Vadadustat

Vadadustat ist ein HIF-Prolylhydroxylase-Inhibitor, der zur Behandlung von symptomatischer Anämie bei chronischer Nierenerkrankung eingesetzt wird. Es stabilisiert den Hypoxie-induzierbaren Faktor (HIF), was die Erythropoetin-Produktion anregt und die Bildung roter Blutkörperchen fördert.

Vadadustat

Anwendung

Vadadustat (Vafseo) ist ein Inhibitor der HIF-Prolylhydroxylase, der indiziert ist zur Behandlung von symptomatischer Anämie infolge chronischer Nierenerkrankung bei Erwachsenen, die eine chronische Erhaltungsdialyse erhalten.

Wirkmechanismus

Vadadustat ist ein Inhibitor der Prolylhydroxylasen, die normalerweise den Hypoxie-induzierbaren Faktor (HIF) abbauen. Durch die Hemmung dieser Enzyme stabilisiert Vadadustat HIF und erhöht dessen Konzentration in den Zellen, was die Expression von Genen fördert, die die Produktion von Erythropoetin (EPO) steuern. EPO stimuliert die Bildung und Differenzierung von Erythrozyten im Knochenmark, wodurch die Anzahl der roten Blutkörperchen und der Hämoglobinspiegel steigen. Dies verbessert die Sauerstoffversorgung des Gewebes und lindert die Symptome der Anämie bei chronischer Nierenerkrankung.

Prolylhydroxylaseinhibitoren

Dosierung

Beurteilung vor der Behandlung

Eisenspeicher und Ernährungsfaktoren: Bestimmung des Eisenstatus vor und während der Behandlung. Ergänzende Eisentherapie bei Serumferritin < 100 μg/l oder Serumtransferrinsättigung < 20%.

Anfangsdosis

  • Standard: 300 mg einmal täglich. Erhöhung nicht öfter als alle 4 Wochen. Dosissenkungen können häufiger erfolgen.
  • Umstellung von Erythropoese-stimulierendem Wirkstoff (ESA): Anfangsdosis ebenfalls 300 mg einmal täglich. Anpassungen abhängig von Hämoglobinwerten.

Dosistitration

  • Überwachung: Hämoglobinspiegel alle zwei Wochen bis zur Stabilisierung, danach monatlich.
  • Anpassung: Dosisbereich 150 mg bis 600 mg in 150 mg Schritten. Erhöhung nicht öfter als alle 4 Wochen.
  • Behandlung fortsetzen: Nicht über 24 Wochen hinaus ohne signifikanten Hämoglobinanstieg.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen (>10%) von Vadadustat umfassen:

Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen (≥1%) gehören thromboembolische Ereignisse, Hypotonie und Hypertonie.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Vadadustat zu beachten:

  • Metabolische Stabilität: Vadadustat ist in vitro metabolisch stabil und wird hauptsächlich durch Glucuronidierung abgebaut.
  • BCRP-Substrate: Vadadustat kann die Konzentration von BCRP-Substraten wie Sulfasalazin, Simvastatin und Rosuvastatin erhöhen, möglicherweise sind Dosisanpassungen erforderlich.
  • Eisenpräparate und Phosphatbinder: Reduzieren die Bioverfügbarkeit von Vadadustat. Vafseo sollte mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach diesen Präparaten eingenommen werden.
  • OAT1/OAT3-Inhibitoren: Erhöhen die AUC-Werte von Vadadustat. Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung.
  • CYP2C9-Substrate: Kann die Konzentration von CYP2C9-Substraten wie Celecoxib erhöhen. Überwachung und mögliche Dosisanpassungen sind notwendig.
  • CYP2B6- und CYP3A4-Substrate: Vadadustat kann deren Pharmakokinetik verändern. Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung.
  • CYP2C8-Substrate: Vadadustat kann die Exposition gegenüber CYP2C8-Substraten erhöhen.

Kontraindikationen

Vadadustat darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Vadadustat oder einen der sonstigen Bestandteile.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Vafseo zu beachten:

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen und Mortalitätsrisiko: Ähnliche Risiken für Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall wie bei Darbepoetin alfa. Sofortige Untersuchung und Behandlung bei Symptomen.
  • Thromboembolische Ereignisse: Häufig bei CKD-Patienten. Sorgfältige Überwachung bei Risikofaktoren. Sofortige Untersuchung und Standardtherapie bei Symptomen.
  • Leberfunktionsstörungen: Nicht empfohlen bei schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Klasse C).
  • Lebertoxizität: Regelmäßige Überwachung der Leberwerte. Absetzen bei signifikanten Anstiegen von ALT, AST und Bilirubin.
  • Verschlechterung einer Hypertonie: Regelmäßige Überwachung des Blutdrucks vor und während der Behandlung.
  • Krampfanfälle: Häufig berichtet. Vorsicht bei Patienten mit Anfallsleiden oder ZNS-Infektionen.
  • Anfängliche Abnahme der Hb-Spiegel: Möglich bei Umstellung von ESA, besonders bei hoher Baseline-Dosis. Notfalltherapie erwägen, wenn Hb unter 9,0 g/dl sinkt.
  • Unzureichendes Ansprechen auf die Therapie: Ursachenklärung und ggf. Retikulozytenzählung. Absetzen nach 24 Wochen ohne behandelbare Ursache.
  • Missbrauch: Kann zu gefährlichen Erhöhungen des roten Blutkörperchenvolumens führen.

Alternativen

Alternativen von Vadadustat zur Behandlung von symptomatischer Anämie bei chronischer Nierenerkrankung umfassen:

  • Epoetin: Ein traditionelles Erythropoese-stimulierendes Agenz (ESA), das die Produktion von Erythropoetin (EPO) anregt.
  • Darbepoetin: Ein weiteres ESA, das eine verlängerte Halbwertszeit hat und weniger häufige Injektionen erfordert.
  • Roxadustat: Ein anderer HIF-Prolylhydroxylase-Inhibitor, der in der EU zur Behandlung von renaler Anämie zugelassen ist.
  • Intravenöse Eisenpräparate: Ergänzende Therapie zur Optimierung der Eisenspeicher und Unterstützung der Erythropoese.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
306.7 g·mol-1
Autor:
Stand:
10.06.2024
Quelle:
  1. EMA: Fachinformation Vafseo
  2. Markham, Anthony. "Vadadustat: first approval." Drugs 80.13 (2020): 1365-1371.
  3. Xiong, Limei, et al. "Efficacy and safety of vadadustat for anemia in patients with chronic kidney disease: a systematic review and meta-analysis." Frontiers in Pharmacology 12 (2022): 795214.

Abbildung

Anika Mifka adapted from Poloznikov et al. (2021): HIF Prolyl Hydroxylase Inhibitors for COVID-19 Treatment: Pros and Cons. Frontiers in Pharmacology, DOI: https://doi.org/10.3389/fphar.2020.621054

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