Ublituximab
Ublituximab ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch gegen das CD20-Antigen auf B-Zellen gerichtet ist und diese selektiv depletiert. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose eingesetzt, indem es die B-Zell-vermittelte Pathogenese der Krankheit moduliert und die Krankheitsaktivität reduziert.
Ublituximab: Übersicht
Anwendung
Ublituximab (Briumvi) wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) und aktiver Erkrankung eingesetzt. Die schubförmige MS ist durch Phasen akuter Verschlechterung der neurologischen Funktion – sogenannte Schübe – gekennzeichnet, gefolgt von Perioden der Erholung.
Anwendungsart
Ublituximab wird als intravenöse Infusion verabreicht.
Wirkmechanismus
Ublituximab ist ein monoklonaler Antikörper, der gezielt gegen das CD20-Antigen auf der Oberfläche von B-Lymphozyten gerichtet ist. CD20 ist ein transmembranöses Protein, das vorwiegend auf prä-B-Zellen und reifen B-Zellen exprimiert wird, jedoch nicht auf Plasmazellen. Durch die Bindung an CD20 initiiert Ublituximab eine Reihe von Immunreaktionen, die zur Zerstörung der B-Zellen führen. Dazu gehören die antikörperabhängige zellvermittelte Zytotoxizität (ADCC), die Komplement-abhängige Zytotoxizität (CDC) und die Apoptose der Zielzellen. Dies verringert die Anzahl der B-Zellen, die an der Entzündungsreaktion und der Autoimmunantwort beteiligt sind, die zu demyelinisierenden Läsionen und neurologischen Schäden bei MS-Patienten führt.
Dosierung
Die erste Dosis von Ublituximab wird als intravenöse Infusion mit 150 mg verabreicht, gefolgt von einer zweiten Dosis von 450 mg zwei Wochen später. Nachfolgende Dosen von 450 mg werden als einzelne intravenöse Infusionen alle 24 Wochen gegeben.
Nebenwirkungen
Die wichtigsten und am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Ublituximab sind infusionsbedingte Reaktionen und Infektionen. Patienten sollten auf Anzeichen einer infusionsbedingten Reaktion überwacht werden und Maßnahmen zur Minimierung dieser Reaktionen getroffen werden.
Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Gabe von anderen Immunsuppressiva (Ausnahme Kortikosteroide zur Behandlung akuter MS-Schübe) wird nicht empfohlen. Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollten während der Behandlung und bis zur vollständigen Erholung der B-Zellen vermieden werden.
Kontraindikationen
Ublituximab darf nicht bei Patienten mit schweren aktiven Infektionen, stark immungeschwächten Zuständen oder bekannten aktiven malignen Erkrankungen angewendet werden. Überempfindlichkeitsreaktionen gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sind ebenfalls eine Kontraindikation.
Anwendungshinweise
Vor der Anwendung von Ublituximab sind besondere Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise zu beachten:
- Rückverfolgbarkeit: Dokumentation des Medikamentennamens und der Chargennummer
- Infusionsbedingte Reaktionen: Vorbeugende Maßnahmen wie die Vorbehandlung mit Kortikosteroiden und Antihistaminika sind wichtig, um die Häufigkeit und Schwere von Reaktionen zu reduzieren. Überwachung der Patienten während und nach den Infusionen ist erforderlich.
- Infektionen: Die Behandlung muss bei aktiven Infektionen verschoben werden. Vor der Verabreichung sollte der Immunstatus geprüft werden, um das Risiko schwerwiegender Infektionen zu minimieren.
- Hepatitis-B-Reaktivierung: Ein Screening auf Hepatitis B vor Behandlungsbeginn ist notwendig, um eine mögliche Reaktivierung zu verhindern.
- Impfungen: Die Verwendung von Lebendimpfstoffen ist während der Behandlung und bis zur B-Zell-Repletion nicht empfohlen. Impfungen sollten entsprechend den Empfehlungen und zeitlich abgestimmt vor der Behandlung erfolgen.
- Fachinformation Briumvi
- Lee, Arnold. "Ublituximab: First Approval." Drugs 83.5 (2023): 455-459.
- Steinman, Lawrence, et al. "Ublituximab versus teriflunomide in relapsing multiple sclerosis." New England Journal of Medicine 387.8 (2022): 704-714.










