Trospium chlorid

Trospiumchlorid ist ein quaternäres Ammoniumderivat, das als Anticholinergikum wirkt und die muskarinischen Rezeptoren der glatten Muskulatur blockiert. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von überaktiver Blase und damit verbundenen Symptomen wie Dranginkontinenz eingesetzt.

Trospiumchlorid

Anwendung

Trospiumchlorid ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von:

  • Dranginkontinenz und/oder häufigem Wasserlassen
  • Harndrang bei Patienten mit dem Syndrom der überaktiven Blase (z.B. idiopathische oder neurologische Detrusorhyperreflexie)

Wirkmechanismus

Trospiumchlorid blockiert die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Acetylcholin, der unter anderem den Spannungszustand der glatten Muskulatur am Herzen, im Verdauungstrakt und in der Harnblase reguliert. Trospiumchlorid bewirkt insbesondere die Entspannung der Muskulatur der Harnblasenwand und die Anspannung des Blasenschließmuskels. Dadurch kommt es zur Verbesserung der Beschwerden bei überaktiver Blase und Harninkontinenz.

Dosierung

  • Standarddosierung: 40 mg täglich, aufgeteilt in zwei Dosen von je 20 mg.
  • Die Notwendigkeit der Behandlung sollte alle 3-6 Monate überprüft werden.
  • Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion: 20 mg täglich oder alle zwei Tage.
  • Bei Kindern unter 12 Jahren wird Trospiumchlorid nicht empfohlen, da Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen sind.

Nebenwirkungen

Sehr häufig kommt es bei der Anwendung von Trospiumchlorid zu Mundtrockenheit. Häufig werden Dyspepsie, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit beschrieben.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen müssen bei der Anwendung von Trospiumchlorid beachtet werden:

  • Trospiumchlorid kann die Wirkung von Medikamenten mit anticholinergen Eigenschaften, wie Amantadin und trizyklischen Antidepressiva, verstärken.
  • Die herzbeschleunigende Wirkung von β-Sympathomimetika kann erhöht werden.
  • Die Wirkung von Prokinetika, wie Metoclopramid, kann durch Trospiumchlorid abgeschwächt werden.
  • Da Trospiumchlorid die Bewegung und Sekretion des Magen-Darm-Trakts beeinflusst, könnte es die Aufnahme anderer gleichzeitig eingenommener Medikamente verändern.
  • Die Aufnahme von Trospiumchlorid könnte durch Medikamente wie Guar, Colestyramin und Colestipol gehemmt werden.
  • Studien haben gezeigt, dass Trospiumchlorid den Stoffwechsel von Medikamenten, die durch Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert werden, nicht beeinflusst.
  • Da Trospiumchlorid nur minimal metabolisiert wird und die Esterhydrolyse der Hauptstoffwechselweg ist, sind metabolische Wechselwirkungen unwahrscheinlich.
  • Obwohl Trospiumchlorid die Pharmakokinetik von Digoxin nicht beeinflusst, könnten Wechselwirkungen mit Medikamenten, die über die Nieren ausgeschieden werden, nicht ausgeschlossen werden.

Kontraindikationen

Trospiumchlorid darf nicht angewendet werden bei:

  • Harnretention
  • schweren gastrointestinalen Störungen (einschließlich toxischem Megakolon)
  • Myasthenia gravis
  • Engwinkelglaukom
  • Tachyarrhythmie
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

Schwangerschaft/Stillzeit

Es gibt keine klinischen Studien zu den Auswirkungen von Trospiumchlorid während der Schwangerschaft oder Stillzeit. Daher sollte bei der Verschreibung für schwangere oder stillende Frauen besondere Vorsicht angewendet werden.

Alternativen

Siehe Anticholinergika

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
427.96 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 12.0 H
Q0-Wert:
0.1
Autor:
Stand:
21.09.2023
Quelle:

Fachinformation: Trospiumchlorid Glenmark

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
30 Präparate mit Trospium chlorid