Triazolam
Triazolam gehört zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine und moduliert den GABA-Rezeptor, wodurch die neuronale Erregbarkeit im ZNS gehemmt wird. Es wird primär zur kurzfristigen Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt.
Triazolam: Übersicht

Anwendung
Das Benzodiazepin Triazolam wird zur kurzfristigen Behandlung von schweren Schlafstörungen eingesetzt und sollte nur verwendet werden, wenn die Schlafstörungen besonders intensiv oder belastend für den Patienten sind.
Anwendungsart
Triazolam ist in Form von Tabletten auf dem deutschen Markt verfügbar.
Wirkmechanismus
Triazolam ist ein Hypnotikum aus der Gruppe der Triazolobenzodiazepine, das seine Wirkung über eine Modulation des Gamma-Aminobuttersäure (GABA)-Rezeptorsystems im zentralen Nervensystem (ZNS) ausübt. GABA ist der Hauptinhibitorische Neurotransmitter im ZNS und spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulation der neuronalen Erregbarkeit.
Triazolam bindet an spezifische Benzodiazepin-Bindungsstellen an den GABAA-Rezeptoren. Durch diese Bindung wird die Affinität des Rezeptors für GABA erhöht, was zu einer verstärkten GABAergen Inhibition führt. Das Ergebnis ist eine Erhöhung der Frequenz der Chloridkanalöffnungen innerhalb des Rezeptors, was zu einer Hyperpolarisation der Neuronenmembran und einer daraus resultierenden Verringerung der neuronalen Erregbarkeit führt.
In therapeutischen Dosen führt diese Wirkung zu einer Beruhigung, Sedierung und Muskelentspannung.

Pharmakokinetik
Resorption
- Nach der Einnahme wird Triazolam schnell aufgenommen.
- Der maximale Plasmaspiegel wird nach etwa 1,5 ± 0,7 Stunden erreicht.
Verteilung
- Triazolam bindet zu etwa 89% an Plasmaproteine.
Elimination
- Triazolam und seine Metaboliten, die nach Konjugation mit Glucuronsäure inaktiv sind, werden hauptsächlich im Urin ausgeschieden.
- Unverändertes Triazolam ist im Urin nur in Spuren nachweisbar.
- Die Ausscheidung scheint in zwei Phasen zu verlaufen, wobei die durchschnittliche Plasmahalbwertszeit 2,7 ± 0,5 Stunden beträgt.
Dosierung
Erwachsene nehmen vor dem Schlafengehen zwischen 0,125 mg und 0,25 mg Triazolam ein. In seltenen Fällen kann die Dosis auf 0,5 mg erhöht werden. Ältere Personen sollten mit einer Dosis von 0,125 mg beginnen. Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen von Triazolam sind:
- Schläfrigkeit
- Schwindel
- Ataxie
- Kopfschmerzen
Kontraindikationen
Personen mit einer Überempfindlichkeit gegen Triazolam oder andere Benzodiazepine, sowie Patienten mit Myasthenia gravis sollten Triazolam nicht einnehmen.
Verkehrstüchtigkeit
Triazolam kann die Fähigkeit zum Fahren oder Bedienen von Maschinen stark beeinträchtigen. Es wird empfohlen, nach der Einnahme von Triazolam kein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.
Schwangerschaft
Triazolam soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da die Daten zur Teratogenität von Benzodiazepinen und zum Benzodiazepineinfluss auf die postnatale Entwicklung und das Verhalten widersprüchlich sind.
Alternativen
Es gibt verschiedene andere Benzodiazepine und Nicht-Benzodiazepin-Hypnotika, die als Alternativen zu Triazolam in Betracht gezogen werden können, je nach klinischem Bedarf und Patientenprofil.
Benzodiazepine
Z-Drugs
Andere Alternativen
- Antidepressiva mit sedierenden Eigenschaften wie Mirtazapin oder Trazodon
- Antihistaminika wie Diphenhydramin oder Doxylamin
- Melatonin-Rezeptor-Agonisten wie Ramelteon
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation Halcion
- Abbildung Adapted from „GABA Synthesis and Uptake”, by Biorender.com










