Therapie.

Wirkmechanismus

Tranexamsäure ist ein Antifibrinolytikum, das die Umwandlung von Plasminogen zu Plasmin verhindert. Plasmin ist ein Enzym, das für den Abbau von Fibrin verantwortlich ist, einem wesentlichen Bestandteil von Blutgerinnseln. Durch die Blockade dieser Umwandlung trägt Tranexamsäure zur Stabilisierung von Fibrin innerhalb von Blutgerinnseln bei und fördert somit die Hämostase. Es bindet mit hoher Affinität an die Lysinbindungsstellen des Plasminogens, wodurch die Anlagerung von Plasminogen an Fibrin und dessen Aktivierung zu Plasmin blockiert wird. Dieser Mechanismus verhindert effektiv die Fibrinolyse, also den Prozess der Gerinnselauflösung, und wird therapeutisch genutzt, um übermäßige Blutverluste bei verschiedenen klinischen Zuständen zu reduzieren.

Kontraindikationen

Tranexamsäure darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile
  • Akute Thrombosen oder thromboembolische Erkrankungen, wie z. B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie und Hirnvenenthrombose
  • Zustand nach einer venösen oder arteriellen Thrombose in der Anamnese
  • Hyperfibrinolytische Zustände im Rahmen einer Verbrauchskoagulopathie
  • Schwere Niereninsuffizienz/Nierenfunktionsstörung (Kumulationsgefahr)
  • Krampfanfälle in der Anamnese
  • Störungen des Farbensinns
  • Massive Blutungen aus dem oberen Harntrakt (speziell bei Hämophilie)
  • Schwangerschaft, ausgenommen in der Spätschwangerschaft bei vitaler Indikation

Schwangerschaft

Die Anwendung von Tranexamsäure ist in der Frühschwangerschaft kontraindiziert. Tranexamsäure passiert die Plazenta und erreicht im Nabelschnurblut vergleichbare Konzentrationen wie im mütterlichen Blut. In der Spätschwangerschaft darf Tranexamsäure nur bei vitaler Indikation angewendet werden.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
157.21 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 3.0 H
Q0-Wert:
0.03
Autor:
Stand:
07.03.2024
Quelle:

Fachinformationen Cyklokapron

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